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Renault Z.E. Concept

Elektroauto-Studie von Renault

Foto: Renault 9 Bilder

Auf Basis des Renault Kangoo Be Bop zeigt Renault die rein elektrisch betriebene Studie Z.E. Concept. Die ist so sorgfältig isoliert wie ein Niedrigenergiehaus und perfektioniert damit das System der Thermoskanne.

20.04.2009 Sebastian Renz

Zu den vornehmsten Jubiläen, die im nächsten Jahr zu begehen sind, gehört neben 25 Jahre Schweizer Autobahngebühr, 50 Jahre Unabhängigkeit Togo und 75 Jahre Deutsche Weinstraße auch: 90 Jahre Thermoskanne. Seit 1920 hält die Thermoskanne bekanntlich Heißes heiß und Kaltes kalt, weil die Luft zwischen den beiden Schichten ihres inneren, doppelwandigen Glaskolbens den Inhalt gegen äußere Temperaturen isoliert. Renault entwickelt aus diesem Prinzip das Concept Z.E., sozusagen ein Niedrigenergie-Auto.

Der Z.E. – der Name steht für Zero Emission – fährt rein elektrisch. Um die Reichweite seiner Lithium-Ionen-Batterie zu maximieren, versuchten die Renault-Ingenieure, ihn höchst effizient zu gestalten. Das fängt bei der doppelwandigen Karosserie an. Wie eine Thermoskanne bewahrt der Z.E. so im Sommer die Kühle der Klimaanlage und im Winter die Wärme der Heizung. Weil er sie intensiv nutzt, können die Aggregate kleiner ausfallen. Der Geiz geht so weit, dass die Heizung warme Luft zunächst nur an die kälteempfindlichsten Körperbereiche pustet – wenn Hände und Gesicht warm sind, soll es genügen.

Verglasung als Wärmedämmung

Die lichtgrüne Verglasung trägt ebenso zur guten Wärmedämmung bei wie die reflexionsarme Lackierung. Solarzellen auf dem Dach liefern die Energie für einen Ventilator, der im Sommer schon im Stand die Innentemperatur senken soll. Statt Außenspiegeln hat der Z.E. kleine, solarbetriebene Kameras – sie sollen den Luftwiderstand ebenso reduzieren wie das geschlossene Design der Leichtmetallräder. Da wirken die sparsamen LED-Leuchten in den Scheinwerfern geradezu konventionell. Selbst auf einen Bordcomputer verzichtet der Z.E., diese Aufgabe übernimmt wegen des niedrigeren Energiebedarfs ein Mobiltelefon.

Auch das Navigationssystem hilft durch erweiterte Funktionen beim Sparen: Es berechnet die effizientesten Routen und sucht bei Bedarf ein nahe gelegenes Parkhaus, um eine unnötige, energiezehrende Parkplatzsuche zu vermeiden. Zudem kennt der Z.E. alle Ladestationen, die er mit seiner aktuellen Batteriekapazität noch erreichen kann und hat für Kurzstrecken sogar eine Alternative zu sich selbst dabei: Im Kofferraum steckt ein Elektroroller, der vom Z.E. aufgeladen wird.

Fahrleistungen wie bei einem Benziner

Renault verspricht für seine künftigen Elektroautos dieselben Fahrleistungen wie bei einem Auto mit einem 1,6-Liter-Benzintriebwerk. Den gut 3,80 Meter langen Z.E. treibt ein 70 kW starker Elektromotor über die Vorderräder an, das maximale Drehmoment beträgt 226 Newtonmeter.

Ab Mitte 2011 will der Renault-Nissan-Konzern zwei Elektroautos anbieten, die zunächst nicht so fortschrittlich und ganzheitlich effizient sein werden wie der Z.E.: Auf Basis des Mégane entsteht eine kompakte Stufenheck-Limousine, dazu ein Stadtlieferwagen im Format des Kangoo. Doch schon für 2012 hat Renault ein komplett neu konzipiertes Kompaktklasse-
Elektroauto angekündigt. Bei allen drei Fahrzeugen wird die Reichweite nicht mehr als 200 Kilometer betragen – das genügt nach Meinung von Renault-Nissan, weil 80 Prozent aller Autofahrer pro Tag weniger als 60 Kilometer fahren. Außerdem erwarten die Franzosen, dass es bis 2012 ein ausreichend enges Netz an Stromtankstellen geben wird.

Pilotprojekt in Israel

Um das zu gewährleisten, hat sich der Konzern mit zwei Unternehmen zusammengetan: Electricité de France soll bis zum Jahr 2011 in Frankreich eine flächendeckende Infrastruktur an Stromtankstellen für Renaults E-Autos aufbauen. Zum anderen kooperiert Renault-Nissan mit dem US-Unternehmen Project Better Place. Es hat in Israel begonnen, 200 Batterielade- und -wechselstationen aufzubauen, wo Batterien mit Hilfe von Robotern ausgetauscht werden können. Alternativ stehen 500.000 öffentliche Steckdosen zum Stromtanken zur Verfügung, an denen für die Energie direkt bezahlt wird und zu denen die Autos vom GPS geleitet werden.

Dass die Technik zuerst in Israel startet, liegt an der Struktur des Landes mit seiner kleinen Fläche. Hier genügen geringe Reichweiten, weil 90 Prozent aller Autobesitzer weniger als 70 Kilometer am Tag fahren, 55 Prozent aller Autos sind in der Hauptstadt Tel Aviv zugelassen. Wegen der hohen Zahl der Sonnenscheinstunden sind Solarzellen wichtige Energielieferanten. Pro Jahr, errechnet Renault, erzeugt ein Quadratmeter Paneelfläche 2.000 Kilowattstunden. 15 Quadratmeter würden den Bedarf für eine Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern decken. Mit einem 30-Quadratkilometer-Solarzellenfeld ließe sich demnach der gesamte israelische Fahrzeugbestand elektrisch betreiben.

Im Reigen vieler Elektroauto-Entwürfe ein ambitioniertes Zukunftskonzept mit ganzheitlichem Ansatz.

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