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Sachsen Classic 2009

25-50-75: Drei Jubilare im Feld

Sachsen Classic 2009 Tag 2 Impressionen Foto: Hardy Mutschler 23 Bilder

„Die Sachsen Classic ist das längste rollende Automobilmuseum“ - so eröffnete Streckensprecher Johannes Hübner die Oldtimerrallye durch den Freistaat. Wir stellen drei Jubilare im Feld vor: 1934er Bugatti Typ 51, 1959er Saab 93 B deluxe und 1984er Mercedes 280 TE.

15.08.2009 Powered by

Der älteste der drei wirkt auch heute noch – zumindest technisch – nicht wie ein Oldtimer: Sein Reihenachtzylinder besitzt zwei obenliegende Nockenwellen, wird von einem Kompressor aufgeladen und leistet 160 PS.

Bugatti Typ 51: Auch nach 75 Jahren noch auf der Höhe der Zeit

"In der Rennversion waren es 220 PS", weiß Besitzer Gerd Bühler. Vor drei Monaten kaufte er den extrem seltenen Bugatti Typ 51, von dem nur 40 Exemplare gebaut wurden. Weniger als zehn sollen heute noch existieren.

Die ausgeklügelte Technik ist es auch, was den Münchner so begeistert. Er besitzt noch zwei weitere, technisch anspruchsvolle Oldtimer. Einen Jaguar XK 150 OTS und einen Mercedes 300 SL Roadster.

Bei seinem Typ 51 zog Ettore Bugatti noch einmal alle Register. Er stemmte sich gegen die Übermacht der deutschen und italienischen Rennwagen, die von den Machthabern als Prestigeobjekte stark subventioniert wurden. Bugatti schuf mit dem Typ 51 ein hoch entwickeltes Rennauto, dem jedoch der große Triumph versagt bleiben sollte. Er konnte nicht an die Siege seines Vorgängers Typ 35 anknüpfen. Die Detailverliebtheit und den Perfektionismus des Meisters kann man an jeder Ecke des Typ 51 entdecken. Die Führung der Seilzugbremsen, Schraubensicherung per gedrilltem Draht oder die berühmten Räder, in die die Bremstrommel integriert waren.

Gerd Bühler und sein Beifahrer Karl Schäfer sind bei der Sachsen Classic dabei, "weil das Autofahren pur ist. Mit den alten Fahrzeugen durch die wunderschöne Landschaft zu fahren hat etwas Emotionales." Auf die Zuverlässigkeit seines raren Automobils angesprochen, antwortet Bühler kurz und knapp: "Bis jetzt hatte ich noch keine Probleme. Und wenn mal passiert, muss man eben damit leben. Das macht die ganze Sache so bodenständig."

Der Schwede mit deutschem Rängtängtäng: Saab 93 B deluxe

Ein halbes Jahrhundert alt ist der Saab 93 B deluxe, der wie der Bugatti in blauer Farbe, wenn auch etwas ausgewaschener, daherfährt. Auch der Saab des Baujahres 1959 ist ein sehr seltenes Fahrzeug. Er wird von einem Dreizylinder-Zweitaktmotor aus dem Hause DKW angetrieben, statt wie sein Nachfolger mit Ford-V4-Motoren. "Besonders gefallen mir die Frauenfängertüren", sagt Fahrer Michael Hesse. "Man muss nur die hinten angeschlagenen Türen öffnen und nah genug am Bürgersteig entlangfahren, bis eine Schönheit auf dem Beifahrersitz landet."

Der Klang des 38 PS starken 0,75-Liter-Motors erinnert an Sachsen vor 25 Jahren, als die Straßen noch zu mehr als 90 Prozent von zweitaktenden Rennpappen bevölkert waren.

Da passt alles rein: Mercedes-Benz 280 TE

Vor 25 Jahren lief in Bremen der Mercedes 280 TE von Kerstin Apel in Bremen vom Band. Das Topmodell des Kombi-Pioniers gilt als "der letzte zuverlässige Mercedes", weiß Kerstin Apel. "Vor acht Jahren habe ich ihn mit 140.000 Kilometern gekauft. Ich liebe Kombis, weil sie so praktisch sind. Da muss ich nicht lange überlegen, was ich einpacke und was nicht, Platz ist ja genug da. Da passt einfach alles rein".

In den letzten acht Jahren hat der mit Klimaanlage, Wurm-Kat, Alarmanlage, elektrischen Fensterhebern, Velourspolstern und Zentralverriegelung ausgestattete Mercedes 280 TE rund 80.000 Kilometer zurückgelegt - mit Saisonkennzeichen von April bis Oktober. "Ohne Probleme", wie die Besitzerin, die noch einen Nachfolger der Baureihe 124 in der Garage parkt, versichert. Und auch dieser Mercedes ist natürlich ein T-Modell - weil er so zuverlässig und praktisch ist.

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