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Schadensfreiheit

Manche Schäden lieber selbst tragen

Fahrerflucht, Bagatellunfall Foto: Accident Exchange

Autofahrer sollten sich gut überlegen, ob sie einen Schadensfall von ihrer Versicherung regulieren lassen oder nicht besser aus der eigenen Tasche bezahlen. Mitunter sind die Kosten für den gestiegenen Haftpflicht- oder Kaskobeitrag deutlich höher als die Kosten für die Beseitigung des Schadens.

20.10.2011 auto motor und sport

Nach einer aktuellen Berechnung des Vergleichsportals Aspect Online im Auftrag des Magazins auto motor und sport lohnt sich die Selbstregulierung vor allem bei Vielfahrern, während Rentner schon bei kleinen Schäden den Versicherer einschalten sollten.

Vielfahrer sollten nachrechnen

In der Modellrechnung für einen 44-jährigen Vielfahrer in Stuttgart, der in einem VW Golf jährlich 25.000 Kilometer unterwegs ist, lohnt sich erst bei einem Schaden von mehr als 684 Euro das Einschalten der Vollkasko-Versicherung. Bei geringeren Schäden ist die Eigenübernahme des Schadens sinnvoller, weil die über Jahre höheren Beiträge stärker ins Gewicht fallen. Fremdschäden sollte der Vielfahrer bis 658 Euro selbst tragen, um seine günstige Haftpflicht zu sichern.

Bei einer Familie, die 15.000 Kilometer im Jahr fährt und das Auto in der Schadensklasse 12 versichert hat, ist es günstiger, alle Schäden bis 451 Euro selbst zu tragen. Bei einem jungen Fahrer mit einer Jahresleistung von 10.000 Kilometern liegt die Grenze bei 420 Euro. Fremdschäden sollte die Familie bis 486 Euro übernehmen, um in der Haftpflicht nicht schlechter dazustehen.

Rentner lassen regulieren

Dagegen muss ein Rentner nicht lange nachdenken, ob es sich lohnt, die Versicherung einzuschalten. Ein 65-jähriger mit einer Jahresleistung von 8.000 Kilometer und der Schadenfreiheitsklasse SF25 sollte nur Schäden bis 58,30 Euro übernehmen – in allen anderen Fällen ist die Übernahme durch die Kaskoversicherung deutlich günstiger. Bei Fremdschäden sieht das dagegen anders aus. Da sollte der Rentner Schäden bis 358 Euro lieber selbst bezahlen.

Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rät deshalb, im Fall eines Unfalls mit der Versicherung die verschiedenen Möglichkeiten durchzusprechen: "Lassen Sie sich von Ihrer Assekuranz errechnen, wie die Beiträge steigen würden, wenn die Versicherung den Schaden übernimmt."


Mehr Infos zum Thema Versicherung finden Sie in unserem großen Ratgeber Autoversicherung.

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