Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Schaeffler/Conti

Machtkampf eskaliert - von Grünberg tritt zurück

Hubertus von Grünberg Foto: Continental

Der Machtkampf zwischen Continental und Großaktionär Schaeffler eskaliert. Im Streit mit Schaeffler trat Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück.

09.03.2009

"Es zeichnet sich ab, dass Continental weiter Schaden nimmt", sagte der 66-Jährige am Freitag (6.3.) in Frankfurt nach einer Sitzung des Aufsichtsrats des Autozulieferers. "Wir laufen Gefahr, in das Schaeffler-Problem hineingezogen zu werden." Von Grünberg kritisierte, die schwer angeschlagene Schaeffler-Gruppe sei der Forderung nach einem tragfähigen Zukunftskonzept nicht nachgekommen und stattdessen auf Konfrontationskurs gegangen.

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler ist wegen der auf Pump finanzierten Conti-Übernahme hoch verschuldet, hat einen Milliarden-Kapitalbedarf und bittet um Milliarden-Staatshilfen.

Schaeffler wollte von Grünberg nicht mehr

Schaeffler wies die Vorwürfe von Grünbergs zurück. Grünberg habe das Vertrauen im Aufsichtsrat verloren, sagte ein Schaeffler-Sprecher in Herzogenaurach. Die Besprechung eines Zukunftskonzeptes habe bei der Sitzung in Frankfurt überhaupt nicht auf der Agenda gestanden.
Schaeffler arbeite weiterhin mit Hochdruck an diesem Papier.

Von Grünberg hatte bereits Ende Januar auf Druck von Schaeffler angekündigt, seinen Posten zur Verfügung zu stellen. Er sollte aber einfaches Mitglied in dem Gremium bleiben. Dies hatte ein Kompromiss zwischen Schaeffler und Conti vorgesehen. Schaeffler aber wollte nun nicht mehr, dass von Grünberg im Aufsichtsrat bleibt. Sein Name fehlte auf der Liste für die künftige Besetzung des Gremiums, über die auf der Hauptversammlung am 23. April abgestimmt werden soll.

Neuwahl gerichtlich verhindert

Ursprünglich sollte am Freitag der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer zum neuen Conti-Aufsichtsratschef gewählt werden. Der 51-Jährige aber durfte nicht an der Sitzung teilnehmen. Ihm war aus dem Aktionärskreis ein Interessenkonflikt vorgeworfen worden. Daraufhin hatte das Landgericht Hannover Koerfers Bestellung in den Aufsichtsrat durch das Amtsgericht vorübergehend außer Kraft gesetzt. Das Landgericht will nun endgültig entscheiden, sobald alle
Äußerungen der Beteiligten vorliegen. Die Conti-Aufsichtsräte haben bis zum 10. März Gelegenheit zur Stellungnahme.

Keine Staatshilfen in Sicht

In der Politik nimmt unterdessen die Skepsis beim Thema Staatshilfen zu. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte der "WirtschaftsWoche": "Wir werden uns nicht allein mit Droh-Szenarien und ohne Antworten unter Druck setzen lassen." Es fehle bislang - wie bei Opel - ein Konzept, das als Entscheidungsgrundlagen dienen könne.

Guttenberg brachte stattdessen eine Insolvenz als Alternative ins Gespräch. Eine Insolvenz bedeute nicht automatisch den Untergang eines Unternehmens: "Wenn das Geschäftsmodell zukunftsträchtig ist, kann eine Insolvenz auch arbeitsplatzerhaltend wirken."

Schaeffler hält knapp unter 50 Prozent an Conti, weitere 40 Prozent sind bei Banken geparkt. In der Branche wird damit gerechnet, dass die Banken bald die Kontrolle über die Herzogenauracher Gruppe übernehmen. Zudem wird nicht ausgeschlossen, dass die Banken die gesamte Conti-Übernahme rückgängig machen.

Die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE forderten von Conti und Schaeffler ein "schlüssiges und tragfähiges Zukunftskonzept". Der Maßstab sei die Sicherung der Arbeitsplätze. Eine "Filetierung" von Continental sowie der Schaeffler-Gruppe sei nicht akzeptabel.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Autokredit berechnen
Anzeige