Rolls-Royce 200EX auf dem Autosalon Genf 2009: Der kleine Rolls

Rolls-Royce 200 EX

Der Blick in die Zukunft fördert durchaus Ansehnliches zutage: Rolls-Royce bietet mit dem 5,40 Meter langen 200EX einen Ausblick auf das vierte Modell der britischen Traditionsmarke, das 2010 starten soll. Premiere feiert der kleine Rolls auf dem Auto Salon in Genf.

Dabei legen die Briten großen Wert auf die Feststellung, dass es sich beim 200EX, im Gegensatz zu einem Konzeptfahrzeug, um ein voll funktionsfähiges Auto handelt. Unter der langen Motorhaube sorgt ein V12 für Vortrieb und Klanggenuss gleichermaßen. Die Studie rollt auf mächtigen 20-Zöllern.

Neue Formensprache

Die "Experimentier-Modelle", wie sie das Unternehmen selbst tituliert, haben bei Rolls-Royce bereits Tradition. Vor exakt 90 Jahren, man schrieb das Jahr 1919, debütierte mit dem 1EX die erste Rolls-Studie. Und in jüngster Vergangenheit sorgten jeweils auf dem Genfer Auto Salon der 100EX (2004) sowie der 101EX (2006) für Aufsehen.

In diesem Jahr stellt Rolls-Royce mit dem 200EX ein weiteres "Experimentier-Modell" vor, das von der gleichen Gruppe von Designern und Ingenieuren entwickelt wurde, die bereits für die beiden vorangegangenen Studien verantwortlich zeichnete. Dabei bricht die Formensprache des 200EX mit einigen Design-Traditionen des Hauses und wirkt dadurch dynamischer. Laut Chefdesigner Ian Cameron setzte man beim Design des 200EX bewusst mehr auf "optisches Draufgängertum" als bei den bisherigen Modellen.

Insbesondere die LED-Scheinwerfer, die an die zusammengekniffenen Augen eines Raubtieres erinnern, verleihen dem 200EX ein angriffslustiges Gesicht. Das Ziel der Designer lautete denn auch, dem neuen Rolls-Royce einen dynamischeren Auftritt auf den Leib zu schneidern. Die leicht nach hinten abfallende Dachlinie erzeugt den Eindruck, als sei der 200EX "auf dem Sprung". Lange, glatte Flächen dominieren die Linienführung und unterstreichen den stämmigen Auftritt der Studie.

Selbstmörder-Türen

Dennoch ist der neue Rolls sofort als solcher zu erkennen. Designelemente wie die lange Haube, der massive Kühlergrill, kurze Karosserieüberhänge sowie die stark geneigten A-Säulen und das elegant gezeichnete Heck weisen den 200EX als Rolls-Royce aus.

Zudem kommen wie beim 2003 vorgestellten Phantom gegenläufig öffnende Türen, sogenannte "suicide doors", mit wuchtigen Chrom-Türgriffen zum Einsatz. Farblich ist die Studie in mattem Darkest Tungsten gehalten, kontrastierend mit der in Silber gehaltenen Motorhaube und den gleichfalls silbernen A-Säulen.

Edel reisen

Im Innenraum dominieren selbstredend feinste Materialien wie Leder, Kaschmir und Palisander-Holz. Durch die hohe Schulterlinie sollen sich die Passagiere besonders geborgen fühlen. Die Insassen bleiben dank blickdichter Scheiben vor neugierigen Blicken geschützt. Durch die weit nach hinten verschobene Sitzposition -die Reisenden auf der Rückbank logieren noch hinter der C-Säule- soll sich ein besonders großzügiges Raumgefühl einstellen.

Da das Design der 2004 vorgestellten Studie 100EX beim späteren Serienmodell, dem Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé fast unverändert übernommen wurde, dürfte auch das aktuelle "Experimentierfahrzeug" einen schon recht detaillierten Ausblick auf das für 2010 geplante neue Rolls-Modell geben.

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Manuel Dohr

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