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GTI-Treffen Wörthersee 2014

So feiert VW sich selbst

Rundgang GTI-Treffen Wörthersee Foto: Markus Stier 39 Bilder

Beim 33. GTI-Treffen am Wörthersee werden zwar nicht die Bälle, aber umso mehr die Autos flach gehalten. Höhergelegt wird nur der VW-Aufsichtsratschef.

29.05.2014 Markus Stier Powered by

Ferdinand Piëch ist nun Ehrenbürger von Wörth

Der Bürgermeister war nervös. Adi Stahl, Amtsvorsteher von Maria Wörth entschuldigte sich dafür, dass er vom Blatt ablas. Der Gemeinde-Chef dankte dem Wirtschaftsboss für das GTI-Treffen im Allgemeinen und die ein oder andere Geldspritze im Besonderen. Ferdinand Piëch, seit Jahrzehnten Wörthersee-Anreiner und graue Eminenz des VW-Konzerns erhielt an Christi Himmelfahrt die Ehrenbürger-Würde.

Das umstehende Volk klatschte höflich aber verhalten, war man doch eigentlich gekommen, um weniger Staatstragendes zu sehen, dafür aber mehr Selbsttragendes. Seit Jahren bemüht sich die GTI-Gemeinde, ihre Geräte noch ein bisschen tiefer zu legen. Dazu ist jedes Mittel recht, egal, ob Luftfahrwerk oder Hydraulik.

VW-Konzern kann es tief und breit

Doch der VW-Konzern zeigt mit geballter Macht, dass er es selbst erstaunlich tief und breit kann, wenn er will. Bei Audi wuchs ein A3 um sechs Zentimeter in die Breite, um die dicken Walzen unterzubringen, die 525 PS aus einem 2,5-Liter-Fünfzylinder auf die Straße zu bringen. Der A3 Clubsport Concept beschleunigt nicht nur aus dem Stand in 3,6 Sekunden auf 100 Klamotten, er steht auch schon nach 25 Metern beim Bremsen von 200 auf Null. Möglich macht es ein Heckflügel, der vor der Kurve steil gestellt zur Luftbremse wird.

Der Audi-Stand an sich hat sich kaum geändert, hat aber dennoch einen deutlich anderen Look bekommen. In Ingolstadt war man kreativ und hat mit Rennstreckenatmosphäre von Tankcrews bis zu Tribünenzuschauern aus Pappe geschaffen. Pfiffig: Ein Schnellzeichner portraitiert Passanten auf den Pappaufstellern. Die dürfen sich anschließend lebensgroß nach Hause nehmen, wenn sie denn das sperrige Mitbringsel zwischen Überrollkäfigen oder Subwoofern im umgebauten GTI heimkriegen.

GTI-Treffen mit Amarok-Offroad-DJ-Mobil

Apropos Subwoofer. Die Nutzfahrzeugabteilung von VW in Hannover hat wie so oft die Katze spät aus dem Sack gelassen. Das Ergebnis ist der Amarok "Power", der auf seiner Ladefläche ein Megamischpult mit zwei Turntables für den Offroad-DJ gebaut hat. Der Subwoofer ist schwimmend gelagert und zur Sicherheit mit in warnendem Orange lackierten Stahlstreben auf der Ladefläche montiert. 5.000 Watt leistet das Ungetüm. Ach ja, unter der Haube kommt der Sechszylinder-TDI auch immerhin auf 272 PS.
 
Vom Nutz- zum Lustfahrzeug hat Skoda den Yeti umgebaut. Eins sichtlich stolzer Chefdesigner Jozef Kaban stand selbst am Stand und nahm die Ovationen entgegen. Er kann nicht sagen, um wie viel höher der knuffige Klein-SUV mit den mächtigen Geländereifen auf der Straße steht. Aber Kaban betont, sein "Yeti Extreme" sei gar nicht so viel höher, denn er hat das Dach ein Stück tiefer gelegt. Das grau-gelbe Spielmobil lockt innen mit einer charmanten Kombination aus Alcantara, Karbon und Klappspaten.

