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Saab

Die Wahrheit über Schwedens GM-Tochter

Foto: Nextline 2 Bilder

Künftige Saab-Automobile werden auf GM-Plattformen gebaut oder bedienen sich bei der japanischen Marke Subaru. So kommt ein neuer Kompakt-Saab wahrscheinlich auf Astra-Basis, ein neuer großer SUV wird von einem Subaru Crossover abgeleitet.

22.11.2004

Seit Jahren mangelt es dem Saab-Management an einer schlüssigen Modellstrategie. Mit nur zwei Baureihen (9-3 und 9-5), die zudem viel zu dicht beieinander liegen, kann die Fabrik in Trollhättan nicht ausgelastet werden. Besserung ist so schnell nicht in Sicht: Denn das 9-3-Programm wird erst im August 2005 um eine Kombiversion (9-3x Sportwagon) erweitert, gleichzeitig hält ein 2,8-Liter-V6-Turbomotor mit 250 PS in der dann auch optisch aufgefrischten Saab-Mittelklasse Einzug.

Wie verfahren die Saab-Situation ist, zeigt sich auch darin, dass dieser neue Top-V6 in der höher positionierten 9-5-Reihe nicht eingesetzt werden kann, weil das Triebwerk in die veraltete Karosse (Debüt 1997) gar nicht reinpasst. Wie es hier weitergehen soll, ist immer noch nicht entschieden. Die wahrscheinlichste Lösung ist ein neues Spitzenmodell (9-6) auf Basis der großen RWD-Konzernplattform mit Hinterradantrieb und optionalem Allradantrieb sowie der Möglichkeit, auch einen V8 installieren zu können.

Die Saab-Oberen zieren sich zwar, weil sie Frontantrieb als Kernkompetenz der Marke erachten, aber die mit Alfa vorentwickelte Premium-FWD-Plattform musste wegen zu hoher Kosten wieder verworfen werden. Bliebe als Alternative sonst nur die Basis des Opel Signum, aber damit würde der 9-5-Nachfolger wieder zu nah am 9-3 kleben.

Saab - ein Opfer verpasster Chancen

Fast alle Trends wurden von Saab verschlafen: Coupé-Cabrios, Sport Utilities (SUV) und ein Kompaktwagen. Weil die Schweden nichts auf der Pfanne hatten, wurden auf Drängen von GM-Entwicklungsboss Bob Lutz für den US-Markt zwei "Rettungswagen“ aufgelegt: der 9-2x, ein umgemodelter Subaru Impreza, der wie Blei bei den Händlern steht, und der SUV 9-7x, der 2005 an den Start geht und dem das gleiche Schicksal droht, weil unter der Saab-Schale ein Chevrolet Trailblazer steckt, der im Listenpreis10.000 Dollar günstiger angeboten wird als der Saab.

Weil Saab offenbar selbst nicht an einen Erfolg des 9-7x glaubt, ist schon ein Nachfolger in Arbeit – diesmal als Abklatsch des großen Subaru SUV mit Dreiliter-Sechszylinder-Boxermotor, Schiebetüren und sieben Sitzplätzen, der im Januar 2005 auf der Detroit Auto Show debütiert. Allerdings hat der Saab im Gegensatz zum Subaru konventionelle Fondtüren.

Und was passiert am anderen Ende der Skala? Ein Kompakt-Saab auf Basis des zweitürigen Astra GTC existiert bereits als Designmodell und wäre innerhalb von 18 Monaten zu realisieren. Zur Diskussion steht aber auch wieder ein Derivat auf der Plattform des nächsten Subaru Impreza, zumal die Japaner bis in zwei Jahren ihren ersten Turbodiesel-Boxermotor – einen Zweiliter-Vierzylinder – serienreif haben.

Beim 9-3-Nachfolger sind die Weichen bereits gestellt. Er wird von der weiterentwickelten Epsilon-Plattform (Opel Vectra, Chevrolet Malibu) abgeleitet und in Trollhättan dann nicht nur als Saab gebaut, sondern mit eigenständiger Karosserie auch als kleiner frontgetriebener Cadillac.

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