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Roboter-Autos in Kalifornien

Google testet Autos ohne Fahrer

Audi TT-S Pikes Peak Autonomes Fahren Foto: Audi

Google arbeitet an Roboter-Autos - und lässt eine Testflotte bereits im Straßenverkehr Kaliforniens fahren. Die Wagen sind mit Kameras, Radar-Sensoren und einem Laser- Messgerät ausgerüstet, erläuterte der verantwortliche Entwickler Sebastian Thrun in einem Blog-Eintrag.

11.10.2010

Die Roboter-Autos führen nicht nur sicherer, sondern auch zügiger als menschliche Fahrer, ergaben die Tests laut "New York Times", die in der Sonntagausgabe exklusiv über das Projekt berichtete. Die Testflotte besteht demnach aus sechs Toyota Prius und einem Audi TT.

Straßen könnten doppelt soviel Verkehr fassen

Die Ankündigung zeigt, wie weit die Ambitionen von Google über das Internet-Geschäft hinausgehen. Bei der Steuerung der Autos ist künstliche Intelligenz mit im Spiel. Die Testwagen hätten insgesamt bereits 140.000 Meilen (ca. 225.000 Kilometer) zurückgelegt, schrieb Thrun, der einer der Väter des in Deutschland umstrittenen Straßenatlas-Projekts Google Street View ist. Ganz ohne zutun von Menschen seien es 1.000 Meilen gewesen, schreibt die "New York Times".
 
Die Google-Entwickler gehen nach Angaben der Zeitung davon aus, dass die Straßen doppelt soviel Verkehr fassen könnten, wenn Computer statt Menschen die Fahrzeuge steuerten - ganz abgesehen von einer umweltfreundlichen Fahrweise. Außerdem seien Roboter am Steuer naturgemäß nie müde oder abgelenkt. Bei den Testfahrten habe es nur einen kleinen Verkehrsunfall mit Blechschaden gegeben - als ein Fahrer von hinten auf ein Google-Auto auffuhr, das an einer Ampel hielt.

Computersysteme müssen noch verlässlicher werden

Allerdings müssten die Computersysteme insgesamt noch deutlich verlässlicher werden, bevor Roboter-Autos in Massen auf die Straßen dürften, räumten die Ingenieure ein. Sie rechnen mit einem Zeitraum von mindestens acht Jahren.
 
Um die Sicherheit der Testfahrten zu gewährleisten, sitze immer ein speziell ausgebildeter Fahrer am Steuer der Wagen und könne jederzeit eingreifen, betonte Thrun. Als Beifahrer sei ein Software-Techniker an Bord. Die Testautos seien durch belebte Straßen wie den Hollywood Boulevard oder die Lombard Street in San Francisco gefahren. Auch die Golden Gate Brücke haben sie schon überquert.
 
Zur Orientierung greifen die Roboterwagen unter anderem auch auf die Daten von Street View zurück, wie aus Thuns Blogeintrag hervorgeht. In Deutschland hatte Googles Idee, ganze Straßenzüge abzufotografieren und online zu stellen, für Diskussionen über Verletzungen der Privatsphäre gesorgt. Zahlreiche Mieter und Immobilienbesitzer machen von ihrem Recht gebraucht, ihre Häuser oder Wohnungen auf den Street-View-Bildern unkenntlich zu machen. Die Roboter-Wagen haben ebenso wie die Autos zum Erstellen von Street-View-Aufnahmen Kameras auf ihren Dächern montiert - wenn auch weniger auffällige.
 
Google-Chef Eric Schmidt hatte in jüngsten Auftritten mehrfach signalisiert, dass der Internet-Konzern sich Richtung künstlicher Intelligenz vorarbeite. So sei die nächste Etappe bei der Internet-Suche, den Menschen Informationen zu bieten, die sie interessieren, auch wenn sie sich dessen vielleicht gar nicht bewusst seien, hatte Schmidt in Berlin auf der Funkausstellung IFA angekündigt. Dafür brauche Google allerdings möglichst viele Informationen über einen Nutzer.

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