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Rekordpreis für Allrad-Pionier

Bieterschlacht um Audi Sport Quattro

1984er Audi Sport Quattro Foto: Erik Fuller ©2015 Courtesy of RM Auctions 21 Bilder

Eine Rallye-Ikone im Neuwagenzustand: RM Auctions versteigerte in Scottsdale einen 1984er Audi Sport Quattro mit 8.300 km - und erzielte rekordverdächtige 401.500 Dollar - rund 347.000 Euro.

20.01.2015 Kai Klauder Powered by

Mit noch nicht einmal 8.300 km auf der Uhr wurde der 1984er Audi Sport Quattro aus zweiter Hand angeboten. Schon der Zustand macht diesen Sport Quattro zur Ausnahmeerscheinung in den USA - und die Tatsachse, dass er nie offiziell nach Nordamerika importiert wurde.

Technologieträger für 200.000 Mark

Erstbesitzer dieses Audi Sport Quattro mit Chassisnummer WAUZZZ85ZEA905147 war der japanische Sammler Yoshikuni Okamoto aus Kobe, der 1984 diesen Wagen bestellte. Mit einem Neupreis von 195.000 Mark - ab 1985 sogar 203.850 Mark - gehörte der kurze Quattro zu den teuersten Autos seiner Zeit. Für den Gegenwert eines Sport Quattro gab es zwei Porsche 911 Turbo.

Für das Geld bekam man mit dem Audi Sport Quattro allerdings auch wirklich exklusive Technik: Der Sport Quattro mit einem Radstand von 2.225 mm war vollgepackt mit Technik: Angetrieben wird der 4.164 mm kurze Quattro von einem 2,1-Liter-Reihenfünfzylinder, der dank Turboaufladung und 4-Ventiltechnik stramme 306 PS leistet. Ein KKK-K27-Lader setzt das Triebwerk mit bis zu 1,05 bar unter Druck, die serienmäßige Kraft von bis zu 350 Nm wird an alle vier Räder weitergeleitet. Der Quattro-Allradantrieb sorgt für genügend Traktion in jeder Lebenslage, die Vierkolben-Festsattel-Bremsanlage von AP Racing mit innenbelüfteten und geschlitzten Bremsscheiben für heftigste Ankerwürfe.

Von 0 auf 100 in weniger als 2,5 s

Im Renneinsatz konnte der Ladedruck auf bis zu 2,04 bar erhöht werden. Mit anderen Maßnahmen zur Leistungssteigerung konnte der Fünfzylinder auf über 500 PS gebracht werden. Im Audi Sport Quattro E2 leistet der Motor 530 PS und beschleunigt den Wagen in 2,6 s auf Tempo 100. Für den Pikes Peak-Wettbewerb wurden sogar 598 PS realisiert, den Sprint auf 100 soll der Extrem Sport Quattro in weniger als 2,5 s geschafft haben. Im Rallyecross sollen Audi Sport Quattro mit Leistungen von bis zu 700 PS einsetzt worden sein.

Der angebotene Audi Sport Quattro befindet sich laut Auktionskatalog im Bestzustand, der originale Lack in Alpinweiß zeigt keine Makel, die originalen 9-Zoll breiten Ronal-Leichtmetallfelgen wirken wie frisch aus dem Laden, wie das ganze Auto. Innen überzeugt der Sport Quattro mit Recaro-Sitzen mit Alcantara-Sitzflächen und Lederwangen, dem originalen Cassetten-Radio und zeigt so gut wie keine Gebrauchsspuren. Zusätzlich wurde ein Navigationsgerät installiert.

Audi Sport Quattro erzielt 401.500 Dollar

Der Audi Sport Quattro ist schon ab Werk reichhaltig ausgestattet: Serienmäßig hatte er unter anderem ABS, Servolenkung, elektrische Fensterheber, Sitzheizung, Edelstahl-Endrohr und eine Uhrensammlung mit Tacho, Drehzahlmesser, Voltmeter, Tankuhr, Ladedruckanzeige, Wasser- und Öltemperatur sowie Öldruck.

Bei der Auktion am 16. Januar 2015 kam es zu einer regelrechten Bieterschlacht um den Audi Sport Quattro. Schließlich wurde er für 401.500 Dollar verkauft - rund 347.000 Euro. RM Auctions sieht mit dem rekordverdächtigen Ergebnis einen Trend zu den "poster cars" der 1980er bestätigt. Der Marktbeobachter classic analytics führt den Audi Sport Quattro in gutem Zustand mit 181.000 Euro. Mäßige Zustand 4-Autos liegen bei rund 80.000 Euro.

Hintergrund: Der Audi Sport Quattro

Von dem Sport Quattro baute Audi insgesamt 220 Komplettfahrzeuge, von denen rund 170 im freien Handel verkauft wurden. Für den Einsatz bei der Gruppe B waren 200 Homologations-Exemplare von der FIA gefordert. Für einen Preis von 200.000 Mark konnte man aus vier Farben wählen: 134 Exemplare wurden in Tornadorot verkauft, 48 in Alpinweiß, 21 in Kopenhagenblau und 15 in Malachitgrün. DIe Farbwahl war an den vier Rennsportnationen Italien (rot), England (Grün), Frankreich (Blau) und Deutschland (Weiß) orientiert. Für Ferdinand Piëch, den damaligen Audi-Vorstand, wurden zudem 2 Audi Sport Quattro in Schwarz lackiert.

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