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Restaurierungslexikon (180)

Metall-Feinguss

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Bauteile aus Feinguss lassen sich heute problemloser und schneller nachfertigen als früher. Nur der hohe Preis schmälert die Freude über die Möglichkeiten.

13.06.2007 Thomas Wirth Powered by

Blech lässt sich mit dem nötigen Geschick in die richtige Form treiben. Holz kann man sägen und feilen, Leder schneiden und nähen. Teile aus Guss jedoch lassen sich mit herkömmlichen Mitteln nicht so einfach herstellen. Notwendig ist dies aber immer wieder. Denn schon die ersten Automobile besitzen Gussteile - Motorblöcke und Getriebegehäuse, aber auch Halterungen oder Zierteile. Kein Wunder, denn die Idee, Metall per Guss in die gewünschte Form zu bringen, ist bereits über 5.000 Jahre alt.

Ideal für Nachfertigung filigraner und komplexer Bauteile

Selbst komplexe Formen lassen sich auf diese Weise duplizieren. Für filigrane Teile, bei denen Maßhaltigkeit und Oberfläche zählt, bietet der Feinguss ideale Lösungen. Nun wird der Hilfe suchende Oldtimerfahrer bei einem Produzenten von Serienteilen wenig Glück haben, wenn er ein rostfurchiges, pickliges und zerbrochenes Gussteil nachfertigen lassen möchte. Mehr Erfolg versprechen dagegen Spezialisten für Rapid Prototyping: Diese Firmen sind darauf spezialisiert, Einzelstücke oder Kleinstserien herzustellen. Ihre Kunden sind meist Unternehmen, die vor Anlauf einer Serienfertigung bestimmte Komponenten als Echtteil im Einsatz testen wollen.

Für Anwendungen im Bereich des Rapid Prototyping gibt es heute kompakte Anlagen, die auf diese besonderen Bedürfnisse abgestimmt sind. Sie eignen sich ideal für die Reproduktion von Feingussteilen in Kleinstserien. Zudem sind sie dank neuer Technologie deutlich schneller herzustellen als mit konventionellen Verfahren, bei denen sich die Trocknungszeit des Schalenaufbaus auf bis zu zehn Tage addiert. Heute ist dank der innovativen Trocknungssysteme ein Gussteil bereits nach nur einem Tag fertig.

Schneller und günstiger dank High-Tech

Kernproblem war stets das Wachsmodell, um das mit einer Bindersuspension und Sand Schicht um Schicht die Gussform entsteht. Mit Wärme ließe sich die Trocknung der entstehenden Form beschleunigen, doch das Wachs würde dabei teigig werden und seine Form verlieren. Ein neues Verfahren nutzt nun, unterstützt von Sensoren und Software, exakt gesteuerte Wärme und verwirbelte, getrocknete Luft. So können die feuchten Sandschichten schnell und sicher getrocknet werden.

Die Technologie sorgt zudem dafür, dass die entstehende Schale, die am Schluss mindestens sechs Millimeter misst, deutlich weniger rissempfindlich ist. Dies gilt besonders beim Ausschmelzen des Wachses, wenn die fertige Form für den Guss vorbereitet wird: Denn das Wachs hat die schlechte Eigenschaft, sich erst etwas auszudehnen, bevor es flüssig wird. Nur eine ausreichend feste Form kann diesen Kräften entgegenwirken.

Revolutionär schnell und präzise ist diese neue Technologie, zudem spezialisiert auf kleinste Stückzahlen. Doch mit günstigen Preisen locken kann sie nicht - die modernen Maschinen kosten Geld, die Arbeit sowieso. Wie meist bei Nachfertigungen lohnt es sich auch hier, über eine kleine Auflage nachzudenken. Es macht einen großen Unterschied, ob eines oder beispielsweise sechs Teile nachgefertigt werden. Dann lassen sich Kosten, wie sie für die Silikonform anfallen, umlegen.

Jeder Kratzer des Urmodells ist sichtbar

Generell muss ein Urmodell vorhanden sein. Dabei reicht es allerdings nicht, einfach zum Original zu greifen. Denn alle seine bisherigen Spuren werden bei der Herstellung der Negativform aus Silikon bis ins Detail abgebildet - jeder Kratzer und Riss, jede Rostpustel oder jeder Ausbruch würden sich wiederfinden.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Zum einen kann das Original geschweißt oder gelötet werden. Auch Spachteln ist eine Alternative. Die Oberfläche muss so bearbeitet sein, dass sie die Glätte aufweist, wie sie für das Neuteil gewünscht ist.

Existiert das Teil nicht mehr, hilft nur ein Nachbau. Als Basis eignen sich Modellbaukunststoffe, Holz und Metall. Selbst die Stereolithographie als eine Art dreidimensionales Druckverfahren bietet interessante Lösungen - doch dazu müssen alle Daten des Bauteils zunächst in digitaler Form vorliegen.

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