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Rennanalyse GP Kanada

Ein Crash und die Folgen

Foto: Wolfgang Wilhelm 47 Bilder

Der erste Sieg für BMW-Sauber war gleich ein doppelter. Wir blicken in unserer Analyse noch einmal auf die rennentscheidenden Momente.

09.06.2008 Tobias Grüner Powered by

Warum lagen Kubica und Räikkönen nach dem Boxenstopp vor Hamilton?

Der Crash an der Boxenampel kam vor allem durch die zwei sehr schnellen Boxenstopps von Ferrari und BMW zustande. Dabei tankte Kimi als Letzter des Trios am wenigsten nach und kam deshalb parallel mit Kubica vor dem Silberpfeil an die Boxenausfahrt. Hamilton wollte so schnell wie möglich Boden gut machen, stürmte hinterher und realisierte zu spät, dass die beiden Konkurrenten bereits an der Ampel standen.

Während Hamilton den Stopp als "nicht besonders gut" bezeichnete, gab es nach Aussage von McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh nur leichte Probleme mit dem Wagenheber. Hauptgrund für den Zeitverlust sei eher die große Spritmenge gewesen: "Lewis war vor der Safety-Car-Phase der schnellste Pilot im Feld. Wir sind bei der Taktik etwas konservativer vorgegangen", so Whitmarsh. Soll heißen: Hamilton hätte später zum zweiten Stopp kommen können und spätestens dann wieder die Führung übernommen.

Warum crashte Hamilton in Räikkönen?

Wie Whitmarsh nach dem Rennen zugab, habe man Hamilton zwar gewarnt, dass die Ampel auf rot stehen würde, der Funkspruch sei aber wohl "etwas zu spät" gekommen. Dass der Brite ausgerechnet in seinen ärgsten Konkurrenten um den WM-Titel krachte, war keine besondere Absicht, sondern einfach nur Glück für Kubica. Der Fehler kostet Hamilton gleich doppelt: Neben dem verkorksten Kanada GP wird der Brite in Magny Cours in zwei Wochen um zehn Plätze in der Startaufstellung zurückversetzt.

Bei Räikkönen war der Ärger schnell verraucht. "Im direkten Duell können solche Sachen passieren", analysierte der Iceman gewohnt nüchtern. "In Monte Carlo war ich noch selbst Schuld am Ausfall, nun war ein anderer Schuld." Hamilton entschuldigte sich noch während dem Rennen beim Finnen.

Warum crashte anschließend auch Rosberg?

Rosberg kam als Vierter aus seiner Box und orientierte sich an Vordermann Hamilton. Auch er reagierte zu spät und konnte den Aufprall nicht mehr verhindern. "Auf die Ampel habe ich zunächst nicht geachtet", sagte der Williams-Pilot, nachdem die Rennleitung auch ihn mit einer Strafe für das kommende Rennen belegt hatte. Wie schon in Monaco warf Rosberg ein sehr gutes Ergebnis für Williams weg. Da sich auch Nakajima mit gebrochenem Frontflügel frühzeitig verabschiedete, standen die Briten am Ende mit leeren Händen da.

Warum kam Massa zweimal hintereinander in die Box?

Beim ersten Stopp in der Safety-Car-Phase floss wegen eines defekten Dichtrings kein Sprit durch die Ferrari-Tankanlage. Massa musste eine Runde später noch einmal zum Service und verlor entscheidend an Boden. Mit einer beherzten Aufholjagd und Platz fünf betrieb der Brasilianer am Ende noch Schadensbegrenzung.

Warum war Platz acht und ein WM-Punkt zu wenig für Vettel?

Ähnlich wie bei Massa streikte auch bei Toro Rosso die Tankanlage. 13 Sekunden verlor der Heppenheimer nach Informationen des Teams beim Stopp. Nach internen Berechnungen wäre der Youngster, der aus der Box ins Rennen ging, sonst sogar bis auf Platz sechs nach vorne gefahren.

Hätte Heidfeld Kubica mehr Gegenwehr leisten können?

Nach dem Crash von Hamilton und Räikkönen ging BMW auf Nummer sicher und verordnete Heidfeld eine Ein-Stopp-Strategie. Durch das Safety-Car reichte sein Sprit bis Runde 29. Danach ließ man ihn den Rest des Rennens durchfahren um gegen weitere Safety-Car-Phasen abgesichert zu sein.

Kubica war dagegen mit einer konservativen Zwei-Stopp-Strategie unterwegs und musste, um seinen Gewichtsvorteil ausspielen zu können, vorbei an Heidfeld. Der Deutsche hätte den schnelleren Teamkollegen zwar etwas länger aufhalten können, dabei aber den Erfolg des Teams aufs Spiel gesetzt. So wäre bei einem Ausfall Heidfelds möglicherweise ein anderer nach vorne gefahren.

Warum war Kovalainen so viel langsamer als Teamkollege Hamilton?

Heikki Kovalainen kämpfte das ganze Wochenende mit der richtigen Abstimmung. Weder im Qualfying noch im Rennen passte das Setup. Dazu kamen einige Fahrfehler, die den Finnen am Ende auf Rang neun punktlos dastehen ließen. "Das war sicher sein schwächstes Rennen für uns", bilanzierte Whitmarsh anschließend.

GP Kanada: Ergebnis Rennen
GP Kanada: Ergebnis Qualifying
GP Kanada: Ergebnis 2. Freies Training
GP Kanada: Ergebnis 1. Freies Training
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