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Rundgang über die L.A. Autoshow 2014

Wasserstoff-Powerplay und West Coast-Wahnsinn

11/2014, Rundgang L.A. Autoshow Jochen Knecht Foto: Jochen Knecht 82 Bilder

Kalifornien steht für das Umweltgewissen der USA. Und viele Jahre gab’s auf der L.A. Autoshow deshalb vor allem ziemlich viel "grün“. Alles Geschichte. 2014 geht’s vor allem um Luxus, Kraft und Sportlichkeit. auto-motor-und-sport.de hat sich auf der L.A. Autoshow 2014 umgesehen.

20.11.2014 Jochen Knecht

Dünne Einweg-Plastiktüten sind ab Juni 2015 in Kalifornien verboten. Viel zu umweltschädlich, sagt Gouverneur Jerry Brown. Sehr löblich, keine Frage. Sollte der gute Mann allerdings in den nächsten Tagen im Los Angeles Convention Center auf der Autoshow vorbeischauen, dürfte es ihm die Laune ziemlich verhageln. Plastiktüten gibt’s zwar keine. Dafür aber halt auch arg wenig Wegweisendes in Sachen umweltfreundliche Mobilität. Das war mal anders. Es ist noch nicht so lange her, da traute sich quasi kein Hersteller ohne irgend ein Öko-Auto auf die Messe. Längst Geschichte. Heute drückt sich das Messe-Volk die Nase am Ford Mustang Shelby GT350 platt. Kann man ja auch verstehen. Die Rückkehr einer Legende. 1965 schon ein absoluter Hingucker und heute mit provokant zur Schau gestellter Kantigkeit und mehr als 500 PS aus einem 5,2-Liter-V8, sorry Mr. Brown, einfach rattenscharf.

L.A. Auto Show 2014 - ein Rundgang zu den deutschen Highlights 2:50 Min.

Brennstoffzelle - die einen machen es, die anderen deuten an

Dezenter machen’s in L.A. 2014 nur wenige. Toyota zum Beispiel. Die Japaner zeigen mit dem Mirai das erste serienmäßige Wasserstoffauto der Welt. Ein Auto, ganz nach dem Geschmack der ökologisch korrekten Kalifornier. Nicht umsonst fährt hier die größte Prius-Taxiflotte der Welt durch die Gegend. Man muss sie sich halt leisten können, die saubere Brennstoffzellen-Zukunft. Mehr als stattliche 79.000 Euro muss man anlegen, um sich einen der 100 für Deutschland bestimmten Mirais in die Garage zu stellen. Trotz des wirklich extrem unvorteilhaften Designs ist der Mirai technologisch ein Riesen-Schritt, den mal wieder kein anderer Hersteller mitgehen kann. Und schon gar keine aus Europa. Kennen wir alles schon vom Prius. Toyota baut das Serienauto, und vom alten Kontinent kommen vor allem Serienautos die zeigen, dass man könnte. Wenn man denn ernsthaft wollte.

Und so wundert es nicht, dass der Volkswagen-Konzern in L.A. parallel zur Mirai-Premiere gleich zwei Wasserstoff-Studien aus dem Hut zaubert. Audi hat den A7 Sportback H-Tron Quattro mit dabei. "Mit dem Concept Car H-Tron zeigen wir, dass wir auch die Brennstoffzellentechnologie beherrschen. Sobald Markt und Infrastruktur es rechtfertigen, können wir in den Serienprozess einsteigen", erklärte Audi-Technikvorstand Ulrich Hackenberg bei der Präsentation. Heißt: Wird noch ein bisschen dauern. Genauso wie der Golf Variant HyMotion, übrigens. Ein Forschungsfahrzeug, das auch noch auf die Rechtfertigung von Markt und Infrastruktur wartet. Genug gelästert. Vor allem Audi hat mit der Studie Prologue einen echten Messe-Kracher am Start. Nichts weniger als die Design-Zukunft der Marke, destilliert in einem hübsch anzusehenden XL-Coupé. Ob man den Riesen-Kühler nun mag oder nicht, als Ausblick auf A8 und A6 taugt der Prologue allemal.

Klotzen statt kleckern

Und sonst so? Jede Menge Luxus und Leistung. Im Mercedes-Maybach S600, zum Beispiel. Oder natürlich im Mercedes AMG GT S. Nicht genug? Dann hätten wir da natürlich noch den Dodge Challenger SRT Hellcat. 717 PS aus einem 6,2 Liter großen Hemi-V8 mit Kompressor. Das stärkste Muscle Car der Welt. Halleluja. Nicht ganz so extrem, dafür aber ziemlich selbstbewusst: der Cadillac ATS-V. 461 PS aus einem 3,6-Liter-V6-Biturbo sind eine echte Ansage. Vor allem an den BMW M3. Der kommt auf "nur“ 430 PS und kostet in den USA 62.000 Dollar. Klar ist der ATS-V günstiger. Aber nur ein bisschen. Um die 60.000 Dollar soll der ATS-V kosten.

Ach, Sie hätten gerne ein wenig mehr Platz? Auch kein Problem. Dann hätten wir da noch den nagelneuen Ford Explorer. Ein Riesen-Trumm von einem Allradler. Full-Size-SUV heißen die Dinger in den USA. Heißt: Deutlich über fünf Meter lang, drei Sitzreihen und dahinter noch genügend Kofferraum für den Familienurlaub. Wer’s drauf anlegt, kann dann auch noch drei Tonnen Anhängelast ziehen. Angst, so einem Ding im Parkhaus seines Vertrauens zu begegnen, muss übrigens niemand haben. Der Explorer wird auch künftig einen großen Bogen um Deutschland machen.

Noch mehr Highlights aus L.A. finden Sie in der Bildergalerie!

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