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Rennanalyse GP England

Ferrari mit Auswärtssieg

Foto: dpa 42 Bilder

Als die Schlacht geschlagen war, musste der neue britische Nationalheld einräumen, dass er soeben eine saftige Niederlage einsteckt hatte. Lewis Hamilton gelang es nicht, seine Trainingsbestzeit in den von 85.000 Fans herbeigesehnten Sieg umzumünzen.

09.07.2007 Claus Mühlberger Powered by

Der Brite schlich mit demütigenden 39 Sekunden Rückstand auf Sieger Kimi Räikkönen als Dritter über die Ziellinie. "Ich habe einen Fehler bei der Abstimmung gemacht", verriet der WM-Spitzenreiter. "Das habe ich schon am Samstag (7.7.) gewusst, aber leider kann man ja vor dem Rennen nichts mehr daran ändern." Bei der Abstimmung der Hinterachse beschritt der Brite einen anderen Weg als sein Teamkollege Fernando Alonso. "Normalerweise wählen wir ganz ähnliches Setup", meinte Hamilton. "Heute konnte ich nur noch darauf hoffen, dass die anderen Probleme bekommen."

Hamilton mit Anfängerfehlern

"Ich hatte Probleme auf Speed zu kommen", fasste Hamilton zusammen. Schnell war er, jedoch beim ersten Boxenstopp um ein Haar zu schnell. Beinahe hätte er für eine Kopie des Albers-Slapstick von Magny-Cours gesorgt, als er die Kupplung zu früh kommen ließ. "Das war aber nicht mein erster Fehler in der Formel 1", grinste der Engländer. "Die meisten meiner Patzer sind bloß nicht bemerkt worden."

Nur bis zum ersten Boxenstopp in Runde 16 konnte sich Hamilton auf Platz eins halten. Einen energischen, mit rauchenden Reifen vorgetragenen Angriff von Kimi Räikkönen in Runde 13 parierte er locker, doch dann war´s vorbei mit dem Hamilton-Festival.

Knappe Entscheidung in der Box

Im mittleren Rennabschnitt übernahm Alonso das Kommando. "Wir haben während des Rennens die Strategie geändert", sagte der Weltmeister. "Ursprünglich war geplant, dass ich im letzten Drittel mit den weichen Reifen fahre. Wir hatten aber Angst vor dem Körnen, deswegen haben wir gesagt: Ok, wir nehmen sie im Mittelsektor und fahren dort so kurz wie möglich."

Alonso wusste: "Ich habe nur dann eine Chancen zu gewinnen, wenn ich vor meinem letzten Stopp acht oder zehn Sekunden Vorsprung auf Kimi herausfahre. Leider waren es nur fünf." Damit war der Käse gegessen: Der Finne, der sechs Runden später als Alonso an die Tankstelle kam, übernahm das Kommando, fuhr einem ungefährdeten Sieg entgegen und freute sich diebisch. In skandinavischem Understatement rekapitulierte er: "Nach dem Training war ich nicht happy." Im Qualifying hatte Räikkönen noch mit einem Ausrutscher in der Zielkurve die sicher scheinende Bestzeit versemmelt. "So habe ich es mir heute schwerer als nötig gemacht", schmunzelte der stille Nordmann. "Aber wenigstens hatte mein Fehler im Training keine Konsequenzen."

Massa mit Startproblemen

Wermutstropfen im Siegestaumel für Ferrari: Felipe Massa musste mit Platz fünf hinter BMW-Mann Robert Kubica vorliebnehmen, weil der Motor in seinem Auto am Startplatz abstarb. Für den Brasilianer ging das Rennen deswegen aus der Boxengasse los. Noch Stunden nach dem Rennen forschten die Ferrari-Techniker noch der mysteriösen Ursache.

Für die Zuschauer war Massas Problem von Vorteil: So kamen die Fans in den Genuss, einige Überholmanöver zu erleben. Denn Silverstone 2007 zeigte es erneut. Es ist vermessen auf saftige Actionszenen auf der Piste zu hoffen. Die Formel 1 ist zur Zeit eher eine Delikatesse für Taktik-Liebhaber. Auf Dauer ist das aber schon ziemlich magere Kost.

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