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Sahara Rallye Grand Erg 2012

Die Wüste bebt

Sahara-Rallye Grand Erg Tunesien 2012 Foto: Markus Schönfeld 37 Bilder

Mit Rekordbeteiligung ging die 2012er-Ausgabe der Rallye Grand Erg in Tunesien zu Ende. 4Wheel Fun war für Sie dabei - unser Autor hat spektakuläre Bilder aus der Wüste mitgebracht.

04.05.2012 Markus Schönfeld Powered by

Sonntag, 22. April, 18:30 Uhr. Schnell bricht die Dunkelheit im Hafen von „La Goulette“ ein. Und dabei sind noch nicht einmal alle Autos aus dem dicken Bauch der Carthage gerollt – jenem Schiff, das den gewaltigen Rallyetross der Grand Erg 2012 mit reichlich Verspätung von Genua auf den Afrikanischen Kontinent bringt. Und dann auch noch das: Mit der untergehenden Sonne zieht ein mächtiges Gewitter über der Tunesischen Hauptstadt auf. Blitz und Donner kommen immer näher. Ein Begrüßungs-Feuerwerk? Oder ein erster Einschüchterungsversuch der unbarmherzigen Wüste? Nein – so leicht lässt sich die Vorfreude der 30 Teilnehmer-Teams und der riesigen Orga-Gruppe nicht bezwingen. Schließlich steht heute Nacht noch eine lange Verbindungsetappe samt Gleichmäßigkeitsprüfung Richtung an.

Gewitter über Tunis

Schnell werden die Wettkampftiere vom Trailer geladen, Proviant verteilt und die Technik startklar gemacht. Ein chaotisches Spektakel für die vielen Schaulustigen. Doch bei den Teams sitzt jeder Handgriff. Als der Konvoi aus 60 Fahrzeugen um punkt acht Uhr Richtung Süden aufbricht, öffnet sich der Himmel. Wasserfälle stürmen auf die steilen Frontscheiben herab. Sichtweite Null! Und dabei sind es noch gut 340 Kilometer bis zur ersten Schlafstätte – dem Hotel Gafsa Palace. Schon jetzt ist sicher: Das wird eine kurze Nacht.

Am nächsten Morgen treten dennoch alle Mannschaften pünktlich zur ersten wirklichen Rallye-Etappe am Rande des Chott el Jerid auf – einer der gewaltigsten Salzseen in Nordafrika. Nach nicht einmal zehn Minuten macht die Spezial-Etappe ihrem Namen alle Ehre. Wenige Kilometer nach dem Start wartet ein heimtückischer Sumpf auf blechernes Fressen. Und davon bekommt er in den nächsten Minuten reichlich. Einer nach dem anderen unterschätzt die weiße Kruste und sackt hoffnungslos im Schlamm ein. Ob Geländewagen, Unimog oder MAN KAT – die Hälfte der Fahrzeuge klebt fest. So haben beide Berge-LKW schon am zweiten Tag in Tunesien alle Hände voll zu tun. Und das wird sich auch die nächsten Tage nicht ändern, wo es noch tiefer in die Wüste geht und unendlich scheinende Dünenetappen auf die Rallye warten.

Verschollen in der Wüste

Vor allem der Tag 4 hat es in sich. Von Camp Zmela geht es etwa 150 Kilometer quer durch den rotgelben Sand, am berüchtigten Tafelberg Tembaine vorbei bis ins aufwändig vorbereitete Außen-Camp der Grand Erg. Doch bis dahin schaffen es an diesem Tag nur die wenigsten. Gerade fünf Teams kommen bis zum Abend am legendären Swimmingpool an. Der Rest ist irgendwo in der Wüste verschollen. So sind in dieser Nacht ganze 18 Teams auf sich allein gestellt. Rallye-Leiter Jörg Russler mobilisiert alle Kräfte und startet die größte Bergungsaktion in der Geschichte der Grand Erg. Selbst Militärhelikopter kreisen jetzt über dem Camp. Erst zwei Tage später gibt der Sand den letzten Wagen frei. Verletzt wird zum Glück niemand.

Im Schlepptau ins Ziel

Am Ende der Rallye kommen alle Teilnehmer und Orgamitglieder überglücklich im Club Aldiana in Nabeul an. Ausreichend Vorsprung hat sich das Team Nummer 110 im weißen Defender 90 herausgefahren. Martin Kern und Martin Geis gewinnen die Rallye durch konstant vorsichtige und weitsichtige Fahrt.  Zweiter werden Vater und Sohn Kastner aus Österreich in ihrem Toyota HZJ. Der Drittplatzierte muss wegen einer defekten Einspritzpumpe über die Ziellinie geschleppt werden. Es ist der schwarze Vierachser MAN KAT 8x8 von Familie Britz, der bis zum letzten Tag eine spektakuläre Show abgeliefert hat und stets zur Bergung anderer bereitstand.

Im Club Aldiana gibt es nach zehn anstrengenden Rallyetagen für alle jetzt nur noch eine schwierige Etappe zu bewältigen: Freibier die ganze Nacht. Wie viele Teams bis zum Frühstück geborgen werden, bleibt aber unklar.

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