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Automatisiertes Parken

Roboterparken in Manhattan

Foto: press-inform 17 Bilder

Die Finanzkrise hat Manhattan kräftig durchgeschüttelt. Doch das Parken ist nach wie vor fast so teuer wie ein neues Auto. Besonders futuristisch geht dies im Roboterparkhaus in Tribeca.

15.08.2009

In Manhattan gibt es die teuersten Wohnungen der Welt. Wer hier ein Haus besitzt, hat für sein Leben ausgesorgt und genießt die satten Einkünfte von den einzelnen Mietparteien. Doch es geht noch besser. Wer in seinem Haus nicht nur Wohnungen, sondern auch noch ein Parkhaus unterbringt, ist ein gemachter Mann. Denn leichter kann man sein Geld in einer Metropole wie New York kaum verdienen. Das ist rund um den Times Square oder die Fifth Avenue kaum anders als in Tribeca oder Little Italy. In der Baxster Street gibt es seit einiger Zeit Manhattans erstes Roboter-Parkhaus.

Das Roboter-Parkhaus sieht unspektakulär aus

Gut vorstellbar, dass dieser Gedanke so manchem Autofahrer erst einmal einen Schrecken einjagt. Als ob die Zahl der immer größer werdenden Fahrerassistenzsysteme in modernen Autos einem nicht schon genug Angst machen würde. Jetzt muss man sein Auto noch nicht einmal selbst parken. Das Haus mit der Adresse 123 Baxster Street, New York, Manhattan, ist von außen alles andere als spektakulär. Nebenan ein wenig ansprechender Fast-Food-Chinese und gegenüber ein Laden mit allerhand Gerümpel. Über der breiten Einfahrt blinkt ein Dioden-Laufband, das einen auf das Roboter-Parkhaus hinweist. In den Morgen- und Abendstunden gibt es noch einen Einweiser, der einen mit einer roten Fahne auf den freien Parkraum aufmerksam macht.

Die Roboter-Arbeitsweise erinnert an eine Autowaschanlage

Die überdachte kleine Halle wirkt im Gegensatz zu den meisten anderen Gebäuden in der Umgebung klinisch rein und absolut sauber. Auf der Grenze zwischen New Yorks Szene-Vierteln Tribeca und Soho schon spektakulär genug. Es dauert nicht lange und der erste Kunde rollt an. Gemäß den Anweisungen eines Großbildschirms steuert Robert Chung in seinem 2008er Smart Fortwo zielsicher eine im Boden eingelassene Palette an, verlässt das Auto und schließt ab. An der Wand drückt er einen Knopf, der gelbe Smart wird in seinen Dimensionen gescannt und verschwindet nahezu geräuschlos hinter einem Rolltor. Der ganze Vorgang dauert gerade einmal ein paar Augenblicke und erinnert stark an die Arbeitsweise einer Autowaschanlage.

Eine Stunde parken im Roboter-Parkhaus kostet 20 Dollar

Von der Parkprozedur selbst bekommen die Autoinhaber wie Robert Chung nichts mit. Haben sich die Computer davon überzeugt, dass der Wagen ordnungsgemäß im Aufzug steht, geht das Rolltor zu und das Auto abwärts. Hier wird das Auto auf seiner Plattform in ein mächtiges Stahlgestell gefahren. Robert Chung weiß seinen gelben Smart gut aufgehoben: "Was nützt es mir, dass ich mit dem Smart draußen einen Parkplatz bekomme, wenn mir dort der Wagen zerkratzt wird." Das ist in Manhattan keine Seltenheit. Ein Smart in einem New Yorker Parkhaus - die meisten Autos sind ein paar Meter größer. "In unserer Robotergarage können Fahrzeuge bis zu einer Länge von 5,20 Metern parken", erzählt Ari Millstein, Chef der Firma AutoMotion Parking Systems, der die Garage in der Baxster Street gehört. "Damit können wir hier bei uns rund 95 Prozent aller Fahrzeuge parken lassen." Insgesamt können in dem Gebäude knapp 70 Fahrzeuge parken. Hört sich nicht viel an. Doch bei Parkgebühren von mindestens 20 Dollar in der Stunde weiß man, wieso sich selbst so ein automatisiertes Parkhaus rentiert.

Das Roboterparkhaus ist eine gewinnbringende Mischung aus Park- und Wohnraum

Rund die Hälfte der Parkkunden wohnt zudem in dem Gebäude. Denn die Autos werden von einem ausgeklügelten Computersystem in einem Regallager abgestellt, das sich in den Kelleretagen der Baxster Street befindet. Das Haus wurde vor knapp zwei Jahren komplett neu erbaut. Ehemals war es ein ganz normales Parkhaus. Doch ein Investor setzte auf die gewinnbringende Mischung aus Park- und Wohnraum. Heute befinden sich in den oberen Etagen des Gebäudes 26 schicke Appartments und drei Geschäfte. Die Firma AutoMotion Parking Systems betreibt in den Vereinigten Staaten mehr als 50 Parkhäuser. Das Modell ist ähnlich. Zumeist gibt es eine Mischung aus modernem Park- und Wohnraum. Rund die Hälfte der Nutzer sind Dauerparker, die in der Nähe arbeiten oder wohnen. Knapp die Hälfte der Parkplätze wird für Tagesnutzer freigehalten.

In den unterirdischen Räumen parken viele Nobelkarossen

"Bei uns parken viele Kunden, die hochwertige Autos besitzen, die nicht beschädigt werden sollen", erzählt Millstein weiter. Ein Blick in die Katakomben zeigt, dass die meisten Fahrzeuge in der unterirdischen Parkgarage europäische Premiumprodukte sind. Die Finanzkrise scheint New York und besonders Manhattan nicht derart zugesetzt haben, wie viele meinen. In dem unterirdischen Lager stehen bevorzugt Range Rover, Mercedes S-Klassen, noble Lexus-Modelle ein paar Audi Q7 und ein Aston Martin. Durch eine Handvoll Hebebühnen wird die Aufnahmekapazität der Fläche in der Baxster Street verdoppelt.

Monatlich 500 Dollar Miete für die Roboter-Garage

Die Software und das Hochregal-Lager des ersten Roboter-Parkhauses in New York kommen aus Deutschland. Den Nutzern von Manhattans erster Robotergarage ist ein sicherer Parkplatz die monatliche Miete von 500 Dollar allemal wert. Eine Luxuskarosse kostet sogar mindestens 650 Dollar pro Monat. Wer pro Tag sein Auto in der Roboter-Garage abstellt, muss mit 30 Dollar rechnen.

Das zweite Roboter-Parkhaus ist schon fertig

Die Kunden sind durchweg zufrieden. Angst, sein Auto in fremde Hände zu geben, gibt es nicht. Das ist bei anderen Parkplätzen in Manhattan der Fall. Da der Parkraum überall eng ist, gibt es auf heruntergekommenen Freiflächen zwischen dem Battery Park und Harlem düstere Regallager, in denen wenig Vertrauen erweckende Mitarbeiter die zumeist hochwertigen Fahrzeuge abparken. That’s Big Apple. So ist es auch keine Überraschung, dass die Warteliste für Dauerparker lang ist und das zweite Roboterparkhaus in der 24. Straße mit weiteren 53 automatisierten Parkplätzen bereits fertig gestellt wurde. Gleich darüber befinden sich Luxuswohnungen.

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