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Saab-Historie

Adieu Saab, so schön war die Zeit

Athmosphäre Saab Museum Foto: Klaus Weissbauer 51 Bilder

Adieu Saab: Am 19.12. 2011 beantragte das seit neun Monaten mit leeren Kassen und hohen Schulden stillstehende Unternehmen selbst die Insolvenz. Alle Hoffnungen des schwedischen Autobauers auf Rettung durch frisches Kapital aus China haben sich zerschlagen. Nachdem das Unternehmen bereits 2009 Insolvenz anmeldete, ist jetzt endgültig Schluss. Wir zeigen die Modellgeschichte von Saab.

19.12.2011 Uli Baumann Powered by

Ursprünglich entwickelte und baute Saab, 1937 als Svenska Aeroplan Aktie Bolaget (SAAB) gegründet, Flugzeuge für die schwedische Luftwaffe.1947 stellten die Schweden ihr erstes Automobil vor, das das Unternehmen grundlegend veränderte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stellte Saab zunehmend auf den Bau ziviler Maschinen um. Den Einstieg in den automobilen Sektor vollzog Saab mit Sitz in Trollhättan Ende der 40er Jahre. Bereits 1947 präsentiert, kam 1949 mit dem Saab 92 das erste Serienmodell auf den Markt. Heute sind Flugzeug- und Autogeschäft komplett getrennt und bilden keine gemeinsame Einheit mehr.

Seit 2000 firmierte Saab Automobile AB unter dem Dach von GM

In den 50er und 60er Jahren etablierte sich Saab als Autohersteller. Ende der 60er Jahre stellten die Schweden vom Zweitakter auf Vierzylinder-Viertakt-Triebwerke um. Zu gleichen Zeit, 1968, vollzog Saab die Fusion mit dem schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania-Vabis AB. Der gesamte Pkw-Bereich wurde 1990 wieder aus dem Verbund der Saab Scania Gruppe herausgelöst und die Saab Automobile AB entstand.

Erste Insolvenz und turbulente Jahre

Auch die Lkw-Abteilung wurde als eigenständige AG unter dem Namen Scania wieder ausgegliedert. Zu dieser Zeit akquirierte General Motors 50 Prozent der Anteile. Die anderen 50 Prozent hielt bis zur vollständigen Übernahme des Unternehmens durch GM im Jahr 2000 die schwedische Holding Investor AB. Seit 2004 wird Saab durch die GM-Europazentrale in der Schweiz gesteuert. Im Jahr 2009 könnte die Automobilgeschichte bei Saab nach 62 Jahren zu Ende gehen, den der Autobauer meldete am 20. Februar Insolvenz an.

Im Juni 2009 wurde verkündet, dass der schwedische Hersteller Koenigsegg die traditionsmarke übernehmen wolle. Am 16. Juni wurde der Kauf vereinbart und sollte bis Jahresende abgeschlossen werden. Doch aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten kam es zu Verzögerungen. Erst als sich der chinesische BAIC-Konzerns an dem Unternehmen beteiligte, wurde die Finanzierung gestemmt. Doch letztlich ließ Koenigsegg im November 2009 die geplante Übernahme dann doch noch platzen.

GM gab im Dezember 2009 bekannt, dass die Verhandlungen gescheitert seien und das Unternehmen Saab nun abgewickelt werden solle. Doch als letzter Retter in der Not trat das niederländische Unternehmen Spyker mit einem Angebot auf den Plan. Weitere Angebote gingen bei GM ein, doch am 12. Februar 2010 wurde der Verkauf von Saab Automobile AB vertraglich abgeschlossen. Seit der Übernahme gab es jedoch Gerüchte über Zahlungsschweierigkeiten des Unternehmens.

Der endgültige Untergang von Saab

Im Jahr 2011 verdichteten sich die Gerüchte: Offenbar konnte Saab die Zulieferer und auch die Löhne der Angestellten nicht mehr bezahlen. Nach nur noch 30 000 produzierten Autos 2010 liefen in diesem Jahr ganze 13 000 Wagen in Trollhättan vom Band, ehe im April ganz Schluss war. Die Beantragung des Gläubigerschutzes war der letzte Schritt, um ein eventuelles Fortbestehn von Saab Automobile AB zu ermöglichen. Seit Ende November konnte Saab schließlich seinen 3500 Beschäftigten im Stammwerk Trollhättan die  fälligen Löhne und Gehälter nicht mehr zahlen. Alle Versuche zur Zusammenarbeit mit finanzstärkeren Partnern in Russland sowie China sind seitdem gescheitert. Muller selbst verfügte mit seinem inzwischen zu Swan (Swedish Automobile N.V.) umbenannten Unternehmen über kein nennenswertes Kapital. Jetzt reichte Saab selbst den Antrag auf Insolvenz bei Gericht ein.

Erster Saab kam mit Zweizylinder-Zweitakter auf den Markt

Der Ur-Saab, der Saab 92 als erstes Serienmodell der Schweden, kam 1949 auf den Markt. Das Design der viersitzigen Limousine orientierte sich stark an dem der Flugzeuge. So erinnerte die Form des viersitzigen Fahrzeugs in der Seitenansicht an eine Flugzeugtragfläche. Ein vorne quer eingebauter, 25 PS starker Zweizylinder-Zweitaktmotor gab seine Leistung an die Vorderräder weiter und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h.

In der Modellgeschichte folgten beispielsweise 1955 das Modell 93 und 1960 der Saab 96, der bis 1980 produziert wurde. Bereits 1976 stellte Saab im Saab 99 seinen ersten Turbo-Motor vor, eine Technologie, die bis heute prägend für die schwedische Marke ist.

Ab 1978 ging der Saab 900 in der Mittelklasse an den Start. Sechs Jahre später folgte der Saab 9000 in der oberen Mittelklasse. Das erste Saab Cabriolet entstand 1986 auf der Grundlage des 900. Als Nachfolger der 9000er-Serie startete 1997 der Saab 9-5. Die 900er-Serie ersetzte 1998 der Saab 9-3. Das Saab 9-3 Cabrio wurde 1999 erstmals vorgestellt.

Speziell für den US-Markt wurde 2004 auf Basis des Subaru Impreza der Saab 9-2X vorgestellt. Der Chevrolet Trailblazer diente ab 2005 als Basis für den ebenfalls exklusiv für die USA gefertigten Saab 9-7X, der bis 2008 gebaut wurde.

Aktuell beschränkt sich die Modellpalette von Saab auf die zweite Generation des 9-5 (seit 2010) sowie des 9-3 (seit 2003).

Im September 2011 sollte eigentlich der Marktstart des Saab 9-4X in Europa gefeiert werden, doch wie es mit diesem SUV auf Basis des Cadillac SRX weitergehen wird, ist unklar.

Weitere Informationen rund um Saab und die aktuelle Entwicklung halten auch die Saab-Freunde vom 1. Deutschen Saab-Club e.V. auf ihrer Internetseite bereit.

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