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VW Citi Golf

Der VW Golf-Urahn lebt weiter

VW Golf Citi Foto: press-inform 19 Bilder

Peugeot reanimiert in diesen Tagen den Peugeot 206 mit dem Namenszusatz "Plus" als Billigmodell. Damit wandelt der betagte Franzose auf den Spuren der ewigen Nummer eins. In Südafrika wird der VW Golf I als Citi Golf immer noch gebaut.

24.02.2009

An sich sollte im Herbst vergangenen Jahres endgültig Schluss sein. "Es geht um die Sicherheit. Der alte Golf Citi hat weder Airbags noch ABS", berichtet Derek Bester, Chefverkäufer des Volkswagen-Autohauses im namibischen Swakopmund, "doch jetzt geht es erst einmal weiter."

Ungeahnter Erfolg

Umgab den VW Käfer einst das charmante Motto "er läuft und läuft und läuft", so ist der eigentliche Dauerläufer im Hause Volkswagen der Golf Generation I. Hierzulande wurde er bereits im Jahre 1983 abgelöst. Mittlerweile steht in Europa die sechste Generation in den Schaufenstern. Die kommt mit einem halben Jahr Verspätung auch in afrikanischen Staaten wie Namibia oder Südafrika auf den Markt.

Doch der Bestseller ist nach wie vor der Golf Citi. "Das Fahrzeug erfreut sich dort immer noch einer regen Nachfrage", so Volkswagen-Sprecher Christian Haacke, "entsprechend wird es auch weiterhin produziert und angeboten. Als Ergänzung dazu werden wir den neuen Golf VI im Mai 2009 in Südafrika vorstellen."

Gedacht war das Projekt Citi Golf eigentlich anders. Nach dem Produktionsstart des Golf I im Jahre 1978 tat sich der Nachfolger Golf II bei seiner Markteinführung im Süden Afrikas ungeahnt schwer. Zwischen Kapstadt und Swakopmund stand der europäische Bestseller nach der Ablösung vor 25 Jahren wie Blei in den zumeist karg möblierten Schauräumen. Die Volkswagen-Konzernspitze musste handeln. Für die afrikanischen Staaten benötigte man kurzfristig ein ebenso preiswertes wie robustes Ersatzauto. Der VW Golf der ersten Generation, bei uns im Jahre 1974 als Käfer-Nachfolger vorgestellt, sollte es richten.

So wurde die Produktion im Werk Uitenhage, unweit vom Kap der Guten Hoffnung, im Jahre 1984 kurzerhand wieder aufgenommen. Bis heute wurden die Bänder nicht abgestellt. Im Gegenteil: Jahr für Jahr musste Volkswagen die Kapazität des zum Golf Citi deklarierten Klassikers hochfahren. Wurden anfangs 340 Autos pro Monat auf die schmalen Räder gestellt, waren es Ende der 80er schon 780. Nach runden zehn Jahren kam das Werk auf eine Gesamtproduktion von über 110.000 Fahrzeugen. Im Jahre 2005 durchbrach der Golf Citi mit 28.000 Zulassungen seine eigene Rekordmarke. Seit Jahr und Tag hält sich der kantige Citi unter den besten fünf Fahrzeugen der Zulassungsstatistik.

Bunte Mischung im Innenraum

Für Derek Bester, Chefverkäufer bei Volkswagen Swakopmund, ist der Citi gerade in der Billigversion "Chico" unverzichtbar. Von den 20 Fahrzeugen, die er in einem guten Monat verkauft, ist jeder zweite ein Citi. "Der Wagen kostet umgerechnet rund 6.000 Euro", so Bester, "das können sich viele hier in Namibia gerade noch leisten." Wer dem Citi-Golf in die Augen schaut, wird kaum Unterschiede zum im Jahre 1983 eingestellten Golf I feststellen. Die Front wirkt mit anderer Schürze, Kühlegrill und modifizierten Scheinwerfern bulliger als der Erstling aus den 70ern. Viel mehr ist kaum zu erkennen.

Eine Kante an der C-Säule und modernere Rücklichter - das war's bereits. Im Innenraum sieht es jedoch ganz anders aus. Hier findet man einen bunten Mix von Bauelementen  anderer Volkswagen-Modelle wie VW Polo, Golf III und Golf Cabriolet. Das Lenkrad stammt aus dem VW Lupo und das Armaturenbrett konnte man auch schon in einem Skoda Fabia bewundern.

"Der Wagen hatte bis vor kurzem immer noch einen Choke", zeigt Derek Bester in dem Vorführmodell auf den unscheinbaren Griff neben dem Lenkrad, "die Leute haben sich daran gewöhnt und wollen nicht darauf verzichten." Müssen sie aber. Die neuen Modelle schaffen die Schadstoffklasse Euro 2. Der Choke hat im aktuellen Modelljahr daher ausgedient. Airbags, elektrische Fensterheber, Soundsystem und ABS interessiert in südafrikanischen Staaten wie Namibia oder Südafrika in dieser Fahrzeugklasse niemanden. Auf den Straßen sieht man unzählige Billigmodelle mit Namen Chico.

Kein Wunder. Denn reparieren kann einen Citi Golf im Süden Afrikas jede Autowerkstatt. Viele Modelle haben 300.000 oder mehr Kilometer auf der Uhr. Gab es ehemals gerade drei Farben, so ist der Citi mittlerweile in zehn Farben zu bekommen. Besonders beliebt weiß und schwarz.

Topversion mit 101 PS

Der Kunde kann sich neben den Farben zwischen drei Motorisierungen entscheiden. Der Brot-und-Butter-Golf ist der 78.200 Rand teure Golf Citi 1.4i mit 75 PS. Etwas sportlicher sieht es mit dem CitiStorm 1.4i mit 87 PS aus. Der schafft 170 km/h Spitze und verbraucht gute neun Liter Benzin auf 100 Kilometern. Angesichts des kargen Leergewichts von nicht einmal einer Tonne sind sportliche Fahrleistungen kein Problem. Neben Colorglas, Dreispeichenlenkrad und vier Türen sind ein Radio und eine Klimaanlage der einzige Komfort.

Der größere Golf VeloCiti 1.6i mit 101 PS läuft nach Tacho bereits über Tempo 200. Real schafft der umgerechnet knapp 9.000 Euro teure Frontriebler 180 km/h. "Hiermit passieren jedoch viele Unfälle", erzählt Derek Bester, "gerade am Wochenende." Wer will, kann seinen CitiRox oder CitiSport mit Alufelgen, Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern oder karierten Sportsitzen ausstatten. Der jetzt auslaufende Golf V bietet den bekannten Komfort, kostet jedoch fast das Dreifache.

Bleibt abzuwarten, wie lange Volkswagen den Citi Golf noch produzieren lässt. Mit dem aufgefrischten Peugeot 206+ hat man zunächst einen prominenten Nachahmer aus Europa gefunden. Weil der aktuelle Peugeot 207 für einige Märkte und für manche Kunden zu groß und teuer ist, erlebt der millionenfach produzierte 206 seinen dritten Frühling - im Gegensatz zum Citi Golf auch in Deutschland.

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