Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Saudis bremsen Ölpreisanstieg

Foto: GIW

Der weltgrößte Erdölproduzent Saudi-Arabien hat sich für eine deutliche Erhöhung der Förderung ausgesprochen und damit für einen prompten Preisrückgang an den Rohölmärkten gesorgt.

10.05.2004

Die OPEC-Ölförderung sollte um 1,5 Millionen Barrel (fast 159 Liter) pro Tag steigen, sagte der saudische Ölminister Ali el Naimi am Montag (10.5.) in Dubai. Saudi-Arabien halte eine Anhebung "für notwendig, um Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten".

Die Rohöl-Notierung für die Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni gab bis zum Nachmittag in London um 4,2 Prozent auf 35,44 Euro je Barrel (159 Liter) nach, verglichen mit Freitag. An der New Yorker Börse fiel der Juni-Kontrakt zu Handelsbeginn mit 38,54 Dollar je Barrel wieder unter 40 Dollar zurück.

Auf die Preise an den deutschen Tankstellen wirkte sich der deutliche Rückgang beim Rohöl am Montag noch nicht spürbar aus. Sie bewegten sich beim Super-Kraftstoff am Montag je nach Region zwischen 1,15 Euro bis über 1,20 Euro. Tendenziell sei an den Zapfsäulen eher mit einem Nachgeben der Preise zu rechnen, erklärten Branchenkenner.

Notenbanken: Ölpreis keine Gefahr für die Wirtschaft

In den deutlich gestiegenen Ölpreisen sehen die Notenbanken der in der G10 versammelten führenden Industrienationen keine Gefahr für die weltweite Wirtschaft. "Das stetige Wachstum ist durch den Anstieg bei den Rohstoff- und Ölpreisen nicht gefährdet", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, am Montag in Basel. Vergangene Woche hatte er gesagt, dass der steigende Ölpreis die Inflationsrate in der Eurozone zeitweise über zwei Prozent heben könnte. Auch Chefvolkswirte großer deutscher Banken hoben in der "Berliner Zeitung" die Gefahren für das inländische Preisniveau sowie das Wachstum bei einem dauerhaft höheren Ölpreis hervor.

Die mögliche Förderanhebung, die vom EZB-Präsidenten begrüßt wurde, sollte nach den Vorstellungen des saudischen Ministers beim Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) am 3. Juni in Beirut beschlossen werden. Derzeit beläuft sich die OPEC-Fördergrenze auf 23,5 Millionen Barrel täglich. Auch andere Mitglieder des Kartells hatten angedeutet, dass bei dem Treffen über eine Ausweitung der Fördermenge gesprochen werden könnte, um die Preise nicht weiter steigen zu lassen. Die OPEC-Korbsorten hatten zum Vorwochenschluss zum Höhenflug auf über 36 Dollar je Barrel angesetzt.

Eigentlich will die aus elf Ölförderländern bestehende OPEC den Korbpreis nicht über 28 Dollar je Barrel steigen lassen, weil zu hohe Ölpreise die Konjunktur schwächen und die Industrieländer auf alternative Energiequellen umsteigen könnten. Der Richtwert ist 2004 aber noch an keinem Handelstag unterschritten worden.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige