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Schaeffler

Finanzchef geht - Beschäftigte fordern Staatshilfen

Foto: Schaeffler

Der nach der Conti-Übernahme hoch verschuldete Schaeffler-Konzern kommt immer stärker in Bedrängnis. Wie Schaeffler am Mittwoch (18.2.) mitteilte, verlässt Finanzchef Thomas Hetmann wegen unterschiedlicher Auffassungen "in der Bewertung der strategischen Zukunftskonzeption" das Unternehmen.

19.02.2009

Der Konzern wies aber Berichte zurück, Hetmann müsse auf Druck der Banken gehen. Personalentscheidungen würden im Unternehmen getroffen. Für Hetmann kehrt Mary Jo Gresens nach Herzogenaurach zurück, die bereits von 1999 bis 2006 für die Finanzen zuständig war und dem Unternehmen nun als "Beraterin" zur Verfügung stehen werde.


Finanzierungskonzept steht noch aus

Im Bundeswirtschaftsministerium hieß es unterdessen, Schaeffler/Conti habe noch kein Finanzierungskonzept vorgelegt, wie dies zugesagt worden sei. Erst wenn ein zukunftsfähiges Konzept auf dem Tisch liege, sei ein Zeitplan für eine mögliche Rettung durch staatliche Hilfen möglich. Schaeffler ist mit mehr als zehn Milliarden Euro verschuldet und bemüht sich um Bürgschaften von vier Milliarden Euro. Das Unternehmen erklärte, es erstelle derzeit in Zusammenarbeit mit den Banken ein tragfähiges Konzept.

Arbeiter demonstrieren Solidarität

An mehreren nordbayerischen Schaeffler-Standorten demonstrierten am Mittwoch tausende Arbeiter und Angestellte und forderten staatliche Überbrückungshilfe für den schwer angeschlagenen Autozulieferer. Die größte Aktion fand am Sitz des Konzerns in Herzogenaurach statt. Dort zogen nach Polizeischätzungen rund 8.000 Arbeiter und Angestellte vom Werkstor zum Marktplatz des Ortes. Viele Bürger der mittelfränkischen Industriestadt schlossen sich dem Protestzug an. Aktionen fanden auch im nahen Höchstadt/Aisch und Schweinfurt statt.

Dem Demonstrationszug in Herzogenaurach schloss sich auch die Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler mit ihrem Sohn Georg Schaeffler an. Bei der Kundgebung sprachen sich Betriebsräte, Gewerkschafter und Vertreter einer Beschäftigteninitiative für eine rasche staatliche Überbrückungshilfe für den Konzern aus. Die Übernahme von Conti habe Schaeffler wegen der nicht vorhersehbaren Finanzkrise in Schwierigkeiten gebracht, sagte der örtliche Betriebsratsvorsitzende Thomas Mölkner. Vom Unternehmen forderte er zugleich mehr Transparenz.

Staatsbeteiligung unter Auflagen denkbar

Die bayerische Landtags-SPD würde eine staatliche Beteiligung am notleidenden Schaeffler-Konzern unter Bedingungen mittragen. Wenn der Staat Anteile an Schaeffler übernähme, müsste ein Aufsichtsrat gebildet werden, in dem auch Arbeitnehmer und Staat vertreten seien, sagte Fraktionschef Franz Maget in München. Außerdem müsste der Vorstand langfristige Zusagen für den Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze abgeben.

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