In einer dramatischen Nachtsitzung hatte der Conti-Aufsichtsrat über die Aufhebung des Vertrages von Neumann abgestimmt, wegen Widerstands der Arbeitnehmervertreter wurde die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit aber nicht erreicht. Der Aufsichtsrat hat ein Vermittlungsverfahren einberufen. Eine Entscheidung wird nun in der nächsten Sitzung erwartet.
IG Metall kritiert die Ablösung von Neumann heftig
Die IG Metall kritisierte die geplante Ablösung des Conti-Chefs heftig. "Es ist ein grober Fehler, dass die Familie Schaeffler und die Kapitalseite versuchen, Herrn Neumann als Vorstandsvorsitzenden abzusetzen", sagte IG Metall-Bezirkschef Hartmut Meine in Hannover. "Neumann ist einer der besten Automobilmanager in Deutschland. Die Arbeitnehmervertreter haben vollstes Vertrauen zu Neumann."
"Ein guter Mann geht von Bord"
Neumann selbst sagte nach der Sitzung am frühen Morgen, es habe "ungewöhnliche und sehr enttäuschende Entwicklungen gegeben". Diese machten es ihm "sehr schwer", auf Dauer vertrauensvoll mit Schaeffler zusammenzuarbeiten. Auch der stellvertretende Conti-Aufsichtsratschef Werner Bischoff nannte die Ablösung Neumanns falsch. "Ein guter Mann geht von Bord."
Neumann konnte sich aber mit seinem Plan einer Kapitalerhöhung durchsetzen, um dem klammen Autozulieferer Luft zu verschaffen. Der Aufsichtsrat gab grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von bis zu 1,5 Milliarden Euro.



