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Rolex Oyster

Volle Krönung

Foto: Kunze, LAT, Schlegelmilch 6 Bilder

Seit 100 Jahren baut Rolex mechanische Uhren in bester Qualität. Dank einer umfassenden Umstrukturierung des Unternehmens ist die Genfer Luxusmarke fit für das nächste Jahrhundert.

26.03.2008 Martin Häußermann

Rennfahrer lieben zuverlässige Mechanik. Auch am Handgelenk. Deshalb besitzen viele, die professionell am Lenkrad drehen, eine Rolex - auch wenn sie offiziell für ganz andere Hersteller werben.

Einer bekannte sich offen zur Marke mit dem Krönchen: Paul Newman. Der Rennfahrer und Schauspieler zeigte sich in den Sechzigern häufig mit einem Rolex-Chronographen mit auffälligem schwarzweißen Zifferblatt. Deshalb wird diese Uhr von Fans auch als Paul Newman bezeichnet, offiziell nennt man sie schlicht "Daytona". Schlichte Sachlichkeit, darum ist das Haus Rolex auch bei der Öffentlichkeitsarbeit bemüht.   

Die "Auster" Rolex öffnet sich langsam

Rolex-Chef Patrick Heiniger meidet weit gehend die Öffentlichkeit. Die Presseabteilung beschränkte sich jahrzehntelang darauf, neue Modelle vorzustellen. Das Haus muss keine Zahlen publizieren, schließlich gehört das Unternehmen der nach dem Gründer benannten Wilsdorf-Stiftung. Neuerdings indes öffnet sich die Auster zusehends, nach einer umfassenden Umstrukturierung der Marke. 2004 kaufte Patrick Heiniger die bis dahin rechtlich und wirtschaftlich selbständige Manufacture des Montres Rolex SA, Biel und integrierte sie in die Rolex SA, Genf. Damit schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe: Er übernahm die Kontrolle über einen existentiell wichtigen Lieferanten und sicherte sich gleichzeitig den wohl wichtigsten Exportmarkt des Hauses. Bei Rolex Biel wird das Automatikwerk Kaliber 3135 samt seiner Derivate hergestellt, die in den verschiedenen Oyster-Modellen ticken. Außerdem verfügte Rolex Biel auch über die Markenrechte für die USA. Weitere Schritte waren der Aufbau neuer und die Modernisierung vorhandener Produktionsanlagen in Genf. Im Jahr 2000 startete die Arbeit am Standort Chêne-Bourg. Dort hat Rolex die Entwicklung und Herstellung von Zifferblättern und die Edelsteinfassung konzentriert - inklusive eines vollautomatischen Hochregallagers und Just-in-time-Versorgung der Produktion mit dem passenden Material.

Den grauhaarigen Uhrmacher sucht man vergebens

Mit dieser Logistik arbeitet Rolex auch an den beiden anderen Standorten. So wurde der Bau mit den riesigen Glasfassaden nicht nur architektonisch ein Vorbild für die anderen Produktionsstätten. Beispielsweise in Plan-les-Ouates. Hier entwickelt, konstruiert und produziert Rolex auf elf Etagen Gehäuse und Metallarmbänder. Selbst einen Teil des Goldes, das dafür benötigt wird, schmelzen die Mitarbeiter im hauseigenen Ofen. Noch wichtiger als die Fähigkeit, Gold zu legieren, ist in der Uhrmacherei die Schlüsseltechnologie der Spiralfertigung. Rolex hat sich für seine so genannte "Parachrom"- Spirale das Material selbst gemixt, das neben Eisen auch Niob und Zirkonium enthält. Damit haben sich die Genfer als eine der wenigen Uhrenherstellern das Know-how erarbeitet, jenes winzige Teil selbst herzustellen, das maßgeblich zur Ganggenauigkeit einer Uhr beiträgt. Die eigene Spiralproduktion bietet Rolex einen nicht zu unterschätzenden strategischen Vorteil - nicht zuletzt bei der Qualität. Die Grundlage dafür legen 280 Ingenieure, Techniker und Uhrmacher in der Abteilung Forschung und Entwicklung, die nach Aussage der Rolex-Sprecherin Dominique Tadion jährlich fünf bis acht Patente anmeldet. Mehr als 613.000 Uhrwerke sandte Rolex im Jahr 2006 an die Schweizer Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (C.O.S.C.) und ließ sie zu Chronometern adeln. Bei vielen Herstellern ist diese Prüfung die Ausnahme, bei Rolex die Regel. Lediglich wenige Oyster- und die Cellini-Modelle sind ausgenommen. Insgesamt arbeiten an den vier Schweizer Standorten rund 6.000 Menschen. Vergleichsweise wenig, dennoch sucht man hier vergebens menschenleere Produktionslinien. Ebenso wenig aber findet man den graumelierten Uhrmacher, den so manche Luxusmarke gerne in der Öffentlichkeit bemüht. Wer eine Rolex kauft, muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass sie nicht in einem romantischen Bauernhaus vom persönlichen Uhrmacher montiert wurde. Stattdessen arbeiten in kühlen Zweckbauten viele Menschen daran, dass eine Rolex später zuverlässig am Handgelenk ihres Besitzers tickt.

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