Saab: Autobauer stellt Insolvenzantrag

Update ++ Der zum US-Konzern General Motors (GM) gehörende Autohersteller Saab stellt Insolvenzantrag, will die Produktion aber fortsetzen. Das beschloss der Aufsichtsrat am Freitagmorgen (20.2).

Während gleichzeitig in Deutschland um das Überleben des ebenfalls zum US-Autoriesen General Motors (GM) gehörenden Opel-Konzerns gerungen wurde, kündigte die Saab-Spitze am Freitag im schwedischen Trollhättan einen neuen Anlauf zum Überleben ohne GM an. Beobachter nannten dabei auch ein Zusammengehen des vergleichsweise kleinen schwedischen Herstellers mit Opel als Möglichkeit.

Produktion soll fortgesetzt werden

Der als Insolvenzverwalter eingesetzte Anwalt Guy Lofalk bestätigte den rund 4.100 Beschäftigten in Trollhättan, dass Saab die Autoproduktion vorerst unverändert fortsetzt. Man werde auch bei der Automesse in Genf in gut zwei Wochen "kraftvoll und dynamisch die zukunftsträchtigen Saab-Modelle vorstellen", kündigte der bisherige Konzernchef Jan Åke Jonsson an. Saab ist einer der kleinsten Autohersteller in Europa und hat sich seit 1947 einen Namen mit hochwertigen und als besonders sicher geltenden Autos gemacht.    

GM, selbst akut vom Aus bedroht, sicherte in Detroit Finanzierungshilfen für die Fortsetzung der Produktion in einer mindestens dreimonatigen Rekonstruktionsperiode an. Für ein dauerhaftes Überleben als entscheidend bezeichnete Jonsson, dass Schwedens Regierung in Stockholm staatliche Garantien für Kredite der Europäischen Investitionsbank (EIB) an "ein neues Unternehmen Saab Automobile" bereitstelle. Bisher hatten Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt und Wirtschaftsministerin Maud Olofsson dies kategorisch abgelehnt und auf die Verantwortung von GM verwiesen.    

Jonsson hatte den Niedergang des Unternehmens unter anderem mit "veralteten Modellen" begründet. Es hieß im offiziellen Insolvenzantrag dazu: "Die Verluste des Unternehmens sind entstanden als Folge gesunkener Nachfrage, eines veralteten Produktangebotes mit nicht konkurrenzfähigem Modellzyklus, eines schmalen Produktsortiments sowie einer viel zu umfassenden Produktionskapazität mit entsprechenden Kosten."

Hohe Verluste seit einigen Jahren

Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt und beschäftigt 4.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson bestätigte am Donnerstag (19.2) im Rundfunk die ablehnende Haltung der schwedischen Regierung zu Hilfen für den akut angeschlagenen Mutterkonzern GM.

Ähnlich wie in Deutschland im Fall Opel hatte das US-Unternehmen auch in Schweden um staatliche Hilfe gebeten, ohne konkrete Konzepte für die Zukunft der Tochter vorzulegen. Saab steht seit 2008 zum Verkauf. Von der Größe her ist Saab nach Einschätzung der Experten jedoch uninteressant für Opel. Sollten die Rüsselsheimer ganz oder teilweise Eigenständigkeit von der Mutter erlangen, sei der Autobauer auf größere Partner angewiesen. Christoph Stürmer vom Wirtschaftsforschungsinstitut Global Insight Deutschland GmbH in Frankfurt sagte: "Selbst im Verbund mit GME wäre Opel ein relativ kleiner Spieler." Zu GM-Europe (GME) gehören neben Opel auch Saab sowie die englische Marke Vauxhall.

Das Management von Opel und GM hatte am Mittwoch erstmals eine teilweise Herauslösung Opels von der angeschlagenen US-Mutter ins Spiel gebracht und erklärt, gegebenenfalls mit Dritten über "Partnerschaften und Beteiligungen" zu verhandeln. GME-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte am Freitag dem dpa-Audiodienst: "Es ist sehr offensichtlich, dass wir eigentlich nur eine Zukunftsperspektive haben durch eine Teilherauslösung aus dem General-Motors-Konzern."

Herauslösung bleibt Thema

Das Management von Opel und GM hatte am Mittwoch erstmals eine teilweise Herauslösung Opels von der angeschlagenen US-Mutter ins Spiel gebracht und erklärt, gegebenenfalls mit Dritten über "Partnerschaften und Beteiligungen" zu verhandeln. GME-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte am Freitag dem dpa-Audiodienst: "Es ist sehr offensichtlich, dass wir eigentlich nur eine Zukunftsperspektive haben durch eine Teilherauslösung aus dem General-Motors-Konzern."

Mit dem Insolvenzantrag für den schwedischen Autohersteller Saab will der US-Konzern General Motors (GM) den Weg freimachen für eine selbstständige Zukunft der bisherigen Tochter. Das teilte GM am Freitag (20.2.) in einer Presseerklärung mit.

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dpa

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