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Schaeffler

Gewerkschaften wollen Umwandlung in Kapitalgesellschaft

Foto: dpa

Der hoch verschuldete Schaeffler-Konzern soll nach einem Gewerkschaftsvorschlag in eine
Kapitalgesellschaft umgewandelt werden. Die derzeitigen Eigentümer des fränkischen Familienunternehmens aus Herzogenaurach sollten künftig weniger als 25 Prozent an Schaeffler halten.

11.03.2009

Maximal 50 Prozent sollten den Banken gehören, der Rest über eine Stiftung den Arbeitnehmern und dem Staat. Das sagten der Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt, Klaus Ernst, und der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes für Main-Rhön, Frank Firsching, am Mittwoch (11.3.) in Schweinfurt.

Schaeffler hatte sich mit der Übernahme von Continental übernommen und steht mit mehr als zehn Milliarden Euro in der Kreide. Derzeit bittet der Autozulieferer um staatliche Hilfen. Mit dem Konzept wollen die Gewerkschaften die Personengesellschaft vor der Insolvenz bewahren und so die Standorte und die weltweit etwa 220.000 Arbeitsplätze, die der Wälzlager-Riese Schaeffler und der Autozulieferer Conti zusammen haben, retten.

Refinanzierung für den Bund durch Gewinne

Ziel sei die Gründung einer Stiftung, die sich aus Anteilen der Familie Schaeffler und aus staatlichen Mitteln finanzieren sollte, erläuterte Ernst. Zur Höhe des Kapitalbedarfs konnte der Vize-Chef der Linken nichts sagen; der Familienkonzern selbst beziffert seine Eigenkapitallücke mit fünf bis sechs Milliarden Euro. Über den Stiftungsrat sollen Bund und Mitarbeiter an den Unternehmensentscheidungen beteiligt werden.

"Das ist keine Verstaatlichung", betonte Ernst. Die eingesetzten Steuergelder könnten sich Bund und Länder später durch die Gewinne des Konzerns wiederholen. Die Banken sollten nach Ernsts Worten ihre Schuldtitel in Eigenkapital umwandeln und so ihren Beitrag leisten, um den Konzern vor dem Untergang zu bewahren.

Auch für Opel denkbar

Mit dem Konzept wollen die Gewerkschaften nun eine öffentliche Debatte über die Rettungsmöglichkeiten von angeschlagenen Unternehmen anstoßen. "Das (Konzept) können Sie genauso übertragen auf Opel", sagte Ernst. Der Familie Schaeffler sei das Modell noch nicht
präsentiert worden. Diese bekräftigte unterdessen, auch weiterhin ein "wesentlicher Ankeraktionär" des Unternehmens bleiben zu wollen.

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