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Schaeffler

Externe Experten sollen Lage prüfen

Foto: Schaeffler

Die finanzielle Lage der durch die Conti-Übernahme schwer in Bedrängnis geratenen Schaeffler-Gruppe soll nun von externen Wirtschaftsexperten unter die Lupe genommen werden.

30.01.2009

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sei damit beauftragt worden, die Situation bei Schaeffler zu prüfen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Branchenkreisen. Schaeffler solle nun "die Hosen herunterlassen", bisher sei die Lage dort intransparent. Der Autozulieferer aus Herzogenaurach ist hoch verschuldet, im Gespräch sind mögliche Staatshilfen.

Schaeffler muss Zukunftskonzept vorlegen

Am Mittwochabend (28.1) war Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), Bayerns Regierungschef Horst Seehofer (CSU) sowie den Konzernchefs von Schaeffler und Continental zusammengetroffen. Glos forderte die beiden mit insgesamt 22 Milliarden Euro verschuldeten Konzerne auf, ein tragfähiges Zukunftskonzept vorzulegen, das mit den wichtigsten beteiligten Banken abgesprochen sei. Dies sei eine Voraussetzung für weitere Verhandlungen mit Bund und Ländern unter der Federführung des Bundes. Schaeffler bittet nach Informationen der Deutschen Presse Agentur dpa Bund und Länder für die dringend benötigte Umschuldung um Bürgschaften von bis zu vier Milliarden Euro. Eine von dem fränkischen Familienunternehmen auch ins Spiel gebrachte Staatsbeteiligung mit dem Kauf von Conti-Aktien lehnt der Bund ab.

SPD gegen Hilfe

In der SPD gibt es erheblichen Widerstand gegen Staatshilfen für Schaeffler. Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Donnerstagabend in Stuttgart skeptisch: "Hier ist größte Vorsicht geboten." Man müsse das Anliegen zwar prüfen, doch dürfe es keine Wettbewerbsverzerrung geben. Ähnlich argumentierte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD).

Das Familienunternehmen Schaeffler hatte mit Krediten für mehr als zehn Milliarden Euro 90 Prozent der Anteile des wesentlich größeren Continental-Konzerns gekauft. Die Finanz- und Autokrise aber erwischte Schaeffler und Conti mit voller Wucht, die Conti-Aktie ging auf Talfahrt. Conti ist derzeit an der Börse nur noch rund zwei Milliarden Euro wert. Beide Konzerne haben zusammen mehr als 200.000 Beschäftigte.

Conti auch von VDO Übernahme geschwächt

Schaeffler hält derzeit 49,9 Prozent der Conti-Aktien, jeweils 20 Prozent musste die Gruppe bei den Privatbanken Metzler und Sal. Oppenheim parken. Grund: Laut Investorenvereinbarung mit Conti darf Schaeffler vier Jahre lang höchstens 49,99 Prozent der Anteile halten. Continental mit Sitz in Hannover ist wegen der Übernahme der Siemens-Tochter VDO im Jahr 2007 ebenfalls mit rund elf Milliarden Euro verschuldet, verwies aber in den vergangenen Tagen auf einen "stabilen Finanzrahmen".

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