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Roadster-Klassiker

Wir werden Helden

Foto: Archiv 8 Bilder

Es ist doch immer das Gleiche: Jetzt finden wir sie noch etwas zu neu, aber in zehn Jahren sind sie Helden. Und wir ärgern uns, dass wir 2008 nicht einfach einen der 90er- Jahre-Renaissance-Roadster gekauft und behalten haben. Dabei gibt es sie jetzt so günstig - die Next-topless-Models.

19.06.2008 Powered by

Mercedes-Benz SLK

Der Szene-Klapp Auch wenn es manche nicht wahrhaben mögen - der SLK reift zum Klassiker. Weil er ein offener Mercedes ist. Deswegen werden sie ihn auf ein Podest hieven und feiern - wie jeden offenen Mercedes vor ihm. Dabei symbolisiert der SLK all das, was wir eigentlich an einem Roadster ablehnen.

Keine andere Firma als Mercedes konnte ihn hervorbringen. Die Schwaben setzen sich gleich ganz über die reine Lehre des Roadsterbaus hinweg. Der SLK bekommt das Variodach genannte Blech-Klapptop, dazu serienmäßig auch noch ein Windschott in Form und Haptik eines Netzschlüpfers.

Mit dem Blechdach ist der SLK 1996 schon eine ziemliche Sensation. Es faltet sich in 25 Sekunden in oder aus dem Kofferraum. Und das in einer Zeit, in der R129-SL-Käufer für die Montage des serienmäßig mitgelieferten Hardtops einen Werkstatttermin ausmachen müssen.

Der SLK ist sicher ein hervorragendes offenes Auto, aber ein wirklich sportliches eben nicht bei all dem Luxus - trotz des agilen Fahrverhaltens, der direkten Lenkung und der nicht überkomfortablen Fahrwerksabstimmung. Mit dem 2,3-Liter-Kompressor oder den V6- und AMG-Motoren versucht sich der SLK sogar etwas krawallig - klappt aber nicht so recht. Also besser den 200er kaufen, genießen und das Gewese von wegen echter Roadster nicht so ernst nehmen.

Mercedes-Benz SLK 200: Vierzylinder- Reihenmotor, vorn längs eingebaut, 1.998 cm3, 136 PS, Hinterradantrieb, 208 km/h, Bauzeit 1996 bis 2004, Schwachpunkte Unterdimensionierte Kupplung, hakelige Schaltung

MGF

Der Brit-Bewerber MG wollte wieder auf dem Roadster-Markt mitmischen und entwickelte den F MG gehört schon lange zu Rover und damit 1996 gerade zu BMW. Und obwohl das Verpassen von Trends in dem früheren Staatskonzern eine lange Tradition hat, bringen die Briten damals, zu Beginn der Roadster-Renaissance, den MGF.

Der unterscheidet sich sehr von seinem direkten Konkurrenten - dem Z3 - , der versucht, den Mazda MX-5 mehr oder weniger authentisch zu imitieren. Denn der MGF trägt den Rover K-Serie-1,8-Liter-Motor quer vor der Hinterachse. Dieses Layout soll für ein besonders agiles Handling sorgen, doch das gelingt dem MGF nicht. Sein Fahrwerk ist bis zum Grenzbereich klar untersteuernd ausgelegt, darüber hinaus kickt dann das Heck - und das richtig.

Man könnte dem MGF auch noch das Plastik-Cockpit vorwerfen oder das Getöse, das der Motor veranstaltet. Aber dafür ist er eben ein richtiger Roadster - mit fester Karosserie, ordentlicher Schaltung und einer Stoffkappe, die er in ein paar Sekunden abstreift. Der F wird noch von Rover zum TF fortentwickelt. Dann kauft die Nanjing Automobile Group die Firma. Die Chinesen wollen den Roadster wieder auflegen. Vielleicht sollten sie das lassen - das Andenken des MGF könnte Schaden nehmen.

MGF: Vierzylinder-Reihenmotor, quer vor der Hinterachse, 1.796 cm3, 120 PS, Hinterradantrieb, 203 km/h, Bauzeit 1996 bis 2003, Schwachpunkte Kopfdichtung, Lenkgetriebe, Unterboden, Rost

BMW Z3

Das Non-Chichi Auch wenn Bond das anders sieht - der Z3 ist ein purer Roadster ohne Schnickschnack Pierce Brosnan fährt in seiner ersten Mission als Commander James Bond in "Golden Eye" einen blauen BMW Z3. Später antwortet Brosnan auf die Frage, wie ihm der kleine deutsch-amerikanische Roadster denn gefallen habe: "Ein tolles Auto - für Leute wie meine Tochter."

Das Problem des Z3 gründet zu Beginn seiner Laufbahn an den milden Motoren. BMW holt zunächst die Basisversionen mit 115 und 140 PS aus dem US-Werk, in dem der Roadster anfangs in unterirdischer Qualität zusammengesteckt wird. Erst mit den Sechszylindern kann der auf dem E36 Compact basierende Z3 die Rolle des Bösen unter den Renaissance-Roadstern übernehmen.

Mit dem 321-PS-Motor aus den M3 ist er sogar eine richtig wilde Wutz. Doch die Reihensechser kommen ziemlich teuer. Und schon mit den etwas schwachen, jedoch kultivierten, elastischen Vierzylindermaschinen begeistert der Z3 mit seiner Handlichkeit, der Schaltung, dem Fahrwerk - und damit, dass er dermaßen offen ist. Der Wind braust so wild durchs Auto, dass er Männern, die Pfeife rauchen, die Glut auspustet.

BMW Z3 1.8: Vierzylinder-Reihenmotor, vorn längs eingebaut, 1.796 cm3, 115 PS, Hinterradantrieb, 203 km/h, Bauzeit 1996 bis 2003, Schwachpunkte Elektronik, Wasserpumpe, Klappergeräusche

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