Renault verdient an Nissan - Neuer Twingo kommt später

Die lukrative Beteiligung am japanischen Autobauer Nissan hat Renault im ersten Halbjahr 2005 trotz sinkender Margen einen kräftigen Gewinnschub beschert. Der Überschuss stieg von 1,45 auf 2,21 Milliarden Euro.

Dennoch gab die Aktie am Mittwoch (27.7.) zeitweise um 0,26 Prozent auf 75,30 Euro nach: Eine teure Verschiebung des Produktionsstarts des neuen "Twingo" um ein Jahr auf 2007 enttäuschte die Anleger.

Twingo: Wirtschaftlichkeit muss verbessert werden

Renault will die Fertigung seines langjährigen Verkaufsrenners beim Generationswechsel von Flins bei Paris nach Novo Mesto in Slowenien verlagern. Die Wirtschaftlichkeit des Modellanlaufs müsse aber noch verbessert werden, hieß es. Im ersten Halbjahr schlug das mit Rückstellungen von 60 Millionen Euro zu Buche. Der neue Twingo soll nach Presseinformationen für weniger als 9.000 Euro angeboten werden. Der in die Jahre kommende alte Twingo wurde 2004 nur noch in 91.300 Exemplaren gebaut.

Hohe Stahlpreise drücken das Ergebnis

Wegen der hohen Stahlpreise und des heftigen Preiskampfes in Europa sank das operative Ergebnis von 1,1 Milliarden auf 943 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Gewinnbeiträge der Beteiligungen an Nissan und dem schwedischen Lkw-Bauer Volvo jedoch um gut eine halbe Milliarde auf 1,54 Milliarden Euro. Dabei konnte Renault von einem Nissan-Sondergewinn von 450 Millionen Euro wegen des Transfers von Pensionsleistungen an den japanischen Staat profitieren. Renault hält an Nissan 44 Prozent.

Dank des guten Geschäfts außerhalb Frankreichs steigerte Renault den Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 3,8 Prozent auf 21,32 Milliarden Euro. Der weltweite Autoabsatz der Marken Renault, Dacia und Renault Samsung stieg um 3,8 Prozent auf 1,36 Millionen. In Westeuropa blieb die Marke Renault mit 10,8 (10,9) Prozent Anteil Marktführer. Im laufenden Halbjahr will Renault den neuen Clio in Europa einführen und den Verkauf des Billigautos Dacia außerhalb Westeuropas ausbauen.

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dpa

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