Saab-Verkauf steht: General Motors gibt Saab an Koenigsegg ab

General Motors und ein Konsortium unter der Führung des schwedischen Sportwagenherstellers Koenigsegg haben am Montag (15.6.) eine Absichtserklärung zur Übernahme von Saab geschlossen.

Der winzige schwedische Sportwagenbauer Koenigsegg mit 45 Beschäftigten will das Traditionsunternehmen Saab mit 3.400 Jobs retten.

Keine finanziellen Details

Wie der bisherige Mutterkonzern General Motors (GM) und Koenigsegg am Dienstag (16.6.) mitteilten, übernimmt das Familienunternehmen aus dem südschwedischen Ängelholm Saab für einen nicht genannten Betrag. Das Geschäft mit mehreren Finanziers im Hintergrund soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Der geplante Verkauf stützt sich auf einen Kredit der Europäischen Investitionsbank EIB in Höhe von 600 Millionen Dollar, für den die schwedische Regierung bürgen soll.

Saab ist einer der weltweit kleinsten Anbieter von Autos aus Serienfertigung mit einer Jahresproduktion von 93.000 Wagen im vergangenen Jahr. Seit dem Einstieg von GM vor knapp 20 Jahren hat das schwedische Unternehmen bis auf zwei Jahre stets Verluste eingefahren. Für dieses Jahr wird ein Minus von drei Milliarden Kronen (276 Mio Euro)erwartet. Bei Koenigsegg wurden im vergangenen Jahr 18 Sportwagen gefertigt, von denen keins weniger als umgerechnet
rund 700.000 Euro kostete.

GM erlässt 75 Prozent der Saab-Schulden

GM-Europachef Carl-Peter Forster nannte den Käufer "eine fantastische Mischung aus Innovation, Unternehmergeist und Finanzkraft". GM wird Saab unter anderem für eine bestimmte Zeit mit Antriebstechnologien versorgen. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass die nächste Generation des Saab-Modells 9-5 weiterhin am Produktionsstandort Trollhättan vom Band läuft. GM erlässt auch 75 Prozent der Saab-Schulden bei der bisherigen Konzernmutter von insgesamt neun Milliarden Kronen verzichtet.

Schwedens Wirtschaftsministerin Maud Olofsson erklärte, vor allem wegen der Standorterhaltung in Schweden sei die Regierung erfreut über den Einstieg von Koenigsegg. Der bisherige Saab-Vorstandschef Jan Åke Jonsson meinte: "Durch diese Einigung bekommen wir die Möglichkeit, das Potenzial unseres Markennamens mit Hilfe neuer, spannender Autos mit ausgeprägt schwedischem Charakter maximal auszuschöpfen." Positiv äußerte sich auch der Saab-Betriebsratschef Paul Akerlund: "Eine gute Lösung. Finanziell stehen wirklich kräftige
Muskel dahinter."

Beobachter sehen Saab-Zukunft skeptisch

Endgültige Klarheit über das finanzielle Gerüst hinter der auch für Fachleute sensationellen Übernahme brachte die Mitteilung von GM und Koenigsegg nicht. Neben dem norwegischen Unternehmer und Designer Bård Eker ist auch der US-Finanzier Augie K. Fabela beteiligt. Der Mitgründer des russischen Telekom-Konzerns Vimpelcom übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat. Christian von Koenigsegg, Mehrheitseigner bei dem nach ihm benannten Unternehmen, soll 42,5 Prozent der Aktien im neuen Saab-Konsortium halten.

In ersten Kommentaren von Branchenbeobachtern hieß es, dass Saab nun möglicherweise verstärkt auf exklusive Modelle und weniger auf möglichst hohe Absatzzahlen setzen wolle. Nach den ersten inoffiziellen Berichten über die Koenigsegg-Übernahme äußerten sich die meisten Kommentatoren betont skeptisch über die Erfolgsaussichten.

Schwedens Regierung reagiert abwartend bis skeptisch auf die Übernahme des Autoherstellers Saab durch den sehr kleinen heimischen Sportwagenbauer Koenigsegg. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson sagte am Dienstag in Stockholm, sie wisse "noch nicht, wie stark die Käufer finanziell tatsächlich sind". Es sei aber für die Zukunft von Saab mit derzeit 3.400 Arbeitsplätzen "völlig entscheidend", ob die neuen Eigner über genügend Kapital verfügen.

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Holger Wittich

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Wird Koenigsegg Saab in eine erfolgreiche Zukunft führen können?
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