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Rückruf-Debakel

Toyota stoppt US-Verkauf vieler Modelle

Foto: Toyota 60 Bilder

Klemmende Gaspedale in mehreren Modellen entwickeln sich für den japanischen Autobauer Toyota immer mehr zu einem Desaster. Unter dem Druck der Öffentlichkeit stoppte das Unternehmen am späten Dienstag (26.1.) in den USA den Verkauf und die Produktion von insgesamt acht Modellen aus mehreren Baujahren, fast die halbe Modellpalette.

27.01.2010

Zu den Typen, die vom Verkaufsstopp betroffen sind, zählen auch die Bestseller Camry und Corolla.

Toyota will Kundenvertrauen wieder herstellen

"Die Aktion ist nötig, bis wir Abhilfe geschaffen haben", sagte Toyota-Manager Bob Carter im kalifornischen Torrance. Seit Wochen arbeitet der Konzern daran, das Problem in den Griff zu kriegen. Das Gaspedal kann, wenn man es drückt, festhängen. Der US-Sender ABC News berichtete bereits über Unfälle aufgrund des Defekts. Insgesamt muss Toyota 2,3 Millionen Autos der Jahrgänge 2005 bis 2010 zurückrufen. ("Alle aktuellen Infos zum Toyota-Gaspedal-Rückruf finden Sie hier")
 
"Es ist sehr wichtig für unser Unternehmen, die Sicherheit unserer Kunden zu gewährleisten und das Vertrauen in Toyota wieder herzustellen", sagte Carter. Die Panne kratzt schwer am Image des einst für seine Zuverlässigkeit bekannten japanischen Herstellers. Erst im vergangenen Jahr hatte Toyota den größten Rückruf seit seinem Markteintritt in den USA 1957 gestartet. 4,2 Millionen Autos mussten in die Werkstätten, weil eine lose Fußmatte unter das Bremspedal zu geraten drohte.
 
Rund 1,7 Millionen Autos sind von beiden Defekten betroffen: Schlimmstenfalls könnte also das Pedal bei Vollgas klemmen und die Bremse nicht greifen. Laut Toyota selbst ist es jedoch noch zu keinen Unfällen wegen der klemmenden Gaspedale gekommen. Am Montag war bekannt geworden, dass Toyota schon seit Wochen von dem Defekt weiß.

Toyota prüft Rückruf für Deutschland und Europa

Eine Sprecherin von Toyota Deutschland sagte am Mittwoch, für den deutschen und europäischen Markt sei noch immer unklar, in welche Modelle die problematischen Gaspedale eingebaut wurden. Das werde schon seit mehreren Tagen in Tokio und in der Europa-Zentrale in Brüssel geprüft. Damit könne das Unternehmen auch noch keine Angaben dazu machen, wie viele Autos in Deutschland möglicherweise betroffen sind, sagte Sprecherin Susanne Knechtges in Köln. Klar sei aber, dass selbst bei nur einem betroffenen Modell und nur einer kleinen Stückzahl eine Rückrufaktion für den deutschen Markt eingeleitet werde.
 
Der japanische Autobauer verkaufte im vergangenen Jahr bundesweit knapp 138 500 Autos. Das war ein Zuwachs von 43,1 Prozent, der vor allem durch die Abwrackprämie zustande kam. Der Marktanteil stieg in Deutschland 2009 leicht auf 3,6 Prozent.

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