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Ferrari 335 Sport Scaglietti erzielt über 32 Mio.

Kaufte Messi den teuersten Ferrari?

1957er Ferrari 335 SPORT SCAGLIETTI Foto: Artcurial 35 Bilder

Die Auktionswelt ist um einen Rekord reicher: Rund 32,1 Mio. Euro (37,8 Mio. Dollar) hatte noch nie ein Auto bei einer öffentlichen Auktion erzielt. Dabei hat der versteigerte Ferrari 335 Sport Scaglietti eine umfangreiche Nasen-OP hinter sich. Möglicher Käufer: Der Weltfußballer Lionel Messi, der sich angeblich eine Bieterschlacht mit Cristiano Ronaldo lieferte.

08.02.2016 Kai Klauder Powered by

Bieterschlacht zwischen Messi und Ronaldo

Das Auktionshaus Artcurial vermeldet von seiner Retromobile-Auktion in Paris den neuen Rekordwert. Bei der Versteigerung des Ferrari 335 Sport fiel der Hammer erst bei einem Gebot von 32.075.200 Euro (37.794.319 US-Dollar). Wie üblich, wird der Name des Käufers nicht veröffentlicht, lediglich wurde bekannte gegeben, dass es sich um einen "internationalen Sammler aus den USA" handeln soll. Doch mittlerweile gibt es mehrere Medienberichte, die den Weltfußballer Lionel Messi als Käufer vermelden. Angeblich soll er sich sogar eine Bieterschlacht mit seinem Fußball-Kollegen Cristiano Ronaldo geliefert haben.

Der Käufer hat sich mit diesem Ferrari einen einzigartigen Rennwagen mit ebensolcher -Historie gekauft. Denn der 1957 gebaute Ferrari mit der Chassisnummer 0674 wurde von einigen der berühmtesten Fahrern pilotiert. Im Jahr 1957 unter anderem von Peter Collins und Maurice Trintignant bei den 12-Stunden von Sebring, die bei dem Premierenrennen für 0674 Gesamt-Sechste wurden.

1957er Ferrari 335 SPORT SCAGLIETTIFoto: Artcurial
Die originale Frontpartie ließ der frühere Besitzer im Jahr 1981 nachfertigen - von Fantuzzi in Modena.

Graf Berghe von Trips startet in 0674 bei der letzten Mille Miglia

Im selben Jahr starteten Wolfgang Graf Berghe von Trips bei der letzten "echten" Mille Miglia - und wurde Zweiter. Nach dem Rennen wurde der bis dahin als Ferrari 315 S geführte Rennwagen im Werk einem "Tuning" unterzogen - der V12 bekam 100 ccm mehr und kam nun auf 4.023 ccm sowie 390 PS bei 7.400/min.

Zudem wurde wegen Kühlproblemen der vorderen Bremsanlage - dem großen Kritikpunkt des Ferrari 315 S - eine neue Front angefertigt, die im Stil des Ferrari 250 Testa Rossa die Vorderräder besser anströmt. Ab diesen Änderungen wurde der Rennwagen 335 S genannt.

Mike Hawthorn und Luigi Musso bildeten für die weitere Saison 1957 ein Team und nahmen an dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie den Grand Prix' von Schweden und Venezuela teil. Während sie in Le Mans mit einem Motorproblem in die Box mussten, holten sie in Schweden Platz 4 und in Venezuela Platz 4.

1957er Ferrari 335 SPORT SCAGLIETTIFoto: Artcurial
Der V12 wurde direkt nach dem Mille Miglia-Einsatz 1975 im Ferrari-Werk um 100 ccm Hubraum erweitert. Die Leistung stieg damit auf 390 PS bei 7.400/min.

Stirling Moss gewinnt Grand Prix von Kuba

Im Jahr 1958 wird der Ferrari 335 S von Luigi Chinetti beim Grand Prix von Kuba eingesetzt. Der Fahrer: Stirling Moss. Er holt am 28. Februar den ersten Platz. Weitere 6 Rennen in der Saison 1958 fährt Gaston Andrey auf dem Ferrari 335 S mit Chassisnummer 0674. Beste Resultate sind der erste Platz bei den 500 Mile Road America und ein zweiter Platz beim SCCA Regional Thompson.

1960 kauft der Architekt Robert N. Dusek aus Pennsylvania Chassisnummer 0674, der wiederum den Wagen 10 Jahre später an Pierre Bardinon veräußert. Bardinon, ein echter Ferrari-Enthusiast und -Sammler sowie Besitzer der Rennstrecke Mas du Clos, hat über Jahrzehnte eine der größten und exklusivsten Ferrari-Sammlungen zusammengetragen und besaß den Ferrari 335 Sport Scaglietti nun mehr als 45 Jahre.

1957er Ferrari 335 SPORT SCAGLIETTIFoto: Artcurial
Transaxle-Bauweise: Dank des hinten positionierten Getriebes und des großen 180-Liter-Tanks hinter den Vordersitzen ist das Gewichtsverhältnis optimal ausgeglichen.

Neue alte Nase von Fantuzzi

1981 ließ Bardinon die originale Frontpartie nachfertigen und gab dem 335 S so seine ursprüngliche Form zurück. Umgesetzt wurde die Blecharbeit von Fantuzzi aus Modena. Bardinon hütete seine Sammlung in seinem Anwesen nahe seiner Rennstrecke bei Aubusson und gewährte nur ausgewählten Personen einen Einblick.

So war auch der Ferrari 335 Sport Scaglietti mit Chassisnummer 0674 für die Öffentlichkeit nur ganz selten zu sehen. 1987 nahm Bardinon an der "Hommage to Ferrari", einer Veranstaltung der Cartier-Stiftung, in Jouy-en-Josas teil. 10 Jahre später feierte er mit 0674 bei den Veranstaltungen zum 50. Geburtstag der Marke Ferrari mit.

Ob der Ferrari 335 Sport Scaglietti mit der Chassisnummer 0674 in Zukunft häufiger zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht taucht er schon bald in Pebble Beach oder Amelia Island auf.

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