Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse GP Monaco

Alonso wie ein Champion

Foto: dpa 84 Bilder

Die englische Presse attackierte nach dem totalen Monaco-Triumph der Silbernen McLaren-Chef Ron Dennis und unterstellte Stallregie. Doch die hatte Weltmeister Fernando Alonso gar nicht nötig. Der Spanier und sein Team agierten fehlerlos, was sich nicht für alle Topteams sagen lässt.

28.05.2007 Powered by

Es war Lewis Hamiltons fünfte Podiums-Platzierung im fünften Formel 1-Rennen. Auch wenn der Brite noch nicht gewonnen hat, führt er punktgleich mit Teamkollege Fernando Alonso die Tabelle an. Doch erstmals konnte sich Hamilton nicht über einen zweiten Rang freuen. Er fühlte sich gegenüber Alonso eingebremst.

Grund für den Unmut war die Tatsache, dass sein Renningenieur ihm nach der Qualifikation mitgeteilt hatte, dass Alonso rund zwölfeinhalb Liter Benzin weniger an Bord hätte. So machte Hamilton der verlorene Start nichts aus, seine Zeit würde kommen, wenn der Weltmeister an die Box ging.

Alonso überrascht Hamilton

Doch dann passierten zwei unvorhergesehene Dinge. Alonso fuhr schneller als erwartet. Beim Versuch, den Vorsprung des Teamkollegen in Grenzen zuhalten, überanstrengte Hamilton die Vorderreifen seines McLaren. Die Lücke wuchs auf über sieben Sekunden. Zum zweiten überrumpelte Alonso Hamilton mit einer Spritspartaktik, die er bereits in Melbourne erfolgreich anwandte. Alonso sparte fünf Liter Benzin und konnte so zwei Runden länger fahren als Hamilton erwartete. Als dieser nach seinem ersten Stopp hinter Alonso auf die Strecke kam, war sein Schicksal besiegelt. Zwar konnte er im letzten Drittel schneller fahren als Alonso, doch in Monaco gibt es keinen Weg vorbei. Die Box funkte: "Take ist easy!"

Nach dem Rennen klagte Hamilton: "Ich bin eben der Neuling und trage die Nummer zwei auf dem Auto", und heizte damit die ohnehin skandalbegeisterte  englische Presse an. Ron Dennis reagierte säuerlich. Gerade er bezog in der Vergangenheit häufig Prügel, weil er sich gegen jegliche Stallregie strikt sperrte: "Ich bin ein Racer", sagte er.

Ferrari sah keine Sonne

Die sonst leicht überlegenen Ferrari sahen in Monte Carlo keine Sonne. Kimi Räikkönen versiebte sein Rennen schon mit dem Leitplankentreffer im Qualifying, Felipe Massa machte das Beste aus der Situation und wurde bester Nicht-McLaren.

Den Roten fielen in Monaco drei Dinge auf den Kopf: Der F 2007 schont die Reifen wie kaum ein anderes Auto, doch in Monaco bekamen die Fahrer die Gummis nicht zum Arbeiten. Daraus resultierte neben mangelndem Grip ein lästiges Untersteuern, auf so einem engen Kurs ein tödliches Phänomen. Die McLaren sind eher übersteuernd ausgelegt, was beim Einlenken in den engen Kurven hilft. Schließlich fehlt dem Ferrari durch den langen Radstand im Fürstentum die nötige Wendigkeit.

Renault im Aufwind

Deutlich agiler präsentierte sich dagegen Renault. Der Routinier Giancarlo Fisichella schaffte mit Platz vier das beste Saisonresultat. Ein neuer Frontflügel stellte das Untersteuern des R27 ab und gab den Fahrern mehr Vertrauen ins Auto.

BMW: Rennen verschenkt

Eigentlich wäre wieder einmal Nick Heidfeld für den vierten Rang prädestiniert gewesen. Mit einem guten Start schob sich Quick Nick sofort auf Rang fünf, doch der einzige Topfahrer, der mit weichen Reifen ins Rennen gegangen war, litt schon früh unter Graining. Die körnenden Vorderreifen ließen Heidfeld zurückfallen und zum Hindernis für Nico Rosberg werden.

Das Team stellte sich mit einer konservativen Einstoppstrategie selbst ein Bein. Eigentlich war Heidfeld für zwei Stopps vorgesehen. Das Spekulieren auf eine Safetycar-Phase hatte Sportchef Theissen zur vorsichtigen Taktik verleitet.

Robert Kubica: "Hätte Dritter werden können"

Heidfeld hätte zumindest Fünfter und bester BMW-Fahrer werden können, doch ausgerechnet als Teamkollege Robert Kubica an die Box ging, wurde Heidfeld aufgehalten, weil er die Führenden unter blauen Flaggen passieren lassen musste. "Das waren entscheidende Sekunden", sagte Heidfeld. Teamkollege Kubica ärgerte sich trotz des gewonnen Duells gegen Heidfeld über die Einstoppstrategie. Die BMW waren unter vergleichbaren Bedingungen in Monte Carlo nahezu gleich schnell wie die Ferrari. "Ich hätte Dritter werden können", sagte der Pole.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige