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Schaeffler baut Stellen ab

In Deutschland sind 5.000 Schaeffler-Jobs bedroht

Schaeffler Foto: dpa

Schaeffler will allein in Deutschland rund 5.000 Arbeitsplätze streichen. Weltweit sollen dem Vernehmen nach 8.000 Stellen der insgesamt 66.000 Stellen wegfallen.

08.05.2009

Drastische Auftragseinbrüche als Folge der Autokrise zwingen den angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler zu massiven Einschnitten. Nach monatelanger Kurzarbeit, mit denen Auftragsflauten abgefedert wurden, drohen bei dem fränkischen Unternehmen nun Entlassungen im großen Stil.

Betriebsversammlungen geplant

Deutsche Standorte, an denen rund 28.000 Mitarbeiter beschäftigt seien, wären damit von dem Stellenabbau überproportional stark betroffen, hieß es. Ein Unternehmenssprecher lehnte dazu am Freitag eine Stellungnahme ab. Schaeffler hatte sich mit der Übernahme des Konkurrenten Continental verhoben. Derzeit lasten über zehn Milliarden Euro Schulden auf dem Unternehmen.

Nach Informationen der dpa will die Firmenleitung am kommenden Dienstag (12.5.) den Gesamtbetriebsrat bei einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses über die Pläne informieren. Am Mittwoch seien dann Betriebsversammlungen an mehreren Standorten geplant, bei denen die Werksleitungen den Mitarbeitern die Stellenabbaupläne erläutern wollten. Es sei mit Protestveranstaltungen zu rechnen. 

Rund 17 Prozent der Stellen in Deutschland fallen weg

Firmenkenner befürchten, dass bei einer Stellenstreichung dieser Größenordnung auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen sind. "Zehn Prozent Stellenabbau kann ein Unternehmen dieser Größenordnung noch halbwegs sozial abfedern. 5.000 wären aber bezogen auf Deutschland rund 17 Prozent. Bei dieser Größenordnung geht es nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen ab", hieß es.    

Der massive Stellenabbau komme keineswegs überraschend, betonten firmennahe Kreise. Nach bisher vorliegenden Zahlen werde der Schaeffler-Konzern seinen Vorjahresumsatz von rund zehn Milliarden Euro um rund zwei Millionen Euro unterschreiten. Auch die Abwrackprämie, die vielen Autoherstellern eine Verschnaufpause beschert habe, habe die Lage von Schaeffler nicht grundlegend bessern können. "Das hat etwas geholfen, aber an das Vorjahresergebnis kommt Schaeffler damit nicht ran", hieß es.    

Betriebsräte kämpfen gegen Kündigungen

Der Schaeffler-Gesamtbetriebsrat hatte bereits am Vortag Stellenstreichungen angedeutet. "Angesichts der bereits angewandten Kurzarbeit kann sich jeder ausrechnen, dass Arbeitsplätze bei der Schaeffler-Gruppe akut gefährdet sind", hatte der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Norbert Lenhard betont. Die Betriebsräte würden mit Macht gegen betriebsbedingte Kündigungen kämpfen. Lenhard verwies auf bestehende Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung. Gemeinsam mit der IG Metall habe der Betriebsrat Vorschläge eingebracht, wie Entlassungen zu verhindern seien.    

Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck wollte sich zu möglichen Stellenabbau-Plänen auch am Freitag nicht äußern. Er verwies vielmehr auf Äußerungen von Schaeffler-Chef Jürgen M. Geißinger vom Mittwoch. Danach habe für Geißinger zunächst der Dialog und die Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern höchste Priorität. Erst wenn dies erfolgt sei, werde sich die Unternehmensführung zu Details möglicher Personalmaßnahmen öffentlich äußern. Mit der Continental-Übernahme hätten die Einschnitte nichts zu tun.

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