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Renschler wollte Mercedes-Chef werden

Daimler-Manager spricht nicht nur mit VW

Andreas Renschler Foto: Daimler

Daimler-Produktionsvorstand Andreas Renschler hat den Konzern verlassen, weil er keine Chance mehr sah, im Unternehmen aufzusteigen. In einem Gespräch mit auto motor und sport sprach Renschler erstmals über die Hintergründe seines überraschenden Rücktritts.

06.02.2014 auto motor und sport

Auslöser sei die Personalrochade im April 2013 gewesen, als Daimler-Chef Dieter Zetsche auf Druck der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat den Vorstand umbauen musste. Wolfgang Bernhard, bis dahin für Produktion und Einkauf bei Mercedes zuständig, war beim Betriebsrat in Ungnade gefallen und sollte mit Renschler tauschen. "Ich musste zustimmen, damit Zetsche wiedergewählt wurde", sagte Renschler auto motor und sport.  Schon damals sei ihm klar gewesen, "dass ich diesen Job nicht auf Dauer mache".

Renschler geht weil Zetsche bleibt

Eigentlich sei sein Karriereziel gewesen, den Posten des Mercedes-Chefs zu übernehmen, den derzeit Daimler-Chef Zetsche in Personalunion ausübt. Als Aufsichtsratschef Manfred Bischof Mitte Januar erklärte, die Entscheidung über den Posten des Mercedes-Chefs werde erst Ende 2016 fallen, sei ihm klar gewesen, dass dies für ihn zu spät sei. "Wir sind im Vorstand praktisch gleich alt", so der 55-jährige Renschler mit Blick auf seine Vorstandskollegen Wolfgang Bernhard (53), Personalvorstand Wilfried Porth (55), Finanzvorstand Bodo Uebber (54) und China-Vorstand Hubertus Troska (53). Für Renschler war offensichtlich: Wenn Zetsches Vertrag noch einmal verlängert wird, "dann sind wir alle zu alt für die Nachfolge".

Jetzt will Renschler zunächst die Angebote sichten und bestätigte, dass er nicht nur mit VW über einen Wechsel spreche, sondern auch mit anderen Unternehmen aus der Automobilbranche. Allerdings habe er keinen Zeitdruck und werde erst Anfang nächsten Jahres eine neue Aufgabe übernehmen.

Daimler verlässt Renschler, der seit 1988 bei Mercedes war und zum Urgestein unter den Managern zählt, ohne Groll. "Es waren schöne 26 Jahre, es hat Spaß gemacht. Und Daimler ist ein tolles Unternehmen."

Weitere Themen in auto motor und sport - Heft 4/2014 - ist ab dem 6.2.2014 im Handel.

Der neue Audi A4 im ersten Vergleich mit der Mercedes C-Klasse + Hyundai i10 schlägt etablierte Kleinwagen-Konkurrenz + BMW i8: Ist er der neue M1? + Erster Fahrbericht vom neuen Mini.

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