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Zu hoher Schadstoff-Ausstoß

Rückruf für Renault Captur

Renault Captur dCi 110, Frontansicht Foto: Achim Hartmann

Renault muss in Frankreich rund 15.000 Renault-Diesel-Modelle wegen zu hoher Emissionen in die Werkstätten rufen. Diese teilte Umweltministerin Segolène Royal am Dienstag (19.1.2016) in Paris mit, rief aber gleichzeitig ihre Landsleute auf, weiterhin Renault-Modelle zu kaufen.

19.01.2016 Holger Wittich

Renault Captur betroffen, aber auch Opel?

Einem Insider zufolge, solle es sich um 15.800 Renault Captur handeln, die mit dem 1,5-Liter-Diesel mit 110 PS und Euro 6-Norm ausgestattet sind.

Nachdem der VW-Abgasskandal bekannt wurde, hatte eine Technik-Kommission unter dem Vorsitz von Segolène Royale 100 Fahrzeuge verschiedener Marken untersucht. Geprüft wurden die Modelle auf dem Rollenprüfstand sowie unter Realbedingungen. Zudem wurde nach Schummelsoftwarekomponenten gesucht. Unter den 100 Test-Fahrzeugen waren auch vier Renault-Modelle, wovon drei die Schadstoffwerte überstiegen - ein Renault Espace sowie ein Kleintransporter und eben der neue Renault Captur. Royale erklärte, dass auch weitere Marken die zulässigen Werte überschritten haben. Nach einem Bericht der Zeitung "Les Echos" soll auch Opel betroffen sein. Die betroffenen Fahrzeuge sollen nach Angaben von Royale neu eingestellt werden.

Renault-Problem schon früher bekannt?

Thierry Koskas, bei Renault Verkaufschef, hatte bereits eingeräumt, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. "Unter den Testbedingungen des Genehmigungsverfahrens erfüllen unsere Fahrzeuge die Abgasnormen", sagte er. Es geben Unterschiede zwischen den Verbräuchen im Testverfahren und realen Verbräuchen.

Gegenüber der Tageszeitung "Le Monde“ erklärte Renault-Entwicklungschef Gaspar Gascon Abellan, Renault habe schon lange vor den Tests der Technikkommission im Juli 2015 einen Parameterfehler entdeckt, der seit September 2015 repariert werde.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters will Renault im März konkrete Maßnahmen zur Senkung der Stickoxid-Emissionen seiner aktuellen Diesel-Modelle vorstellen. Dabei sollten die Motoren mit Hilfe einer Software neu eingestellt werden, sagte der für Wettbewerb zuständige Vorstand Thierry Bollore vor Journalisten in der Renault-Zentrale bei Paris. Diese Aufrüstung sei für rund 700.000 Fahrzeuge mit den aktuellen Diesel-Motoren denkbar. Den Besitzern werde eine freiwillige Überprüfung angeboten.

Stellungnahme von Renault

Unterdessen hat Renault in einer Pressemitteilung Stellung zu dem Sachverhalt genommen: "Die Renault Gruppe bestätigt, dass aktuell eine Rückrufaktion durchgeführt wird. Sie betrifft rund 15.000 Fahrzeuge mit der Dieselmotorisierung dCi 110. Ziel ist es, einen Kalibrierungsfehler in der Motorsteuerung zu beheben. Das Problem ist bereits bekannt und wurde ab September 2015 in der laufenden Produktion behoben.

Zudem dementiert Renault, eine Anzahl von bis zu 700.000 Fahrzeugen genannt zu haben, die von einer Aktualisierung der Software betroffen sein könnten.

Alle Renault Fahrzeuge entsprechen den aktuell gültigen Normen. Wie bereits im Dezember 2015 angekündigt, plant Renault über die bereits im vollen Umfang erfüllten Euro 6b-Normen hinaus, allen Kunden, die dies wünschen, ein optimiertes System zur Reinigung der NOx-Emissionen zur Verfügung zu stellen."

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