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Rimac Concept One im Beschleunigungsrennen

Elektro-Supersportler vernascht Ferrari LaFerrari

Rimac Concept One Foto: Guido ten Brink/SB-Medien 28 Bilder

Das Heer der Supersportwagen wurde auf der IAA 2011 um einen Elektro-Sportler aus Kroatien bereichert. Rimac Automobili hatte mit dem Concept One das nach eigenen Angaben schnellste E-Auto der Welt vorgestellt. In Genf 2016 feierte die Serienversion des Supersportlers ihre Premiere. Fünf Monate später zieht es einen Ferrari LaFerrari in einem inoffiziellen Beschleunigungsrennen ab.

23.02.2016 Uli Baumann, Holger Wittich, Andreas Haupt 1 Kommentar Powered by

Rimac Concept One schlägt LaFerrari

Beschleunigungsrennen sind auf YouTube aktuell ein großer Hit. Täglich stellen User neue Videos ins Netz. Im Prinzip duelliert sich alles, was leistungsstark und sportlich ist. Gerne werden auch Serienautos gegen getunte Sportwagen gestellt.

Auch das Rimac Conept One tauchte jüngst in einem Clip auf. Seine Gegner: ein Tesla Model S P90D und ein Ferrari LaFerrari. Im ersten Run treffen die beiden Elektrosportwagen aufeinander. Die Distanz: eine Viertelmeile, also etwas mehr als 400 Meter. Am Start katapultieren sich beide in etwa gleich aus den Blöcken. Doch dann schnupft das Rimac Concept One den Tesla mühelos auf. Ein klarer Punktsieg.

Mehr Spannung verspricht der Zweikampf gegen den Ferrari LaFerrari. V12 mit E-Unterstützung gegen vier Elektromotoren. Wer gewinnt? Im ersten Lauf kommt der LaFerrari nur schleppend von der Linie. Das Duell ist im Prinzip nach 20 Metern entschieden. Das Rimac Concept One verteilt weitere Ohrfeigen über die restlichen gut 380 Meter. Im Ziel beträgt der Vorsprung des kroatischen Hypercars über sechs Wagenlängen. Der Elektroflitzer demütigt den Italiener. Wie Usain Bolt, der gerne mal nach rechts und links schaut, wenn er über die Ziellinie sprintet.

Das will der LaFerrari nicht auf sich sitzen lassen und tritt erneut an. Diesmal startet der Hybridsupersportwagen besser. Aber wieder jagt der Rimac schneller Richtung Horizont. Der V12 wütet dem 1.088 PS starken E-Auto hinterher. Das lässt sich nicht verunsichern und zieht leise durch. Das Rimac Concept One gibt die Antwort auf dem Platz. Um es mal im Fußballer-Jargon auszudrücken. Wieder gibt es einen klaren Sieger und noch nicht einmal ein Fotofinish.

Rimac Concept One mit vier E-Motoren

Das in Genf vorgestellte Rimac Concept One entfernte sich nicht weit von dem IAA-Modell. Der Grill fällt etwas schlanker aus, die Motorhaube erscheint konturierter und am Heck präsentiert sich ein Carbon-Difusor. Den Kontakt zur Straße halten 20 Zoll große Leichtmetallfelgen mit Pirelli P Zero-Reifen.

Unter der Verkleidung bleibt jedoch alles beim Alten. Der Rimac Concept One wird von vier Elektromotoren, je zwei an einer Achse, angetrieben. Zusammen sollen die wassergekühlten E-Motoren eine Leistung von 1.088 PS bereitstellen. Das maximale Drehmoment wird mit 1.600 Nm angegeben. Spurtete das 2011er-Modell in 2,8 Sekunden auf 100 km/h so braucht das Serienmodell 0,2 Sekunden weniger. Tempo 200 soll bei 6,2 Sekunden erreicht sein, die 300-km/h-Marke fällt bei 14,2 Sekunden. Ob es bei V-max 305 km/h (elektronisch abgeregelt) bleibt, wurde nicht genannt. Für die negative Beschleunigung sorgt eine Carbon-Keramik-Bremsanlage.

Drift Modus für die Rennstrecke

Seine Energie bezieht der Rimac Concept One aus verschiedenen Batteriepaketen, die im Bug, im Heck und hinter den Passagieren platziert sind. Als Gesamtkapazität werden 82 kWh genannt. Eine Steuerelektronik vernetzt alle vier E-Motoren so miteinander, dass ein intelligenter Allradantrieb entsteht, der das Drehmoment voll variabel an den Fahrzustand anpassen kann. Der Hersteller verspricht eine neues Fahrdynamikniveau bei Kurvenfahrten. Der Fahrer kann zudem das Setup per Knopfdruck, bis zu einem „Drift Modus“ für den Einsatz auf der Rennstrecke, einstellen.

Rimac Concept OneFoto: Rimac
Der Fahrer muss nur geradeaus schauen, der Blick nach hinten ist nicht möglich.

Beim Design folgt der Rimac Concept One klassischen Vorgaben, duckt sich ultraflach auf die Fahrbahn, kombiniert dabei eine relativ hohe Gürtellinie mit einem filigranen Greenhouse. Der Innenraum präsentiert sich mit Leder, Carbon und Aluminium, nach Rimac-Angaben werden keine Platikelemente verbaut. Eine hohe Mittelkonsole trennt Fahrer und Beifahrer. Die Rundinstrumente werden von hinten auf eine Glasfläche projiziert. Ein großer Touchscreen auf der Mittelkonsole bündelt alle weiteren Anzeigen und Bedienfunktionen. Auf ihm werden in Echtzeit Daten von über 500 Sensoren in verschieden Grafiken dargestellt. Der Fahrer kann so seine Telemetriedaten direkt auf dem Display ablesen, oder aber per PC, Smartphone oder Tablet aus der Daten-Cloud abrufen.

Auf der IAA hieß es, der Rimac Concept One gehe 2013 in einer Auflage von 88 Exemplaren in Serie, aktuell schreiben wir das Jahr 2016 und es sollen zunächst 8 Fahrzeuge entstehen. Preise wurden nicht genannt.

Rimac Concept OneFoto: Rimac
Das Cockpit des Rimac soll keinerlei Plastikelemente aufweisen.
Neuester Kommentar

"In Genf 2016 feierte die Serienversion des Supersporters seine Premiere." DIE Serienversion feierte SEINE Premiere. OMG, lass Sprachkenntnis vom Himmel fallen. Das vergessene L in "Supersporter" (ja, wo kommt es denn hin?) lassen wir mal außen vor.

austinmini 18. August 2016, 18:47 Uhr
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