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Sachsen Classic 2012

Vorbereitung eines Rallye-Autos

1981er Porsche 911 SC Targa Foto: Dino Eisele 10 Bilder

Die Sachsen Classic wirft ihre Schatten voraus - und  Porsche macht einen 1981er 911 SC Targa fit für die Oldietour von Zwickau nach Dresden.

08.08.2012 Michael Rassinger/TMG Powered by

Unsere Schwesterzeitschrift Auto Straßenverkehr hatte im Frühjahr ein Gewinnspiel veranstaltet. Hauptpreis: Eine Mitfahrt im Porsche SC 911 Targa bei der 10. Sachsen Classic. Für seinen Einsatz wird der Sportler von Porsche Classic vorbereitet.

Fans und Sammlern würde es vermutlich Freudentränen in die Augen treiben: In einer unscheinbaren Halle in einem Industriegebiet im Stuttgarter Norden verwahrt Porsche jene rollenden Preziosen, die gerade nicht im nahe gelegenen Werksmuseum ausgestellt werden oder auf Oldtimerveranstaltungen im Einsatz sind. Eine Vielzahl von Modellen aus der Firmengeschichte ist hier vertreten, vom 911er Urmodell bis zur letzten luftgekühlten Variante 993, von aufwendig gemachten Schnittmodellen für Messen über Sportwagen-Prototypen bis hin zu Designstudien und Entwicklungsaufträgen für Fremdfirmen oder auch Serienmodellen aus prominentem Vorbesitz.

Schweizer Erstauslieferung in Top-Zustand

Kuno Werner, Chef der Porsche-Museumswerkstatt, ist heute mit uns hierher gekommen, um jenes Modell abzuholen, das im August während der Oldie-Rallye "Sachsen Classic" unser Dienstwagen sein wird: ein roter 911 SC Targa, Baujahr 1981 mit luftgekühltem Dreiliter-Sechszylinder-Boxer und 204 PS.

"Ein besonders gut erhaltenes Auto, typisch für eine Erstauslieferung in die Schweiz", beschreibt Werner den Zustand des Modells, das noch seinen ersten Lack trägt. "Außer Reifen und Stoßdämpfern mussten wir nach dem Ankauf kaum etwas ersetzen."

Immer in Bewegung: Das Rollende Museum von Porsche

Mittlerweile befinden sich rund 500 Wagen im Bestand des Werksmuseums, jedes Jahr werden es im Durchschnitt 15 mehr. Davon sind jeweils nur ungefähr 80 Exemplare in der Ausstellung zu sehen. Was aber nicht bedeutet, dass Kuno Werner und sein Team über Langeweile klagen: Rund 1.000 Fahrzeugbewegungen verzeichnen sie in ihrer gläsernen Werkstatt jährlich, denn die Stuttgarter legen großen Wert darauf, ein "rollendes Museum" zu betreiben, sprich alle Exponate möglichst immer im fahrfähigen Zustand zu halten. Schließlich beschickt Porsche regelmäßig Messen, Clubtreffen und Oldtimer-Rallyes im In- und Ausland mit Fahrzeugen - klar, dass es da immer etwas zu tun gibt.

Unser Elfer wird aber nicht im Museum fit für die Rallye gemacht, sondern in der Werkstatt von Porsche Classic in Freiberg am Neckar. Die knapp 20-minütige Fahrt dorthin legt der Targa natürlich auf eigener Achse zurück - wegen eines Regengusses allerdings mit geschlossenem Dach. In Freiberg kümmert sich eine Spezialisten-Mannschaft um Kundenfahrzeuge, die nicht mehr im aktuellen Porsche-Angebot sind und für die es nicht mehr in jedem Porsche-Zentrum erfahrene Schrauber gibt. Dazu gehören die 911er bis einschließlich Baureihe 993, die Vierzylindermodelle 924, 944 und 968 sowie der Frontmotor-GT 928, um nur einige zu nennen.

Professionelle Aufbereitung bis zur letzten Schraube

Neben den typischen Wartungsarbeiten und Verschleißreparaturen führen die Oldie-Profis auch aufwendige Restaurierungen durch, bei denen die von Korrosion oder Unfallschäden gezeichneten Klassiker zunächst vollständig zerlegt und dann Schraube für Schraube optimiert wieder zusammengesetzt werden. "Bis zu 1.500 Arbeitsstunden können in so einem Projekt stecken", berichtet Jochen Bader, Leiter der Werksrestaurierung, beim Ortstermin. Der Besitzer muss sich dann für gut anderthalb Jahre von seinem Schätzchen trennen und je nach Aufwand bis zu 250.000 Euro investieren. In unserem Fall geht es aber deutlich günstiger: Der rote 911 weist weder Verschleiß- noch Standschäden auf. Kein Wunder, denn sein letzter, überwiegend schonend gefahrener Einsatz samt vorangegangener Aufbereitung liegt erst wenige Wochen zurück. Sachsen, wir kommen!

Die verlängerte Porsche-Werkbank

Technische Unterstützung für alle Modelle, deren Serienproduktion vor mindestens zehn Jahren ausgelaufen ist - das bietet die Werkstatt von Porsche Classic in Freiberg am Neckar. "Wir sind die verlängerte Porsche-Werkbank", beschreibt Leiter Jochen Bader das Leistungsspektrum seiner Abteilung. Vom Ölwechsel bis zur Komplett-Restauration erfüllt sein Team fast jeden Wunsch und betreut rund 300 Fahrzeuge im Jahr.

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