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Rußfilter-Skandal

Bedrohliche Lage für GAT

Foto: dpa

Der Skandal um die manipulierten Nachrüst-Rußfilter bedeutet für die Firma GAT Einnahmeausfälle in Höhe von 25 Millionen Euro.

21.11.2007

"Das Ganze ist für uns schon eine bedrohliche Lage", so ein Sprecher der Firma. Der Hersteller räumte am Mittwoch (21.11.) ein, dass es bei der Beantragung von Betriebsgenehmigungen zu "formalen Fehlern" gekommen sei.

Nachmeldungen versäumt - Ermittlungen wegen  Urkundenfälschung

Die Deutsche Umwelthilfe hatte GAT vorgeworfen, Änderungen an den Filtern nachträglich vorgenommen zu haben, ohne dies zu dem KBA melden. Statt der erhofften Verbesserung habe die Filterleistung jedoch abgenommen. "Einige Nachmeldungen sind wohl versäumt worden", sagte der GAT-Sprecher. "Doch wir kennen leider noch nicht alle Details."

Es bestehe ein konkreter Verdacht "gegen einen Einzelnen", der inzwischen nicht mehr bei GAT beschäftigt sei, sagte ein Anwalt des Unternehmens. Die Firma habe Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen. "GAT ist an einer vollständigen und transparenten Aufklärung des Sachverhalts interessiert", sagte er.

Wie auto-motor-und-sport.de bereits am 8.11.berichtete ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen GAT wegen des Verdachtes der Urkundenfälschung. Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg hatte zuvor schon die Betriebserlaubnis für Nachrüstfilter der Firmen GAT, Bosal und Tenneco zurückgezogen. GAT wird nun verdächtigt, in den Zulassungs-Anträgen falsche Angaben zur Filterleistung gemacht zu haben. "Bewusst falsche Werte in den Antragsunterlagen sind uns nicht bekannt", sagte ein GAT-Sprecher. Die Vorwürfe müssten zunächst hausintern geprüft werden.

Umweltschützer hatten seit langem auf eine Nachprüfung der Filter gedrungen. Tests im Auftrag des KBA ergaben, dass einige Geräte die gesetzlich vorgeschriebene Reinigungsquote von 30 Prozent der Partikelmenge nicht erfüllten. Nach Angaben der Flensburger Behörde wurden bundesweit rund 40.000 Fahrzeuge mit GAT-Systemen ausgerüstet. Am 11. Oktober ließ die Firma die Genehmigung für zunächst fünf Typen löschen. Als Grund wurden "Unstimmigkeiten bei der Vorlage der Antragsunterlagen" genannt. "Am gleichen Tag haben wir den Vertrieb für sämtliche Systeme gestoppt", sagte der GAT-Sprecher.

Auch Teneco und Bosal betroffen

Das Unternehmen hatte am Montag (19.11.) sieben weitere Genehmigungen in Flensburg zurückziehen lassen. Auch die Konkurrenten Tenneco und Bosal übersandten inzwischen Löschungsanträge für insgesamt neun Typen. Vier der Tenneco-Fabrikate sollen baugleich mit den beanstandeten Produkten sein. Nach Einschätzung von Branchenkennern gehört GAT zusammen mit den Marktführern HJS und Twintec zu den drei führenden Herstellern von Rußpartikelfiltern in Deutschland.

Autofahrer, die ihren Wagen mit einem fehlerhaften Rußfilter nachgerüstet haben, können laut ADAC einen Austausch verlangen. Die Betriebserlaubnis für bereits eingebaute Geräte erlöscht den Angaben zufolge jedoch nicht.

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