Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Reportage: Lada Niva Treffen

Unser Herz schlägt russisch

26 Bilder

Das 10. Lada Niva-Treffen in Lauchhammer – ein Fest für Nostalgiker und Heißsporne. Die Autobauer aus der Niva-Heimat Togliatti schicken inzwischen echte Profis ins Rennen.

16.07.2008 Powered by

Ein hellblauer Lada 2121 1600 steckt fest. Das linke Hinterrad steht derart hoch in der Luft, dass ein weiterer Reifen problemlos darunter durchrollen könnte. Der erste Wettkampf-Trial des 10. Internationalen Lada Niva-Treffens ist noch nicht mal gestartet, da droht Manfred Adelmann und seinem 93er Niva schon das Aus. Er hat sein Auto an einem Steilhang verkantet. Die Ideallinie hat der Crossfreund zwar vor Augen – doch längst nicht mehr unter den Rädern. Den Geländeroutinier hat die für ihn sonst übliche Gelassenheit verlassen: Sein Puls rast. Die „grüne Hölle“ des Nordrings von Lauchhammer führt den 61-Jährigen an seine Grenzen. Nur Millimeter für Millimeter kann er sich wieder freifahren. „Ein Lada Niva kippt nicht so schnell“, beruhigt Adelmann auch sich selbst, als er die Kontrolle über seinen Niva zurückgewonnen hat. Das kleine Abenteuer ist eine von vielen Geschichten, die abends am Lagerfeuer auf dem Campingplatz die Runde machen. 60 Lada Niva sind zum Treffen in die Niederlausitz gekommen.Der Norweger Ronny Wamstad hat 1224 Kilometer zurückgelegt, um beim Jubiläum im ehemali¬gen brandenburgischen Bergbaugebiet nördlich der Sachsenmetropole Dresden dabei zu sein. Mit seinem 21-jährigen Lada Niva Standard 1.7 hat er schon einiges durchwühlt, nun will er den Nordring knacken. Die Strecke liegt ihm. Lässig klettert sein Russe auf dem 1,6 Kilometer langen Rundkurs die Steilhänge hoch, hält in extrem schwierigen Abschnitten die Spur. Wamstad jagt Runde für Runde zielsicher durchs Wasserloch und gewinnt das Rennen in der Kategorie Trial Serie. Der kernige Norweger schwärmt: „Mir gefällt bis heute die traditionelle Kastenform, außerdem ist der Wagen robust, günstig und leicht zu reparieren.“ Sein wendiger Niva-Oldie habe ihn nie im Stich gelassen, betont Wamstad, weder als Transporter in den Bergen noch als Schneeräumfahrzeug im harten skandinavischen Winter – und da ist der Offroader nicht nur vor seinem Haus im Einsatz, sondern vor den Türen der gesamten Nachbarschaft. Ein anderer Geländewagen als ein Niva kommt für ihn nicht in Frage, „denn ein Toyota, eine Mercedes G-Klasse und auch ein Jeep sind einfach zu teuer.“ Die Trophäe für die weiteste Anfahrt haben jedoch andere bekommen: Eine russische Delegation ist aus der Lada-Heimat Togliatti angereist – inklusive Werksfahrer und Werkswagen. Der Weg führte über Moskau und St. Petersburg, per Schiff weiter bis Hamburg und von dort wieder über Asphalt bis nach Südbrandenburg – insgesamt 3200 Kilometer.

Immer wieder hören die russischen Profis die gleiche Frage: Wird 2009 wirklich der letzte klassische Niva vom Band laufen? Sie haben gute Nachrichten im Gepäck. „Wir durften als erste erfahren, dass der Niva in einer technisch optimierten Version bis 2012 weiter gebaut wird“, gibt Lionel Adelmann, Präsident der Lada Niva-IG Deutschland und Sohn des Fahrers Manfred Adelmann, erfreut bekannt.Die Niva-Interessengemeinschaft war vor knapp zehn Jahren mit 13 Fahrzeugen gestartet, mittlerweile zählt der Club 290 Mitglieder. Monika Hermann aus Rosenheim fasziniert die bunte Mischung in der Niva-Familie: „Bei uns geht es quer durch alle Gesellschaftsschichten, da wird kein Unterschied zwischen Arbeiter und Professor oder zwischen Ost und West gemacht.“Auch junge Heißsporne fahren Niva – wie der 21-jährige Patrick Bleil aus Leipzig. Er hat einen auf Glanz polierten Niva Einspritzer mit verchromten Rädern – als Stadtauto zum Vorzeigen. Es kommt auch als Zugfahrzeug für den 95er Renn-Niva zum Einsatz, seinen zweiten Lada. Der hat längere Federn, Gasdruckstoßdämpfer, Geländereifen, Überrollbügel, Hosenträgergurte, „und ich habe auch ein bisschen am Motor geschraubt“, verrät Bleil. Bei der Zeitprüfung der „verbesserten Fahrzeuge“ muss er sich dieses Mal noch Marian Menzel aus Gera geschlagen geben. Doch beim 24-Runden-Rennen auf dem Nordring Ende August will er wieder mitfahren – dann wird die Konkurrenz allerdings noch größer sein, denn für dieses Rennen sind alle Marken zugelassen. „Ein gut präparierter Niva kann selbst da vorn mitfahren“, meint Lionel Adelmann selbstbewusst. Fehlende Anerkennung in der Geländewagen-Szene scheint alle zu ärgern. Niva-Fahrer sind stolz auf ihren kantigen Offroader – Manfred Adelmann sagt, warum: „In unserer Brust schlägt ein russisches Herz.“

Weitere Infos zur Lada Niva Interessensgemeinschaft finden Sie hier >>

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Autokredit berechnen
Anzeige