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Rennanalyse Magny-Cours

Doppelsieg für Ferrari

Foto: dpa 46 Bilder

Ferrari hat bei seinem Doppelsieg beim Großen Preis von Frankreich auch das Glück des Tüchtigen auf seiner seite gehabt. Toyota überraschte mit Rang drei, BMW blieb unerwartet blass. Wir blicken in unserer Analyse noch einmal auf die Geschehnisse von Magny-Cours.

23.06.2008 Gregor Messer Powered by

Wieso brach bei Räikkönen der Auspuff ?

Kimi Räikkönen war der dominierende Fahrer in Magny-Cours. Von der Pole Position führte der Finne mit bis zu sieben Sekunden Vorsprung. Doch in der 39. von 70 Runden konnte Felipe Massa seinen Teamkollegen mit Leichtigkeit in Führung gehen. Bei Räikkönen brach zu Rennhalbzeit das Endrohr des Auspuffs direkt an der Stelle, an der das Rohr aus der Motorverkleidung ragt. Abgastemperaturen von über 900 Grad Celsius versengten die Verkleidung, setzten sie aber nicht in Brand. Noch stärker waren die Anbauteile des Motors den erhöhten thermischen Bedingungen ausgesetzt. Dies führte neben der aerodynamischen Beeinträchtigung letztlich auch dazu, dass der Finne zunächst bis zu drei Sekunden langsamer pro Runde fuhr als Massa. Später, nachdem Räikkönen die Motoreinstellung am Lenkrad geändert und er seine Fahrweise angepasst hatte, pendelten sich seine Rundenzeiten um etwa eine Sekunde über denen von Massa ein.

Ist ein solcher Defekt schon einmal aufgetreten?

Dieser Materialdefekt ist nicht unüblich. Michael Schumacher kostete ein gebrochener Auspuff in der Saison 2000 in Monaco den Sieg. Damals versengten die heißen Gase die Hinterrad-Aufhängung. Auch in Barcelona 2004 brach sein Auspuff, doch da waren die Aufhängungen bereits besser gegen die Hitze geschützt. Schumacher gewann.

Warum riefen Renndirektor Charlie Whiting und die Sportkommissare Räikkönen nicht an die Box?

Das im Fahrtwind herumflatternde Rohr stellte eine erhebliche Gefahr dar. Normalerweise wird - ganz gleich, bei welcher Rennveranstaltung - ein Rennfahrzeug mit einem derartigen Defekt von den Sportkommissaren an die Box gerufen, um das lose Bauteil entfernen zu lassen. Nicht so Räikkönen in Magny-Cours. "Uns ist nichts aufgefallen", urteilte der Vorsitzende der Sportkommissare, Alan Donnelly, lapidar. Kritiker sehen hier wieder einmal eine klare Bevorzugung von Ferrari innerhalb der FIA. Und Donelly gilt als getreuer Vasall von FIA-Präsident Max Mosley.

Weshalb blieb Kanada-Triumphator BMW diesmal so blass?

Das wusste BMW selbst nicht. Die Fahrer behaupteten: wir haben die Zeit in den langsamen Kurven liegenlassen. Also dort, wo BMW bislang stark war. Nur Rang fünf für Robert Kubica, das bedeuteten nur vier mickrige Pünktchen nach dem Punkte-Regen von Montreal für BMW mit 18 Zählern. Kubica, von Platz fünf gestartet, konnte bei seinem guten Start sogleich Alonso hinter sich lassen, doch der Spanier konterte noch während der ersten Runde, als er auf der günstigeren Linie Kubica nach der Haarnadelkurve ausbeschleunigen konnte. Der Pole scheiterte mit seinem Überholversuch an dem ebenfalls gut gestarteten Trulli. Kubica hing hinter Trulli fest und verlor dort die Zeit, die er später gebraucht hätte, um zumindest Rang vier zu retten: Bei seinem zweiten Stopp war er gegenüber Heikki Kovalainen um eine halbe Sekunde zu spät. "Schon mein Start war schwierig", bekannte Teamkollege Nick Heidfeld, "ich verlor zwei Positionen. Aber unsere Pace hat offensichtlich auch nicht gepasst."

Wurde Lewis Hamilton nicht gewarnt, Vettel wieder vorbeizulassen?

Titelanwärter Lewis Hamilton ging nach seiner Strafversetzung sehr engagiert ins Rennen. Sein Überholmanöver an Sebastian Vettel in der ersten Runde in der Berauf-Schikane verlief allerdings zu ambitioniert. Hamilton musste über die asphaltierte Auslaufzone ausweichen, was verboten ist. Normalerweise lässt man seinen Konkurrenten kampflos passieren. Hamilton tat dies nicht. Er wurde aber auch nicht von seinem Renningenieur dazu veranlasst. McLaren hat sich wohl wie immer darauf verlassen, alles richtig zu machen. Allerdings haben sich auch nicht der Renndirektor oder die Sportkommissaren gemeldet, die ansonsten dem Kommandostand Bescheid geben. Auch hier bringen Beobachter wieder eine gewisse Ferrari-Nähe der FIA ins Spiel.

Warum blieb Timo Glock ohne Punkte?

Von Startplatz sieben konnte Glock sofort eine Position gut machen. Lange hielt sich der Toyota-Pilot auf Platz sechs. Doch anders als Teamkollege Trulli hatte Glock kein geeignetes Set-up für ein Auto mit vollem Tank gefunden. Zudem beklagte Glock ein starkes Körnen der Reifen, besonders vorne links, sowie eine zu heiße Bremse.

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