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Restaurierungslexikon (178)

Rad-Last

Ein einziges Schlagloch genügt - schon ist die Beule im Rad. Doch mancher Schaden lässt sich heute wieder beheben.

05.04.2007 Thomas Wirth Powered by

Mitunter spurt man ihn ja schon im Augenblick davor. Und weiß: Gleich kommt der dumpfe Schlag. Schuld sind gefräste Asphaltdecken oder Frostaufbrüche. Oder hervorstehende Kanaldeckel und manchmal auch Gegenstände, die besser nicht auf einer Straße lägen, es aber dennoch tun. Das Malheur lässt sich oft nicht sofort erkennen. Denn meist trifft es den inneren Felgenrand, der schlechter ausgesteift und deswegen weicher ist als der vordere.

Viele Dienstleister bieten Reparaturen an

Über die Frage, ob man beschädigte Räder richten sollte, gehen die Meinungen weit auseinander. Die Hersteller lehnen eine Reparatur für einteilige Konstruktionen derzeit noch ab.

Firmen, die entsprechende Dienstleistungen anbieten, gibt es inzwischen aber einige. Die Verfahren, nach denen die Betriebe arbeiten, funktionieren meist nach einem Schema: Erst wird das Rad erwärmt, um dann die Beule im Felgenhorn mittels Pressen so weit wie möglich zurückzuverformen.

Abdrehen nimmt Material des Rades weg

Doch der Rundlauf, der sich so herstellen lässt, liegt fast immer außerhalb der heute üblicherweise vorgesehenen Toleranzen. Um die Maße dennoch einzuhalten, werden die Räder nach dem Richten nicht selten auf der Drehbank überarbeitet: Dabei werden Reifenaufsitzbereiche am äußeren und inneren Felgenhorn überdreht. Dann folgt ein Plandrehen der Auflagefläche des Rades, um das Torkeln zu unterbinden.

Das Risiko ist groß

Kein Wunder, dass diese Methode in der Kritik steht. Denn das Abdrehen nimmt Material des Rades weg - noch dazu in seinen sensibelsten Bereichen. Die Folgen sind nicht abschätzbar.

Inzwischen bietet sich ein weiteres Verfahren an

Es verzichtet auf jede Form der Spanabhebung und verspricht dennoch, dass ein Leichtmetall- oder Stahlrad nach dem Richten alle Toleranzen einhält. Sein Erfinder, Stefan Mertens, formt den Schaden auf dem Weg zurück, wie er entstanden ist - nur in entgegengesetzter Richtung.

"Wir behandeln das Rad als das, was es ist - ein zusammenhängendes System", sagt er. Warmrückrollen hat er sein Verfahren genannt und zum Patent angemeldet. Auf Wunsch liefert er Röntgenbilder des reparierten Bereichs mit. Mertens hat den TÜV mit der Überprüfung von ihm reparierter Räder beauftragt - das Ergebnis war überzeugend. Doch auch sein Verfahren ist noch keine offiziell anerkannte Reparaturmethode. Daran arbeitet er zurzeit, unterstützt von namhaften Versicherungsgesellschaften.

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