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Retro Classics-Highlights Teil 1

Schnelllaster, Bulldogs und Flügeltürer

Retro Classics 2014, Privatmarkt Foto: Kai Klauder 25 Bilder

Die Retro Classics-Favoriten der Redaktion - Teil 1: Er hat Platz für 8, ist viel exklusiver als ein Mercedes 300 SL und kostet nur einen Bruchteil davon. Die Auflösung des Rätsels und 5 Tipps von Kai Klauder zur Retro Classics 2014.

14.03.2014 Kai Klauder Powered by

Tipp 1: Das besondere Auto auf der Retro Classics

Die Plakette "Kavalier der Straße" der Mittelbayerischen Zeitung trägt der DKW stolz auf seiner Motorhaube. Er hat sich diesen Titel bestimmt verdient - ebenso meinen Tipp des "besonderen Angebots" auf der Retro Classics 2014. Abseits der grandiosen Ausstellung der französischen Klassiker im Atrium steht der kleine DKW F800 Fensterbus von 1956 in Halle 8.

Sein Zustand ist traumhaft original, an einigen Stellen sieht man, wie der einstige Besitzer die Macken im Lack ausgetupft hat, der wenige Chrom ist angelaufen, die Alu-Druckgussteile werden von einem feinen weißen Belag veredelt. Feine Risse mäandern an einigen Ecken und Kanten, die grundierung schimmert an vielen Stellen durch und die Plaketten "DKW 3=6", "Auto Union" zeugen von gewissem Stolz.

Der Wagen erinnert mich an die Erzählungen meiner Mutter und Oma. Letztere hatte sich nach Vertreibung und Flucht mit meinem Opa eine kleine Existenz aufgebaut: einen Gemüseladen in Ellwangen. Stolz erzählten sie mir von ihrem ersten Lieferwagen - eben einem DKW F800. Unter der Woche - die damals mindestens 6 Arbeitstage hatte - wurde der Wagen hart rangenommen, doch am Sonntag wurden die Familienausflüge herbeigesehnt. Dafür wurde die Ladefläche des Kastenwagens frei gemacht und der DKW mit einfachen Küchenstühlen bestuhlt. Und los ging es - mit bis zu 70 km/h und lachenden Kindern auf den kippeligen Sitzgelegenheiten - zur weit verstreuten Verwandschaft.

Das Exemplar auf der Retro Classics ist da schon schierer Luxus: Der 1956er Typ 3 besitzt drei Sitzreihen. Seit 1987 ist der Wagen trocken eingelagert, die Angabe "kein Rost" ist zwar mutig, doch das macht gar nichts, denn das bisschen gehört zum guten Ton in diesem Zustand. Der Preis erscheint mit 15.950 Euro nicht zu hoch.

Tipp 2: automobilhistorisch besonders wertvoll

Ebenfalls in Halle 8 gibt es wahrlich historisch wertvolles zu sehen, die Sonderschau "Traktorwelten", die Landmaschinen - in erster Linie Traktoren und Schlepper präsentiert. Und die einen besonders tiefen Einblick bietet: Anhand zahlreicher Schnittmodelle lässt sich die zum Teil simple, zum Teil sehr aufwändige Technik studieren. Ob Zweitakt-Dieselmotoren, selbsttragende Konstruktionen von 1916 oder Halbdiesel - hier gibt es viel zu entdecken. 

Mehr zeigen wir in unserer Fotoshow.

Tipp 3: Die Überraschung der Retro Classics 

Mercedes 300 SL Flügeltürer: Dieser Tipp mag einige verwundern, doch in diesem Zustand, wie er auf dem Mercedes-Clubstand in Halle 7 zu sehen ist, ist die Präsentation ein Novum. Wo sonst perfekt restaurierte 300 SL gezeigt werden, steht in diesem Jahr ein Flügeltürer im Originalzustand. Dieser 300 SL stammt aus England und durfte in Würde altern. Die Gelegenheit sollte auf jeden Fall genutzt werden, denn wer weiß schon, wann man wieder mal einen unrestauriertes Exemplar zu Gesicht bekommt. Der Trend zum Erhalten des unwiederbringlichen Originalzustands und zur Patina ist also auch in Stuttgart nachhaltig angekommen.

Tipp 4: die Rarität auf der Retro Classics 2014

In Halle 1 ist der nächste Anlaufpunkt, der Stand der Passione Engadina, einem "Autorenntreffen", bei dem nur italienische fahrzeuge bis Baujahr 1984 zugelassen sind. Zu dem Event gibt es hier mehr Informationen, doch mir geht es in Halle 1 um den Wagen, der dort zu sehen ist: Ein rechtsgelenkter Maserati 300 S Fantuzzi Short Nose von 1955. Der Wagen mit Chassisnummer 3051 dürfte in dieser Kombination einzigartig sein. Zudem soll sich um den ersten gefertigten 300 S handeln, der am 27. Dezember 1954 von Briggs Swift Cunningham bestellt wurde, einem amerikanischen Sportler, Rennfahrer und Konstrukteur sowie Rennteambesitzer.

Der vermögende Amerikaner hatte gleich drei Exemplare des 300 S bei Maserati USA in Auftrag gegeben, einen für Bill Lloyd - den Vetter seiner Frau (Chassisnummer 3051), einen für sein Rennteam (3052) und einen für seinen Freund, den Rennfahrer Bill Spear. Bill Lloyd setzte den Maserati 300 S in der Saison 1955 bei zahlreichen Rennen ein. 

Jetzt, fast 60 Jahre später steht er recht unauffällig auf der  Retro Classics in Stuttgart. Unbedingt anschauen!

Tipp 5: Der beste Kaffee, die beste Pause

Es ist ja schon lange kein Geheimnis mehr: AM Motor Klassik-Stand in Halle 3 gibt es erstens den besten Kaffee der Retro Classics, zweitens die besten Benzingespräche und drittens die nettesten Service-Kräfte. Und Hefte, Bücher, Automobilia und die berühmte Abo-Tasche gibt es auch. 

Kommen Sie vorbei, setzen Sie sich und lassen Sie uns reden!


 

 

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