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Sachsen Classic 2011 - Rallyelehrgang

Handwerkszeug für Rallye-Fahrer

Sachsen Classic 2011, Rallyelehrgang Foto: Kai Klauder 30 Bilder

Gebetsbuch der Sachsen Classic 2011 mit Chinesenzeichen, ein gutes Zeitgefühl, ein sensibler Gasfuß, und das richtige Herunterzählen - das alles gehört zum Handwerkszeug eines Oldtimerrallyefahrers. Wie damit umzugehen ist, lernten mehr als 80 Teilnehmer beim Rallyelehrgang der Sachsen Classic 2011.

17.08.2011 Kai Klauder Powered by

Um 13.00 Uhr begrüßten Birgit Priemer, stellvertretende Chefredakteurin auto motor und sport, und Harald Koepke, der Organisationsleiter der Sachsen Classic die mehr als 80 Teilnehmer des Sachsen Classic-Rallyelehrgangs in einer der vielen schön renovierten Hallen auf dem Gelände der Zeitenströmung in Dresden. In den folgenden rund 70 Minuten lernten die Rallye-Novizen das Handwerkszeug eines Oldtimer-Rallyefahrers kennen.

Selbstbewusstes Navigieren gefordert

"Die Bordkarte, das Roadbook und natürlich der Beifahrer ist das Wichtigste", begann Birgit Priemer, erfahrene Rallyepilotin und Beifahrerin. Sie gab Tipps für den Umgang mit den Chinesenzeichen, mit denen im Roadbook die gesamte Etappe aufgezeichnet ist - "Am besten alle gleich abstreichen, die erledigt sind" - und ermutigte die Teilnehmer zum selbstbewussten Navigieren. "Sie sollten nicht blind hinter dem Vordermann herfahren, sondern sich immer schön am Roadbook orientieren." Und Koepke fügte an: "Denn der schönste Moment bei einer Oldtimerrallye ist, wenn alle anderen abbiegen und man selbst geradeaus fährt – und das auch noch richtig ist."

Für die Teams war nach dem theoretischen Teil die Aufgabenteilung für die Praxis klar. Der Fahrer muss ein Gefühl für Gas und Bremse entwickeln, der Beifahrer für die Zeitmesser und für das korrekte Zählen. Für beide gilt zusätzlich, die Abmessungen ihres Fahrzeugs richtig einschätzen zu lernen - wann löst die Lichtschranke aus, wann der Druckschlauch.

Aus böhmischen Dörfern wird geballtes Rallyewissen

Totale, partiale und degressive Kilometrierung, dreifach verschachtelte Wertungsprüfung, Doppel-WP mit zwei Starts oder mit zwei Zielen - für einige Rallye-Neulinge war die komplexe Theorie einer Oldtimer-Rallyezu viel. Birgit Priemer schloss den theoretischen Teil denn auch mit einem Mut machenden Ratschlag und einem zwinkernden Auge ab: "Sie haben jetzt extrem viel gehört - und können sich bestimmt nicht alles behalten. Doch bei der Sachsen Classic geht es ja eigentlich nur um den Spaß, der wird allerdings ziemlich ernst genommen!"

Das wissen auch Stefan Endrich und Jens Ellinger, die schon bei der ersten Sachsen Classic dabei waren. "Schon seit neun Jahren nehme ich an dem Rallyekurs teil", sagt Endrich, "denn hier kann man nochmal alles Wissen auffrischen." So sieht es auch sein Co-Pilot: "Es ist ja wieder ein Jahr vergangen und außerdem ist der Rallyelehrgang  immer eine gute Einstimmung auf die Sachsen Classic. Vor allem, wenn er bei so strahlendem Sonnenschein stattfindet. Wir lernen immer wieder etwas dazu - und haben dann bei der Rallye einen freudbetonten sportlichen Anspruch. Und wenn es nicht so gut läuft, kaufe ich uns eben einen Pokal", scherzt Ellinger. Die beiden sind in einem von 1.187 Mercedes-Benz 500 SLC unterwegs, der Leichtbauversion des C107, der nur 1.330 Kilogramm auf die Waage bringt. „Der geht ganz gut voran“, freut sich Endrich, der erst im Nachhinein erfuhr, wie selten sein Fahrzeug ist. "Skurril ist auch das Bedienpanel der Klimaanlage: Denn die gab es in Deutschland noch gar nicht, als dieser SLC gebaut wurde. Die amerikanische Version hatte sie allerdings schon, und so wurde bei meinem Auto, das schon 1979 bestellt wurde und eines der ersten zehn Exemplare ist, eine für den amerikanischen Markt gedachte Klimaanlage verbaut."

Die Nachttischlampen brennen noch lange

Auch die beiden Sachsen Classic-Kenner gingen auf die "Teststrecke" mit zwei Wertungsprüfungen. Bei der Praxis konnten sich nun alle Teilnehmer an den Stoppuhren, Gas- und Bremspedalen sowie den Druckschläuchen und Lichtschranken ausprobieren. Die zahlreichen Helfer standen dabei mit wertvollen Ratschlägen und Tipps bereit und erklärten die verbliebenden Fragen. Bis nach 18.00 Uhr übten die Teilnehmer, bevor sie ins Hotel fuhren. Feierabend bedeutet das jedoch nicht, denn wie sie heute auch gelernt haben, ist eine gute Vorbereitung das A und O bei einer Oldtimerrallye. So werden wohl einige Nachttischlampen noch bis weit in die Nacht die Seiten der Roadbooks beleuchten.

Die Sachsen Classic 2011 startet am Donnerstag, 18. August, um 12.01 Uhr auf dem Gelände der Zeitenströmung Dresden, Königsbrücker Straße 96.

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