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Renault Abgas-Skandal

Diesel-Betrug seit 25 Jahren?

07/2012, 2012 Renault Clio, logo Rhombus Foto: Renault

In einem am Mittwoch (15.3.2017) bekannt gewordenen Bericht der französischen Behörde für Wettbewerb, Verbraucher und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) soll Renault bereits seit 25 Jahren bei Abgastests betrügen. Dies melden mehrere französische Medien.

16.03.2017 Holger Wittich 4 Kommentare

In die Affäre sollen auch hochrangige Manager bis hin zu Renault-Boss Carlos Ghosn verstrickt sein. Die Behörde wirft dem Autobauer die Entwicklung einer Software vor, um "die Ergebnisse von Abgastests zu fälschen". Unter Berufung eines ehemaligen Mitarbeiters sollen einige Praktiken zur Manipulation der Abgastests schon 1990 eingerührt worden sein. Nach Angaben des zuständigen Wirtschaftsministeriums könnte die Betrugssoftware in bis zu 900.000 Wagen im Gesamtwert von 16,8 Milliarden Euro verbaut worden sein. In einer Stellungnahme zu den neuesten Vorwürfen erklärte Renault, dass seine Dieselfahrzeuge nicht mit einer Betrugssoftware ausgestattet seien.

In Frankreich wurde nach dem Bekanntwerden des VW-Abgasskandals Tests an zahreichen Autos vorgenommen. Bei vielen Fahrzeugen wurde eine deutliche Überschreitung der zulässigen Grenzwerte ermittelt.

Renault drohen bis zu 3,5 Milliarden Euro Strafe

Wie der Spiegel berichtet, haben bereits mehrere Autoklubs und Verbraucherverbände angekündigt, sich als Zivilkläger an einem möglichen Verfahren zu beteiligen. Sollten sich die Vorwürfe als juristisch stichhaltig erweisen, droht Renault eine Strafe von bis zu zehn Prozent seines Umsatzes - rund 3,5 Milliarden Euro. Der Staat ist mit 20 Prozent an Renault beteiligt und hatte den Hersteller bereits aufgefordert, die nötigen Nachbesserungen an den betroffenen Fahrzeugen vorzunehmen.

Auch im NOx-Test der Zeitschrift auto motor und sport fielen zuletzt zwei Renault-Modelle durch hohe NOx-Werte im realen Straßenverkehr auf. So zeigte ein Renault Espace dCi 160 einen der höchsten NOx-Werte von allen bisher von auto motor und sport getesteten Dieselmodellen mit Euro-6-Motoren. Der Espace stieß auf der 100 km langen ams-Testrunde trotz verhaltener Fahrweise das 15,3-Fache des Grenzwerts aus und kam auf 1.222 mg Stickoxid pro Kilometer. Der Renault Mégane dCi 110 stieß im realen Verkehr das 9,9-fache des NOx-Grenzwertes aus.

Neuester Kommentar

Naja für "umsonst" gabs den Rückruf und Umbau auch hierzulande nicht... und bisher ist es der einzige nicht "freiwillge" Rückruf, heißt es müssen ALLE Fahrzeuge umgebaut werden, was entsprechend kostet. "Freiwillig" heißt der Kunde kann auch einfach sagen, "is ma Schnuppe" das mit den Stickoxiden...

L_QS_B 22. März 2017, 21:38 Uhr
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