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Roßfeldrennen 2014

Alpenglühn am Roßfeld

Roßfeldrennen 2014 Foto: Herbert Steves 30 Bilder

In den 60er Jahren jagte die Bergrennelite im Kampf um Meisterschaftspunkte den Berg am Roßfeld bei Berchtesgaden hinauf. Jetzt erinnert der Edelweiß-Bergpreis Roßfeld an die Historie der sechs Kilometer langen Alpen-Piste.

01.10.2014 Dirk Johae Powered by

Der Sechszylinder des BMW 2800 CS brüllt so laut, dass die Fensterscheiben an der Mautstelle Süd vibrieren. Als Rennleiter Bernd Buchwinkler die Startflagge nach oben reißt, schießt das Renncoupé in Silber und Rot in die erste Linkskurve. Am Streckenrand verfolgt Herbert Schnitzer den Start seines ehemaligen Erfolgsautos. Des Chef des erfolgreichen Rennteams aus Freilassing erinnert sich an die große Zeit des Coupés: "Ernst Furtmayr wurde damals mit dem Auto Berg-Europameister und im Jahr darauf ist Walter Brun noch mit dem Auto gestartet."

8.000 Zuschauer verfolgen das Spektakel auf einem Teilstück der Roßfeld-Höhenringstraße: Die Bergpiste führt von der Mautstelle Süd bis zum Ziel auf rund 1.600 Metern Höhe unterhalb des Berggasthofs Ahornkaser. Der Erlös des Roßfeldrennens wird an die Lebenshilfe Berchtesgadener Land gespendet.

Walter Röhrl im Porsche Spyder

Während Schnitzer sich beim Roßfeldrennen gerne an die guten alten Zeiten erinnert, bleibt der dreifache Bergchampion und Ex-Schnitzer-Fahrer Ernst Furtmayr daheim in München. Seine Gesundheit erlaubt keine Reisen mehr in die Bergluft. Andere Rennlegenden genießen den Aufenthalt im Berchtesgadener Land: Walter Röhrl startet im Porsche W-RS Spyder, mit dem Edgar Barth vor genau fünfzig Jahren Berg-Europameister wurde. Der Österreicher Rudi Lins fährt einer der legendären Porsche 356 B Carrera Abarth: Der ehemalige Porsche-Werksfahrer aus Bludenz in Vorarlberg war 1967 Europas Berg-Primus.

Porsche war die mit Abstand erfolgreiche Marke beim Bergrennen am Roßfeld: Über 30 Siege feierten Fahrer mit den Sportwagen aus Zuffenhausen. Dazu gehört auch der 2010 verstorbene Bergkönig Sepp Greger, der dreifache Europameister. Der Porsche 356 A Carrera, mit dem Bayer das 1958 den ersten Wettbewerb am Roßfeld gewann, steht wieder an der Startlinie vor der Mautsstelle Süd. Jetzt sitzt sein Sohn am Steuer des silbernen Renncoupés. Gleich dahinter stellt sich Paul Ernst Strähle jr. auf, der mit dem legendären 356 Carrera seines Vaters den Berg hinauf stürmt.

Edelweiß-Bergpreis mit Tradition

Um Bestzeiten geht es längst nicht mehr beim Roßfeldrennen. 2014 verzichtet Organisator Joachim Althammer sogar auf die Gleichmäßigkeitsprüfung, was den einen oder anderen bekannten Fahrer abgehalten hat, zum Roßfeld zu kommen. Althammer pflegt die Tradition mit rund 100 Autos bei Demonstrationsfahrten. Ganz nach seinem nostalgischen Geschmack sind die 19 historischen Reisebusse, die die Besucher aus dem Fahrerlager unterhalb des Starts über die Strecke zum Ziel am Ahornkaser bringen.

Zu den lautstärksten Gipfelstürmern gehört ausgerechnet eines der kleinsten Autos im Feld: Den in Berchtesgaden gebauten Hartmann Formel Junior, angetrieben von einem 81 PS starken DKW-Zweitakter, steuert der zweifache Rallyemeister Harald Demuth. Diesen Einsitzer baute Alfred Hartmann in seiner kleinen Werkstatt in Nonntal nahe dem Ortszentrum von Berchtesgaden.

Das Auto hat Roßfeld-Geschichte: Der spätere Berg-Europameister Eberhard Mahle fuhr 1960 einen Hartmann-DKW und wurde in der Formel-Junior-Klasse Zweiter hinter Gerhard Mitter. Und auch an einer zweiten Rarität aus dem Startfeld war der Berchtesgadener Rennwagenbauer beteiligt: Der DKW Drews Spyder, das 1956 von einer Wuppertaler Karosseriefirma gefertigte Kabriolet, verfügt über die Antriebstechnik von Tuner Hartmann.

Auch im kommenden Jahr soll das Roßfeldrennen wieder stattfinden. Termin wird dann das Wochenende 26./27. September 2015 sein.

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