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Renault drängt nach China

Besser später als nie

Renault, Logo, Produktion, Unternehmen Foto: Renault

Der französische Autobauer Renault kommt spät in den Wachstumsmarkt China, will sich vom Vorsprung der Konkurrenz aber nicht entmutigen lassen.

14.09.2011 dpa

In diesem Jahr dürfte Renault etwa 25 000 Fahrzeuge im Reich der Mitte verkaufen, mehr als doppelt so viele wie 2010, sagte Renault-Manager Carlos Tavares, der bei dem Autokonzern für das operative Geschäft zuständig ist, am Dienstag (13.9.) auf der Automesse IAA in Frankfurt. Aktuell sei das Ziel, bis 2013 auf etwa 100 Händler in China zu kommen. Es gebe erste Gespräche mit den Behörden über ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem chinesischen Hersteller.
 
 

Renault sucht Wachstum außerhalb Europas

Zum Vergleich: Der deutsche VW-Konzern verkaufte in China im vergangenen Jahr gut 1,9 Millionen Fahrzeuge. Auf die Frage, ob Renault den gewaltigen chinesischen Automarkt nicht zu spät ins Visier nimmt, sagte Tavares: "Besser später als nie."
 
Während der Markt in Westeuropa stagniert, versucht Renault wie andere Autobauer, vom Wachstum in Ländern wie Russland, Brasilien oder China zu profitieren. Aktuell werde bereits 45 Prozent des Geschäfts außerhalb Europas gemacht, sagte Tavares. 2015 dürfte es mehr als die Hälfte sein.
 
Ungewöhnlich scharf ging Tavares den deutschen Konkurrenten VW an. "Volkswagen versucht aggressiv, Marktanteile zu gewinnen", auch durch Preisnachlässe, sagte er. Das sei Renault etwa in der Golf-Klasse in Frankreich aufgefallen. "Wir machen da nicht mit", sagte er. Die Folge könne sinkende Profitabilität für alle Hersteller sein.
 
Obwohl Renault die Führung bei Elektroautos anstrebt und mit rund vier Milliarden Euro soviel in sie investiert wie kein anderer Hersteller, hält sich Tavares bei Verkaufsprognosen bedeckt. Renault werde keine Schätzungen abgeben, um keinen Druck auf die Teams zu erzeugen. «Es ist ein strategischer Schritt.» Renault will demnächst mehrere Elektromodelle auf den Markt bringen.
 
Tavares hatte in seinem vorherigen Job die Markteinführung des Elektroautos Nissan Leaf in den USA begleitet. Er war im Mai vom japanischen Partner Nissan auf den Posten des operativen Geschäftsführers bei Renault gerückt, nachdem sein Vorgänger Patrick Pelata nach dem Skandal um vermeintliche Industriespionage seinen Hut genommen hatte. Renault hatte mehrere ranghohe Manager bezichtigt, Konkurrenten mit Informationen versorgt zu haben, musste die Vorwürfe später aber zurücknehmen.

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