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Rieck

"Wir sind keine Marktanteilsfetischisten"

Foto: Skoda

Skoda-Deutschland-Chef Alfred E. Rieck über den Ausbau des Händlernetzes, des Absatzes und der Belegschaft in der Weiterstädter Importeurszentrale.

01.09.2007 Harald Hamprecht

Herr Rieck, Sie sind eine von nur zehn Marken in Deutschland, die von Januar bis Juli ihre Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr steigern konnten - und zwar um 5,8 Prozent. Werden Sie das für das Gesamtjahr halten können?
Rieck: Wir rechnen mit einer leichten Steigerung - bei etwa gleich bleibenden Marktverhältnissen. Unser Auftragsbestand liegt aktuell zirka zehn Prozent über dem  Vorjahresniveau, allerdings spüren auch wir die Kaufzurückhaltung im Markt. Wir rechnen mit einer Steigerung auf zirka 120.000 Fahrzeuge, was einem  Marktanteil von ca. 3,7 Prozent entspräche. Einer der Gründe für diese zurückhaltende Einschätzung sind nicht zuletzt Lieferengpässe. Die Wartezeit für unseren Roomster liegt derzeit bei acht bis neun Wochen, für den Fabia bei zwölf bis 13 Wochen.

Welches Absatzvolumen erwarten Sie bis 2010?
Rieck: Bei normalen Rahmenbedingungen sollten wir auf 150.000 bis 160.000 Einheiten kommen. Wir setzen auf organisches Wachstum. Wir wollen weder unsere eigene Organisation, noch unsere Händler und schon gar nicht unsere Kunden überfordern.

Wie weit wird Ihr Händlernetz wachsen?
Rieck: Heute haben wir 539 Vertriebspartner in Deutschland. Bis Jahresende werden es etwa 570 - und bis 2009 - in der letzten Ausbaustufe - etwa 660.

Wird auch Ihre Belegschaft mitwachsen?
Rieck: Dieses Jahr werden wir unser Personalstärke von 234 auf 247 Mitarbeiter ausbauen, Ende 2008 rechnen wir mit rund 260. Das ist dann die Kopf stärke, die wir brauchen, um die Zukunft zu gestalten.

Kommen wir zurück zu diesem Geschäftsjahr: Wie verteilen Sie die für 2007 erwarteten 120.000 Einheiten auf Ihre vier Modellreihen?
Rieck: Beim Fabia und beim Octavia erwarten wir jeweils etwa 50.000 Einheiten, beim Roomster rund 16.000, beim Superb bis zu 3.500 und beim Praktik 1.500.

Im ersten Halbjahr waren Sie die Nummer 2 unter den Importeuren in Deutschland vor Renault und nach Toyota. Wann überschreiten Sie die Vier-Prozent-Marktanteil? Und wann werden Sie die Nummer 1 unter den Importeuren?
Rieck: In den neuen Bundesländern sind wir es längst: Mit einem Marktanteil von knapp neun Prozent sind wir dort sogar die Nummer 2 nach Volkswagen in der gesamten Neuzulassungsstatistik. Wir sind allerdings nicht nur kurzfristig orientiert und auch keine Marktanteilsfetischisten. Dieser derzeitige Wettkampf mit Preiskämpfen ist für uns nicht die Richtung. Kurzfristige Zulassungserfolge können langfristigen Schaden anrichten - sowohl bei der Rendite unserer Vertriebspartner, wie auch bei den Restwerten der Kundenfahrzeuge. Etwas, was der Kunde selbst beim Wiederverkauf schmerzlich spüren wird. Das ist nicht die Skoda-Strategie.

Mit vier Baureihen wird das nicht unbegrenzt weiter gehen. Welche Produktneuheiten dürfen wir erwarten?
Rieck: Auf der IAA präsentieren wir zunächst einmal den Nachfolger des Fabia Kombi, der zum Jahreswechsel auf den Markt kommen wird. Auf dem Genfer Automobilsalon in Genf zeigen wir den Nachfolger unseres Flaggschiffs Superb, der im Spätsommer in den Handel kommt. Ende 2009 begeben wir uns mit dem kompakten Geländewagen Yeti in ein für uns komplett neues Segment.

Wie viele Einheiten erwarten Sie für dieses Modell?
Rieck: Im vollen Verkaufsjahr sollten 17.000 bis 20.000 Neuzulassungen möglich sein. Der Yeti hat sicher das Zeug dazu, unser drittstärkstes Modell zu werden.

Wann kommt das emotionale Einstiegsmodell, das auf der Studie Joyster aufbauen soll und vor allem junge Käufer ansprechen soll?
Rieck: Eine Emotionalisierung erfolgt nach meinem Empfinden nicht primär über ein Einstiegsmodell. Ein Einstiegsmodell muss eine ansprechende Produktsubstanz zu fairen Preisen bieten. Auch ein Einstiegsmodell muss ein typischer Skoda sein. Ein Brot-und-Butter-Auto für junge Leute ist mir wichtiger als ein hippes Lifestyle-Mobil, das aufgrund eines viel zu hohen Preises und seiner Marktbedeutung eine Randerscheinung bleibt. Endgültige Produktfreigaben sind hier noch nicht getroffen, deswegen kann ich mit Ihnen nicht über Markstarts sprechen.

Wenn Sie sich ein Modell wünschen dürften - was wäre es?
Rieck: Getreu der Skoda-Philosophie müsste es eine hohe Funktionalität, viel Raum und ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis miteinander verbinden. Ich glaube, ein kompakter Van, quasi der große Bruder des Roomster würde uns sehr gut zu Gesicht stehen.

Was dürfen wir auf der IAA erwarten?
Rieck: Wir werden eindrucksvoll zeigen, was wir in Sachen CO2-Reduktion in petto haben, etwa einen Octavia E85 für den schwedischen Markt und eine neue Öko-Linie namens Green-Line. Außerdem arbeitet unsere Entwicklungsabteilung an verschiedenen alternativen Antriebskonzepten.

Wenn Sie dieses Jahr 120.000 von insgesamt 620.000 Skoda in Deutschland verkaufen, bleiben Sie der ist weltweit größte Skoda-Einzelmarkt. Wie lange werden Sie diese Position verteidigen können?
Rieck: Das Skoda-Wachstum in China ist gewaltig, deswegen werden wir unsere Stellung und den 20 Prozent Anteil am Gesamtabsatz sicher nicht unbegrenzt halten können. Aber das ist ein Luxus-Problem, mit dem wir sehr gut leben können.

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