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Sachsen Classic 2009

Die grünen Siebziger

Foto: Hardy Mutschler 16 Bilder

Was haben Manila, Zedern und verde germoglio gemeinsam? Es sind Namen für giftig-grelle Grün-Töne. Die Autos, die sie tragen heißen VW Golf, BMW 630 CS und Dino 246 GT und enstanden in der für Freunde der fröhlichen Farben idealen Zeit der Siebziger-Jahre.

13.08.2009 Powered by

Sie fallen auf. Kein Hersteller traut sich heute noch, seine Autos in diesen schockierenden Farben zu lackieren. In den wilden Siebzigern gehörte das dagegen noch zum guten Farb-Ton. Im Starterfeld der Sachsen Classic sind gleich drei Fahrzeuge in der Farbe der Hoffnung vertreten.

Gölfe gegen Currywurst

Eine Hoffnung bedeuteten für die DDR-Bürger die ersten Volkswagen Golf, die 1977 im Rahmen eines Kompensationsgeschäftes den Weg in den Realsozialismus fanden. Ziel des Tauschgeschäfts war die Internationalisierung des Straßenbildes. Das Volkswagenwerk lieferte 10.000 Golf und bekam dafür Scheinwerfer, Elektrikteile, Currywürste für die Kantine und ein Planetarium im Tausch. Die Wolfsburger Autos strahlten in vier Farben: Riad-Gelb, Miami-Blau, Panama-Braun – und Manila-Grün.

30 Jahre jung und noch so zederngrün

Fritz und Silvia Teichmann fahren in einem zederngrünen BMW 630 CS von 1979 mit. Der 30-jährige Bayer wird von dem per Vergaser beatmeten Dreiliter-Sechszylinder angetrieben. Vor zehn Jahren erwarb Fritz Teichmann das 184 PS starke Coupé mit 130.000 Kilometern von einer älteren Dame. "Ihr wurden die Reparaturen zu teuer", erklärt Teichmann. "Dabei ist der Wagen absolut zuverlässig. Der malade Tank und die Auspuffanlage wurden getauscht, neue Reifen aufgezogen und  das Blech partiell nachlackiert." Rund 5.000 Kilometer fahren die Bad Dürkheimer mit ihrem 6er, der jetzt rund 190.000 km auf der Uhr hat. "Für die Kinder wurden hintere Gurte nachgerüstet, sonst ist alles original – und ich fahre wieder die Kennzeichenkombination von meinem ersten Auto", freut sich der stolze Besitzer.

Meisterstück aus Maranello

In verde-germoglio hüllt sich der 1970er Dino 246 GT von Mathias Bartz - es steht ihm ausgezeichnet und lässt die Pininfarina-Linien besonders gut zur Geltung kommen. Das kräftige Grün findet sich auch im Innenraum, die Sitzflächen sind mit grünem Stoff bezogen. "Das ist nicht original" - darauf weist der Vize-Präsident des Ferrari Club Deutschland sofort hin. Er kennt sich aus mit dem Dino, schließlich ist er Typreferent und nennt noch zwei weitere Fahrzeuge dieses Modells sein Eigen. Neben dem grünen 246 GT besitzt er einen von nur rund 150 gebauten 206 GT und einen 246 GTS.

Vor seiner Ferrari-Zeit fuhr Matthias Bartz elf Jahre lang MG - Midget, B und C. Ein Ferrari 328 war der erste Schritt in Richtung Maranello, später begeisterte sich Bartz für den Dino. "Das ist der erste Ferrari mit Mittelmotor für den Straßenverkehr", schwärmt er. "Er fährt sich wie ein Go-Kart". Seit der Komplettrestaurierung ist Matthias Bartz rund 8.000 Kilometer mit seiner Flunder gefahren. "Schwächen gibt es eigentlich keine gravierenden, nur die Vergaser können bei zu wenig Gas in Rechtskurven durch die Fliehkräfte Spritmangel bekommen. Das liegt an der Vergaserbatterie, die einfach vom Fiat Dino übernommen wurde. Der hatte den V6 vorne längs. Beim Ferrari Dino sitzt er quer zur Fahrtrichtung."

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