Renault-Vize Patrick Pélata: 100.000 E-Autos schon 2012

Renault will als erster Hersteller massiv in die Serienfertigung eines Elektrofahrzeugs investieren. Schon 2012 werde Renault mehr als 100.000 Elektrofahrzeuge im Werk Flins bei Paris produzieren.

Das kündigte Renault-Vize-Präsident Patrick Pélata im Gespräch mit auto motor und sport an. "Unsere ersten Elektroautos kommen Mitte 2011 in kleinen Flotten und in Israel zum Einsatz. Ab 2012 wollen wir im Werk Flins bei Paris aber bereits mit einer größeren Serienfertigung beginnen. Zunächst wollen wir 100.000 Einheiten im Jahr bauen, mittelfristig rechnen wir mit 200.000."

Elektroauto zum Kleinwagenpreis

Diese Zahlen seien aber nur möglich, wenn die Autofahrer die Batterien nicht kaufen müssen, sondern mieten können. "Eines ist klar: Wenn der Kunde die Batterie mitkaufen muss, wird es keine Elektroautos geben. Das ist einfach zu teuer. Bei unserem Auto wird die Batterie inklusive Strom deshalb zu einem monatlichen Festpreis gemietet." Der Anschaffungspreis des Elektrofahrzeuges solle deshalb im Rahmen eines normalen Kleinwagens liegen. "Für den Kunden wird der reine Kaufpreis vergleichbar mit dem eines normalen Kleinwagens sein, also zwischen 12.000 und 14.000 Euro liegen. Die Gesamtkosten sind abzüglich der Steuervorteile eines Null-Emissionsautos aber spürbar niedriger als die effizienter Diesel-Autos von heute", so Pélata. "Nach unseren Berechnungen lohnt sich das Elektroauto plus monatliche Batterie-Miete für Fahrer, die über 12.000 Kilometer im Jahr fahren."

Überzeugt ist der Renault-Vize, dass sich der Batteriewechsel an der Tankstelle durchsetzen wird. "In einem Werk können wir einen Motor in einer Minute in ein Auto einbauen, und das ist viel komplizierter. Ich denke, der Batterietausch wird an einer Tankstelle nicht mehr als drei bis vier Minuten dauern. Wir werden die Technik auf der IAA in Frankfurt im September der Öffentlichkeit vorstellen. Da kann sich dann jeder davon überzeugen, dass es funktioniert."

Keine Werksschließungen bis 2010

Zuversichtlich ist Pélata, dass Renault bis einschließlich 2010 trotz der starken Absatzrückgänge keine Werke schließen muss. Die Vereinbarungen mit den Gewerkschaften würden Renault die nötige Flexibilität geben, um Entlassungen und Werksschließungen zu vermeiden. "Wenn Sie in Frankreich, Deutschland oder Spanien Mitarbeiter entlassen oder Werke schließen wollen, ist das im ersten Moment sehr teuer", so Pélata. Deshalb seien die mit den Gewerkschaften vereinbarten Flexibilisierungen die bessere Lösung. "Wir haben uns mit der Gewerkschaft bereits weitestgehend auf eine sehr flexible Regelung bei der Kurzarbeit geeinigt, mit der wir die Krise in diesem Jahr ohne Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen durchstehen können. Auch für 2010 könnte diese Regelung weiter greifen. Darüber hinaus gibt es derzeit keine Pläne."

Stärker als der Markt entwickeln

2009 hofft Pélata, dass sich Renault und Dacia trotz starker Absatzrückgänge besser als der Markt entwickeln. "2007 wurden weltweit fast 69 Millionen Autos verkauft, für dieses Jahr erwarte ich einen Gesamtmarkt in einer Größenordnung von rund 54 Millionen. Das sind etwa 20 Prozent weniger. In Europa wird der Rückgang wohl noch stärker. Von diesen Entwicklungen können wir uns nicht abkoppeln. Wir wollen aber den Marktanteil von Renault und Dacia in dieser Zeit erhöhen. Während der Gesamtmarkt in Europa vielleicht um rund 25 Prozent zurückgeht, wollen wir nur 15 bis maximal 20 Prozent an Volumen verlieren."

Renault-Modelle werden nicht mehr teurer

Für die Zukunft kündigt Pélata an, dass Renault-Modelle im Preis nicht mehr steigen werden. "Klar ist für Renault: Neue Modelle dürfen höchstens noch so teurer sein wie das Vorgängermodell – und das trotz der Umweltanforderungen wie der neuen Abgasnormen Euro 5 und Euro 6, hoher Sicherheitsstandards oder des Wunsches der Kunden nach mehr Komfort und Ausstattung."

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Jens Katemann

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