Renault-Spionageaffäre: Staatsanwalt vermutet Betrug

Die französische Staatsanwaltschaft hat sich von der These der Industriespionage bei Renault verabschiedet und geht nun von einer Betrugsaffäre aus. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Montag (14.3.) in Paris mit.

Die Hinweise auf verdächtige Konten in der Schweiz und Liechtenstein hätten sich als falsch erwiesen, sagte der Staatsanwalt. Der Verwaltungsrat des französischen Autobauers Renault wollte am Nachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen.

Carlos Ghosn soll zurücktreten

Renault hatte drei ranghohe Führungskräfte verdächtigt, strategische Informationen über die Entwicklung des Elektroautos an die chinesische Konkurrenz weitergegeben zu haben. Die Manager wurden Mitte Januar entlassen, das Unternehmen erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Renault hatte sich dabei auf interne Ermittler verlassen und 250.000 Euro an einen bislang unbekannten Informanten gezahlt. In den vergangenen Wochen kamen Mutmaßungen auf, wonach das Unternehmen einem Schwindel aufgesessen sei. Die Justiz ermittelt gegen einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, der die Affäre ins Rollen brachte.

Gewerkschafter haben den Chef des französischen Autobauers inzwischen zum Rücktritt aufgefordert. Renault-Chef Carlos Ghosn müsse sich seiner Verantwortung stellen, sagte der Chef der Gewerkschaft Force Ouvrière, Patrick Monange, am Montag dem Sender France Info. Am Vorabend hatte die Justiz Ermittlungen gegen einen Renault-Angestellten aufgenommen, der die angebliche Spionage-Affäre ins Rollen gebracht hatte. Vize-Renault-Chef Patrick Pélata hatte bereits indirekt seinen Rücktritt angeboten, falls sich die Vorwürfe gegen die Mitarbeiter als falsch herausstellen sollten.

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dpa/uba

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