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Reportage: Jeep Club Deutschland

Ein Oskar für Rudi

Foto: Popp 21 Bilder

Über dem Jeep Camp, dem jährlichen Treffen im Harz, liegt der Glanz von Hollywood. Amerikanischer und zugleich familiärer könnte die Party kaum sein

04.07.2008 Powered by

„The Winner iiiis - Rudi Kleinke!“ Dieser Ausruf weckt bei dem Unternehmer aus Ronnenberg nahe Hannover Erinnerungen an Hollywood. Dort erhielt er vor wenigen Wochen einen Oscar. Nein, Rudi ist kein Schauspieler, auch kein Regisseur. Er bekam die berühmteste Filmauszeichnung der Welt in der Kategorie für die besten technischen Spezialeffekte.

In seiner Firma Ottec Technology stellt er Nebelmaschinen für die Unterhaltungsindustrie her. Das Besondere: Die Apparate - sie hören auf den Namen Tiny Fogger - sind so klein, dass sie für den Zuschauer vollkommen unsichtbar in Requisiten und sogar in Kostümen versteckt werden können. Rudis Miniaturgeräte nebelten erfolgreich in Filmen wie „Mission Impossible 3“ und „Fluch der Karibik“. Zur Feier in Beverly Hills musste der Niedersachse einen Smoking anlegen. Beim „zivileren“ jährlichen Pfingst treffen des Jeep Club Deutschland (JCD) in Ballenstedt (Sachsen-Anhalt) kommt für ihn bei der abendlichen Country-Party vollkommen unvorbereitet die Bitte, mal eben auf die Bühne zu kommen. Da steht er nun dort oben, nicht im edlen Schwarz, sondern in Jeans und mit Weste. Noch ahnt er nicht, was ihn erwartet.

Club-Chef Peter Sander hatte nämlich erfahren, dass es der Oscar-Verleihung im Februar an etwas Entscheidendem mangelte - an einem Oscar! Denn anders als die Künstler erhalten Techniker nur eine Urkunde und keine gold-schimmernde Trophäe. Das brachte Sander auf eine Idee: „Für unser Clubmitglied lassen wir nachträglich einen Oscar anfertigen.“ Da die Filmindustrie penibel auf ihre Rechte pocht, heißt dieser Oscar nun Oskar, um möglichen Klagen vorzubeugen. Auch ein Schwert hält er nicht in den Händen. Für einen Jeeper wie Rudi viel wertvoller - die Inschrift: „… and the oskar goes to rudi! Deine Freunde vom JCD.“

Mit ihm freuen sich über 400 Teilnehmer, die es in diesem Jahr am Tor zum Harz wieder richtig krachen lassen. Zum zehnten Mal. Die meisten der rund 200 Fahrzeuge sind Wrangler. Ganz klar: Mit denen lässt sich am ehesten der „schwarze Parcours“ bewältigen. Mehrere Meter tiefe Kuhlen mit fast senkrechten Wänden aus lockerem Sand - wer da wieder raus will, braucht Allrad, Sperren, Untersetzung, Bodenfreiheit und einen möglichst kurzen Radstand. Damit kann der zweitürige Wrangler dienen. Auch seine Vorgänger CJ5 und CJ7 sieht man hier erfolgreich hoch- und runterkraxeln. Serienmäßige Grand Cherokee oder Commander haben jedoch keine Chance. Für sie gibt es etwas einfachere, aber immer noch anspruchsvolle rote Strecken und für Offroad-Einsteiger ein leicht zu eroberndes blau markiertes Terrain.

In Ballenstedt wird aber nicht nur gewühlt, was das Zeug hält. Die meisten Mitglieder sind mit Kind und Kegel hier - Jeeper sind eben Familienmenschen. Und so kommen bei der Roadbook-Tour alle auf ihre Kosten. Sie führt über einsame Wege durch blühende Rapsfelder zur Huysburg bei Halberstadt (www.huysburg.de). Die beherbergt nicht nur das 1080 gegründete Benediktinerkloster nebst Pfarrei, sondern auch ein kleines Hotel. Ganz in der Nähe bei Aspenstedt liegt der private Offroadpark des Hill Hopper Club. Auf dem rund drei Hektar großen Gelände gibt es alles, was sich ein Jeeper wünscht: steile Hänge, Schlammlöcher, Lehmboden, Wasserdurchfahrten, feinen Sand und rutschigen Rasen. Für kleines Geld erhält man hier auch frische Bratwurst und Steaks vom Grill.

Bevor es wieder auf die Straße geht, spritzt die Freiwillige Feuerwehr Aspenstedt die vollkommen verschmutzten Fahrzeuge ab. Von hier aus lohnt sich ein Abstecher nach Quedlinburg mit seinen 1300 - überwiegend restaurierten - wunderschönen Fachwerkhäusern. Zum zwölften Mal lädt der Weltkulturerbe-Ort zum Kaiserfrühling ein, einem Mittelalter-Spektakel. Übrigens: Wer einen Jeep sein Eigen nennt - der Club (www.jeep-club.de) freut sich über jedes neue Mitglied. Auch dann, wenn er kein Oscar-Gewinner ist.

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