Citigo als Azubi-Projekt

Nicht weniger stolz ist Kaban auf seine Azubis. Die haben einem Citigo gleich das ganze Dach abgesägt. Ein Überrollbügel muss reichen. Die Rückbank des auf Citijet getauften Minis wurde einer mächtigen Musikanlage geopfert. Da sieht der Golf GTI der Wolfsburger Azubis schon eher konventionell aus. Sie haben eine rotschwarze Wolfsburg-Edition auf die Räder gestellt. Die Silhouette ihrer Wahlheimat ist auf die Seitentür lackiert. Ob es allerdings so viele Lokalpatrioten in der niedersächsischen Provinz gibt, muss erst eine Marktanalyse klären.
 
Völlig geklärt ist das Geburtsjahr des Seat Ibiza im Jahre des Herrn 1984. Zum 30-Jährigen erkoren die Spanier das Geburtstagskind zum Wörthersee-Helden und rissen auch ihm das Dach runter. Ein Verdeck gibt es ebenso wenig wie eine nennenswerte Windschutzscheibe. Lediglich ein 20 Zentimeter-Alibi-Scheibchen läuft rund um das Cockpit. Der Cupster genannte Roadster hat unter der Haube den Cupra-Motor mit 1,4-Litern und 180 PS.  Wichtiger ist aber, dass auch er um acht Zentimeter tiefer liegt als sein Serienbruder.

VW treibt die GTI-Idee auf die Spitze

Die Konzernmutter wusste, dass sich die Töchter dieses Jahr mächtig aufbrezeln würden und wollte sich nicht den Schneid abkaufen lassen. Und so ließ sich das Volk seine Geduld beim Piëch-Adelsakt mit dem Auftritt des Wörthersee-Highlights schlechthin belohnen: Der Golf GTI Roadster wurde eigentlich erst einmal nur virtuell für die kultige Rennsimulation Gran Turismo 6 entworfen, dann ließ ihn Designer Klaus Bischoff real auf die Räder stellen.

"Man sieht, wie weit man mit der GTI-Idee gehen kann", verkündet Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neusser. Der Dreiliter-Sechszylinder des gechoppten Golf leistet rund 500 PS, aber Neusser verrät gleich: "Da geht noch was." Mit einem zweiten Lader wären locker 600 PS drin. In Serie geht das 309 km/h schnelle Teil nie, aber Neusser verspricht, "das ein oder andere Element werden wir in der Formensprache künftiger Golf-Modelle wiedersehen."

VW Golf R400 auf der Straße wettbewerbslos

Deutlich näher am wirklichen GTI-Fahrer-Leben ist der Golf R400, der wie der Name schon sagt, 400 PS aus seinem Zweiliter-Vierzylinder holt. Der silberne Prototyp mit seinen beiden mächtigen Doppelläufen unter der Heckschürze sprintet in 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Bisher ist das Einzelstück auf 280 km/h begrenzt. Trotz der Einschränkung sagt Neusser: "auf der Straße wettbewerbslos."
 
Dem GTI-Fan wäre gemäß dem Kanzlerinnen-Duktus das Wort "alternativlos" lieber, aber bisher ist der R400 eben keine Alternative, weil nicht zu kaufen. VW freut sich aber über mächtige Resonanz bei der ersten Präsentation im April in Peking und tüftelt an der Serien-Version.

Auch wenn Neusser schwört, es gäbe genügend GTI-Fanatiker, die sich die stärkste Version zwanghaft in die Garage stellen müssten, aber der R400 kommt frühestens 2016. Puuh. Zwei Jahre warten. Um die Stimmung nicht kippen zu lassen, fahren die Bühnenhelfer Christina Stürmer auf die Bühne. Austrias Pop-Export Nummer eins rechnet vor, dass sie 1982 geboren würde und genauso alt sei wie das GTI-Treffen. Dann mahnt sie die in die Zukunft schmachtende GTI-Gemeinde zu mehr Gegenwärtigkeit und singt: "Wir leben den Moment." Und im Moment scheint über Reifnitz eine warme Frühsommersonne.

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