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RM Auctions-Versteigerung in Scottsdale

Ferrari vom "Grand-Prix"-Regisseur unterm Hammer

RM Auctions Arizona Foto: RM Auctions 59 Bilder

Mehrere Tausend Autos werden in der verrückten Auktionswoche von Scottsdale versteigert. RM Auctions verkauft alleine 25 Oldtimer, deren Estimate bei 1 Million Dollar oder darüber liegt, darunter einen Ferrari 275 mit Erstbesitzer John Frankenheimer.

16.01.2015 Kai Klauder Powered by

Die Auswahl der Automobile, die RM Auctions am 15. und 16. Januar 2015 in Scottsdale versteigert, ist hochkarätig wie bei keinem anderen der bei dieser Mega-Auktion in Arizona/USA vertretenen Häuser. Von den insgesamt 127 angebotenen Oldtimern liegen bei 25 die Estimates bei einer Million Dollar - oder deutlich darüber.

Mit Abstand den höchsten Preis erwartet RM Auctions für den Ferrari 250 LM aus dem Jahr 1964 - passenderweise trägt er auch die Lotnummer 250. Das Estimate wurde auf 9,5 bis 12,5 Millionen Dollar festgelegt.

Ferrari 365 GTS mit deutscher Vorgeschichte

Auf Platz 2 liegt ein 1969er Ferrari 365 GTS mit einer Pininfarina-Karosserie. Von dem Spider wurden in einem Jahr nur 17 Exemplare gebaut, das 17. kommt in Scottsdale unter den Hammer. Der Wagen mit matching numbers (Chassis- und Motornummer 12473) wurde 1969 von Ferrari Becker an Thomas Teves, Erbe des Teves-Imperiums (ATE-Bremsen), verkauft. Nächste Station war die Firma Etienne Aigner in München, die mit feinen Lederwaren berühmt wurde.

Etienne Aigner soll den Wagen selbst gefahren sein. In dieser Zeit wurde der 365 GTS in Gelb umlackiert, bevor er an Peter Lorenz und später weiter an Josef Brunlehner verkauft wurde. Der Schweizer Sammler Erich Traber besaß den Ferrari von 1985 bis 1989, als er von Fritz Kroymans für dessen Sammlung erworben wurde. Kroymans besaß den Wagen bis 2009. Der aktuelle Besitzer verschiffte den seltenen Ferrari in die USA, wo er 12473 einer Restaurierung unterzog. Motor und Getriebe wurden neu aufgebaut und in den originalen Auslieferungszustand zurückversetzt.

Der Ferrari 365 GTS wird von einem 4,4-Liter-V12 mit 320 PS angetrieben, das Estimate liegt bei 3,9 bis 4,8 Millionen Dollar.

Ferrari 275 GTB/4 von Hollywood-Größe

Mit "Der Gefangene von Alcatraz" und "The Manchurian Candidate" (deutsch: Botschafter der Angst) kam für John Frankenheimer der große Durchbruch, mit "Grand Prix" schuf er 1966 einen der besten Motorsportfilme. Ein Jahr später belohnte sich der erfolgreiche Regisseur und Produzent mit einem besonderen Geschenk: einem Ferrari 275 GTB/4.

Dem Kauf des Sportwagens ging eine lange Korrespondenz Frankenheimers mit Ferrari voraus, die der US-Regisseur zum größten Teil in Budapest während der Dreharbeiten zu "The Fixer" verfasste. Der Briefwechsel gehört zu der umfangreichen Dokumentation, die dem rund 330-mal gebauten Wagen beiliegt.

Im Oktober 1967 wurde der Wagen an Frankenheimer in Budapest ausgeliefert - und der damals 37-Jährige war begeistert: ""Das Auto ist tatsächlich eingetroffen und es ist wunderschön. Es ist ohne Zweifel der beste Ferrari, die ich je besessen habe. Ich werde mit ihm an diesem Wochenende nach Wien fahren und dort den 2.000-Meilen-Check-up vornehmen lassen."

Nach einigen Schwierigkeiten mit schlechtem Motorlauf wegen der Vergaserabstimmung, wurde der Wagen nochmals im Werk überarbeitet, bevor Frankenheimer den Ferrari 275 GTB/4 mit in die USA nahm. Dort verkaufte er ihn im Jahr 1971 an einen kalifornischen Sammler. Die weiteren Besitzer führten den Ferrari nach Japan, Schweden und nach Boston, an die Ostküste der USA. Bis 2002 befand sich der Wagen rund 20 Jahre im Besitz von Bruce Male.

In den letzten 6 Monaten wurden der Ferrari 275 GTB/4 kosmetisch und technisch auf Vordermann gebracht, die Motor-Getriebe-Einheit bekam einen umfangreichen Service, Bremsen und Fahrwerk wurden zum Teil mit Neuteilen aufgebaut. Auch im Innenraum bekam der Ferrari zahlreiche Neuteile, neue Bezüge aus Leder und Teppiche. Das Estimate wurde auf 3,5 bis 4,5 Millionen Dollar festgelegt.

Mercedes-Benz 540 K Sport Cabriolet

Lot 139 der RM Auctions-Versteigerung ist ein Mercedes-Benz 540 K von 1937 in Neuwagenzustand. So wird der Vorkriegswagen beschrieben, der 1936 von Martha Jordans bestellt wurde. Am 12. Februar 1937 wurde er in Düsseldorf übergeben.

Nur 83 Exemplare des Luxus-Cabriolets wurden in Sindelfingen gebaut, das angebotene Fahrzeug trägt die Karosserienummer 826201 - und soll das erste von nur 10 Exemplaren in dieser Form sein.

Der Wagen kam in die USA und Jahrzehnte später zurück nach Deutschland. Alfred Richter setzte den Wagen ab 1996 bei vielen Oldtimer-Rallyes ein und fuhr rund 30.000 km mit dem 180 PS starken Kompressor-Mercedes. Der aktuelle Besitzer kaufte den Wagen und beauftragte den Restaurierungs-Experten Jim Friswold, den 540 K mit Chassisnummer 154146 in einen perfekten Concours-Zustand zu versetzen. Der Wagen wurde komplett demontiert und neu aufgebaut, der Motor in Deutschland revidiert, das Interieur mit neuem Leder und aufgearbeiteten Holzteilen in Neuwagenzustand restauriert.

Im Juni 2014 wurden die umfangreichen Restaurierungsarbeiten abgeschlossen, jetzt steht der Mercedes-Benz 540 K inklusive einer Dokumentation zum Verkauf. Das Estimate beträgt 3,4 bis 4 Millionen Dollar.

Alle Oldtimer mit einem Estimate von einer Million Euro oder mehr zeigen wir in unserer Fotoshow.

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